Feier Grünes Licht für Partys in der Walter-Schmid-Halle

In der Walter-Schmid-Halle kann wieder gefeiert werden – unter Auflagen. Auf dem Dach des Gebäudes soll es demnächst mit Abdichtungsarbeiten weiter gehen.
In der Walter-Schmid-Halle kann wieder gefeiert werden – unter Auflagen. Auf dem Dach des Gebäudes soll es demnächst mit Abdichtungsarbeiten weiter gehen. © Foto: Archiv/Geyer
Marc Hosinner 09.03.2015
In der Walter-Schmid-Halle in Giengen können nun wieder alle Veranstaltungen im Gebäude stattfinden, allerdings unter Auflagen: So dürfen beispielsweise maximal 800 Personen in die Halle. Zudem werden erste Sofortmaßnahmen beim Thema Brandschutz umgesetzt.

Die Ankündigung der Stadtverwaltung, dass der Ball der Knirpse nicht wie sonst üblich in der Walter-Schmid-Halle stattfinden kann, zunächst ganz gestrichen und wenig später dann in die Schwagehalle verlegt wurde, sorgte zwar nicht unbedingt für einen großen Aufschrei, rief bei einigen Bürgern aber doch Unmut hervor.

Zur Erinnerung: Weil nicht absehbar war, welche Folgen ein Brandschutzgutachten hat, zogen die Verantwortlichen im Rathaus vorsichtshalber die Reißleine für den Kinderfasching. „Wir stehen rückblickend zu der Entscheidung. Es hat sich gezeigt, dass das richtig war“, sagt Franz Becker, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Gebäudemanagement.

Ausfallen musste keine der Veranstaltungen im Zeitraum von Anfang Januar bis jetzt. „Einen vom Landratsamt organisierten Vortrag konnten wir nach Niederstotzingen vermitteln und eine Veranstaltung des Margarete-Steiff-Gymnasiums wurde nach Absprache in die Schranne verlegt“, so Kulturamtsleiter Andreas Salemi.

Derlei Verschiebungen sind jetzt vom Tisch: „Wir hatten bei uns zuletzt zunächst ein Gespräch mit Vertretern des städtischen Bauamtes sowie dem Kreisbrandmeister Rainer Spahr. Dabei haben wir über Sofortmaßnahmen im Sinne des Brandschutzes für die Halle gesprochen. Daraufhin gab es ein Folgegespräch mit Kommandant Hans-Frieder Eberhardt, Oberbürgermeister Gerrit Elser und dem Gutachter“, so die Information Beckers. Resultat: In der Walter-Schmid-Halle kann wieder gefeiert werden. Allerdings mit einer maximalen Personenzahl von 800. Zudem müssen zwei Personen der Wehr als Brandwache vor Ort sein.

Diese Regelung gelte so lange, bis die ersten Ergebnisse aus dem Konzept realisiert sind. Im Rahmen dieses Nachbesserungsbedarfes geht es beispielsweise darum, eine flächendeckende Rauchmeldeanlage mit Weiterleitung einzubauen. Bisher werde in der Walter-Schmid-Halle der Alarm noch durch Knopfdruck ausgelöst. „Bei Rauchentwicklung soll es piepsen“, so Becker. Zudem müssten die Türschlösser und Griffe umgebaut werden.

„Unsere Vorsichtsmaßnahmen waren nicht verkehrt. Besonders beim Kinderfasching war das zu heikel. Jetzt geht es darum, die ersten Ergebnisse des Konzepts umzusetzen“, so Becker.

Nicht nur in der Halle, sondern auch auf deren Dach soll es demnächst weiter gehen: Das Dach war im nördlichen Bereich undicht, sodass Regenwasser in die darunter liegenden Räume eindringen konnte. Noch vor dem Winter wurde damit begonnen, einen Bitumenschicht aufzutragen. Im vergangenen Jahr konnten allerdings nur rund zwei Drittel des Dachs mit einer Bitumenschicht überzogen werden.

Die Restarbeiten sollen demnächst folgen, wie Becker zuletzt vor dem UPT-Ausschuss mitteilte. Das Gerüst hierfür steht an der Nordseite der Halle. Im Ausschuss hatte zudem Stadtrat Bernd Kluge angefragt, wann denn das Vereinszimmer wieder genutzt werden könne. Einige Zeit sei dort noch Wasser nachgelaufen, so Becker, zuletzt aber habe es nicht mehr getropft. Man gehe deshalb davon aus, dass man das Vereinszimmer bald wieder freigeben könne. Dann für eine Nutzerzahl von maximal 20 Personen, denn auch dort spielt der Brandschutz eine Rolle.

Info
Grundsteinlegung für die Walter Schmid-Halle war im August 1963. Nach der Fertigstellung wurde am 2. Juli 1966 Einweihung gefeiert. Das Gebäude – das bis Ende 1999 Stadthalle genannt wurde – war jahrzehntelang der größte kommunale Veranstaltungsort im Landkreis. Mittlerweile ist dies das Congress Centrum in Heidenheim.