Giengen Giengener Bauplätze werden für Ulmer interessant

Lage, Lage, Lage: Das Baugebiet Bruckersberg war in den vergangenen Jahren stark nachgefragt. Jetzt soll erweitert werden, wobei auch Geschossbau möglich sein soll.
Lage, Lage, Lage: Das Baugebiet Bruckersberg war in den vergangenen Jahren stark nachgefragt. Jetzt soll erweitert werden, wobei auch Geschossbau möglich sein soll. © Foto: Geyer-Luftbild
Giengen / Marc Hosinner 04.06.2018
Die städtischen Plätze auf dem Bruckersberg sind alle längst verkauft. Neue Flächen werden ab 2019 erschlossen und auch vermarktet.

Wenn das Wetter mitspielt – vorzugsweise bei Föhn – ist es möglich, vom Bruckersberg aus eine Bergkette zu erkennen. Der Name, den die Stadt dem aktuellen Baugebiet gegeben hat, passt: Alpenblick.

Der Bruckersberg war in den vergangenen Jahren bei Häuslesbauern heiß begehrt. Für Bauplätze an der Stadtrandlage wurden lange Wartelisten geführt. Allein in den vergangenen vier Jahren wurden 26 Grundstücke verkauft, die letzten freien städtischen Bauflächen wechselten Anfang dieses Jahres den Besitzer.

Wer dort jetzt Grundstückseigentümer werden will, muss sich erstmal gedulden. Mindestens bis zum nächsten Jahr. 2019 will die Stadt weiteres Bauland erschließen und vermarkten. „Eine Erweiterung ist dringend notwendig. Wir brauchen dringend Bauplätze und müssen die exklusive Wohnlage weiter entwickeln“, so Oberbürgermeister Dieter Henle unlängst vor dem Gemeinderat.

Mehr Flächen als zuvor

Nach Auskunft von Stadtplaner Günther Ingold sei man nun im Besitz „des allergrößten Teils“ des nächsten Streifens des Gebiets Alpenblick. Beabsichtigt ist, deutlich mehr Flächen anzubieten, als das in der Vergangenheit der Fall war. „Auf dem Bruckersberg ging der Verkauf in früheren Zeiten tröpfchenweise vonstatten. Als die Konjunktur angezogen hat, stieg auch die Nachfrage“, so Ingold. Nicht nur, aber auch auf dem Bruckersberg. Bis zu 40 städtische Einzelgrundstücke sollen in der nächsten Tranche angeboten werden.

Doch nicht nur der Bedarf nach Grundstücken für Einfamilienhäusern, sondern auch für Mehrfamilienhäuser und somit Geschossbau scheint gegeben. Der Gemeinderat jedenfalls hat beschlossen, in einem Teilberich, der 6000 Quadratmeter umfasst, den Bau von Mehrfamilienhäusern zuzulassen.

Erweiterungen möglich

Die Frage wird sein, wie lange es dauern wird, bis auch diese Bauplätze neue Eigentümer gefunden haben. Gut möglich, dass bei anhaltend großer Nachfrage auch von Menschen, die aus Ulm oder Heidenheim kommen (siehe separater Beitrag), die Stadt wieder schnell „ausverkauft“ sein dürfte. „Ich hätte nichts dagegen einzuwenden“, so Ingold, der anmerkt, dass Erweiterungen im Flächennutzungsplan vorgesehen sind.

Eine weitere Bebauung auf dem Bruckersberg ist einerseits im Osten vorgesehen. Andererseits könnte auch im Westen weiteres Bauland ausgewiesen werden – allerdings nicht bis zur Landesstraße hin. „Wir sind auf weitere Vergrößerungen eingestellt, das sieht man nicht zuletzt am System der Wege-Planungen“, sagt der Stadtplaner.

Nachfrage nach Giengener Grundstücken auch aus Ulm und Heidenheim

Die Konjunktur boomt, die Zinsen sind niedrig. Die Folge: Die Menschen wollen bauen. „Wir spüren, dass die Stadt Zuzüge hat. Dies verstärkt die Nachfrage“, so Stadtplaner Günther Ingold. Nicht nur Bürger in Giengen, die hier bisher in Miete gewohnt haben, streben offenbar an, ein Eigenheim zu errichten. „Es ist zu beobachten, dass es auch eine Gruppe von Interessenten gibt, die vor einigen Jahren noch nicht nach einem Bauplatz in Giengen Ausschau gehalten hat“, so der Stadtplaner.

Konkret geht es um Heidenheimer, aber auch um Ulmer. „Der Raum Ulm/Langenau boomt, die Nachfrage nach Bauplätzen kann dort und im direkten Umland nicht befriedigt werden. So kommt es, dass Giengen für sie interessant wird, wo es gute Lagen und vergleichsweise günstiges Bauland gibt“ sagt Ingold.

In der Fachsprache nennt man das Spill-over-Effekt. Vergleichbar mit einem Gefäß, das überläuft und dessen Inhalt sich dann auf andere Flächen ausbreitet. Für Menschen, die in Ulm arbeiten, spiele die Nähe zur Autobahn auf dem Bruckersberg sicher eine Rolle.

„Insgesamt kommt es dadurch zu einer erwünschten Ansiedlung neuer Bürger und so auch zu einer anderen sozialen Mischung in Giengen“, sagt Giengens Stadtplaner.

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