Nachruf Hähnle-Urenkel Wilfried Knöringer ist tot

Marc Hosinner 06.01.2016
Er war der letzte in Giengen lebende männliche Nachkomme einer bedeutenden Familie: Wilfried Knöringer, Urenkel von Vogelmutter Lina Hähnle und Kommerzienrat Hans Hähnle, ist an Neujahr im Alter von 75 Jahren gestorben.

Wenige Tage vor seinem Tod hatte er sich noch darüber gefreut, dass am ehemaligen Familienbesitz an der Marktstraße wieder der Schriftzug „Die Krippe“ an der Fassade angebracht wurde. Eben dort hatten seine Urgroßeltern Anfang des 20. Jahrhunderts eine Betriebs-Kita der Filzfabrik eingerichtet.

Knöringer, Leitender Regierungsdirektor a. D., wusste kenntnisreich über die Historie der Hähnles zu berichten, er zog den Zuhörer nicht zuletzt durch seine humorvolle Wissensvermittlung in den Bann.

Er selbst lebte im ehemaligen Haus des Ingenieurs Hermann Hähnle an der Weinbergstraße – am Fuße des zweieinhalb Hektar umfassenden Geländes, auf dem die Ruhestätte der Familie, das Kolumbarium, steht.

Der ganz im Sinne der Familientradition naturverbundene Knöringer gewährte gerne Einblick in die Welt des Refugiums für viele Tiere und Pflanzen und machte das Kolumbarium bei Führungen der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Verstorbene war Verwalter des Hähnle'schen Familienarchivs, das Dank seiner Übergabe an das Stadtarchiv der Nachwelt erhalten bleibt. Darüber hinaus war er Leihgeber für mehrere historische Ausstellungen im Stadtmuseum, in der Schranne oder auch im Rathaus. Zudem war er Autor von Beiträgen zur Stadtgeschichte für das Giengener Jahrbuch und vertrat die Familie bei Ehrungen, die seiner Urgroßmutter zuteil wurden – etwa bei der Umbenennung der Schwageschule in Lina-Hähnle-Schule.

Die Trauerfeier im Kolumbarium wird im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.