Giengen / rei Der Geislinger Verein will mittelalterliche Geschichte lebendig werden lassen und besuchte das historische Gemäuer im Hürbetal.

Die Mitglieder des Vereins „Helfensteiner“, ansässig in Geislingen, haben sich zum Ziel gesetzt, das Leben der Menschen im 13. Jahrhundert als ein Stück Heimatbrauchtum zu pflegen und zu vermitteln.

Eine kleine Abordnung unter Leitung der Vorsitzenden Ines Kottmann alias Agnes vom Felsental besuchte in diesem Zusammenhang dieser Tage die Kaltenburg, stilecht gekleidet in historischen Gewändern. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kaltenburg, Clemens Stahl, begrüßte die Gäste und konnte auf historische mittelalterliche Zusammenhänge verweisen, dass nämlich die Grafen von Helfenstein bereits im Jahre 1332 für die Dauer von 25 Jahren die Herren auf der Kaltenburg waren.

Auch der heutige „Burgstall Hurwinburg“ gehörte durch Erbschaft zu den Besitzungen der Helfensteiner. Geschichtlich Interessierte wissen, dass es neben der Kaltenburg früher in Hürben oberhalb des Ortes auch noch die "Hurwinburg" gab, von der sich auch der Namen Hürben ableitet. Von der Burg steht nichts mehr außer der Mauer unterhalb des Hürbener Friedhofs. Diese wurde 2017 restauriert, da von ihr Steinschlaggefahr ausging.

Erwähnung finden Kaltenburg und Hurwinburg auch in einer Sage mit dem Titel „Der grausame Müller“. Dort heißt es: „Nein, leicht haben es die Hürbener in alten Zeiten weiß Gott nicht gehabt: Eingeklemmt zwischen sumpfigen Tälern und steinigen Höhen hatten die wenigen Bewohner des kleinen Dorfes schon genug Arbeit, um für ihr täglich Brot zu sorgen – und dann hatte der Flecken neben den eigenen Burgherren, den ‚de Hurwins’ auf dem hohen Felsen mitten im Dorf, später auch noch die nahe und noch viel größere Kaltenburg zu versorgen. Beide Festen garantierten darüber hinaus auch noch, dass bei jedem Krieg Heerhaufen in das schutzlose Dorf einfielen und es verwüsteten.“

Zurück in die Gegenwart: Im Rahmen einer Führung durch das sanierte Burgareal erläuterte Clemens Stahl die Geschichte und aktuelle Entwicklung der Kaltenburg. Zum Schluss der Begegnung vereinbarten die beiden Vorsitzenden eine weitere Kontaktpflege, insbesondere hinsichtlich der historischen Gewandung und möglicher Auftritte auf der Burg. Nachdem ein großer Teil der Burgsanierung erfolgt ist, hat die Interessengemeinschaft längst damit begonnen, Ideen für eine künftige Nutzung der Burg zu sammeln.