Giengen Giengen plant eigenen 40 Hektar großen Industriepark

40 Hektar groß soll er werden, der geplante Giengener Industriepark, der sich über der Autobahn an den bestehenden I-Park Giengen-Herbrechtingen anschließt. Der weiße Kentner-Logistikbau (Bildmitte, oben) kann als Größenvergleich dienen. Giengen ist rechts oben zu erkennen. Zwei Bauabschnitte (blau und rot) wären denkbar.
40 Hektar groß soll er werden, der geplante Giengener Industriepark, der sich über der Autobahn an den bestehenden I-Park Giengen-Herbrechtingen anschließt. Der weiße Kentner-Logistikbau (Bildmitte, oben) kann als Größenvergleich dienen. Giengen ist rechts oben zu erkennen. Zwei Bauabschnitte (blau und rot) wären denkbar. © Foto: Geyer Luftbild
Giengen / Dieter Reichl 17.07.2018
Neben dem bestehenden Industriepark mit Herbrechtingen an der A7 plant die Stadt Giengen jetzt einen 40 Hektar großen eigenen.

„Der richtige Zeitpunkt ist jetzt“, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle am Dienstag. Die Stadt Giengen will an der Ostseite der Autobahn, anschließend an den westlich bestehenden gemeinsamen Industriepark mit Herbrechtingen einen eigenen entwickeln. Dieser befindet sich komplett auf der Markung von Giengen und Hürben. 40 Hektar groß soll er werden, und damit so groß wie der bestehende.

Der neue Industriepark soll nicht ins Blaue hinein oder in der Hoffnung entstehen, irgendwann werde sich schon jemand für ein Grundstück interessieren. Im Gegenteil: Die Stadt stelle ein deutliches Interesse an autobahnnahen, ausreichend großen Gewerbeflächen fest, die der bestehende I-Park östlich der A 7 nicht mehr bieten könne. Dieser neue Industriepark habe nicht zuletzt dank seiner Top-Lage „Ausstrahlkraft auf die gesamte Region“, so Henle.

Aktuell zwölf Interessenten

Zwölf Bewerber oder Interessenten seien es derzeit. Die aktuell gute Wirtschaftslage im Land sei spürbar. Und, so Henle, es handle sich keineswegs ausschließlich um Logistikfirmen.

Aufgrund dieser Nachfrage glaubt Henle auch nicht, dass ein neuer Industriepark ähnlich lange für eine Belegung brauche wie der alte, der sich erst in jüngerer Zeit mit jetzt 15 angesiedelten Firmen zu einem Erfolg gemausert hat. „20 Jahre solle es diesmal nicht dauern“, sagt er.

Er rechne im Idealfall mit einem Zeitraum von fünf Jahren. Wiederum im Idealfall wäre laut Henle im Spätjahr 2019 ein Baubeginn denkbar. Sechs der derzeitigen Interessenten würden auch bereits 2019 bauen wollen. Diesen straffen Zeitplan strebt die Stadt nicht zuletzt gegenüber der Landwirtschaft an. Diese würde schließlich ihre Flächen verkaufen und sollten auch sehen, „dass was passiert.“

Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter berichtete, dass durchaus alternative Flächen geprüft worden seien, vom Gewerbe- und Industriegebiet Ried über das Industriegebiet Steinwiesen bis hin zu den landwirtschaftlichen Flächen östlich von Hohenmemmingen und südlich von Sachsenhausen.

Aus unterschiedlichen Gründen (Größe, Anbindung, Verkehr, Ökologie) seien diese schlechter bewertet worden als die jetzt geplanten Flächen. Diese würden eine Zerschneidung oder Zerstörung des Landschaftsbildes möglichst gering halten, ebenfalls den externen Erschließungsauswand.

„Die Stadt ist sich des Flächenverbrauchs durchaus bewusst“, so Henle. Man werde im Blick auf das Gewerbegebiet mit den Partnern und der Landwirtschaft sorgfältig umgehen. Zunächst sollen keine Gewerbeformen ausgeschlossen werden, bei der Aufstellung eines Bebauungsplans werde man großes Augenmerk darauf legen und dann eventuell auch Beschränkungen vornehmen.

„Gewinn für die ganze Region“

In einem sehr optimistischen Ausblick ist sich OB Henle sicher, dass das neue Gewerbegebiet für die Stadt und die gesamte Region ein Gewinn sein wird, mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Gewinnung von Kaufkraft, mit positiven Auswirkungen auch auf die Kindergärten und Schulen der Stadt auf das Kultur- und Freizeitangebot.

Giengen erhalte die Chance, als Unterzentrum weiter an Bedeutung zu gewinnen, mit noch engmaschigeren Verbindungen sowohl nach Heidenheim wie auch in die bayrische Nachbarschaft. Bevor gebaut werden kann, sind allerdings noch etliche Verfahrensschritte vonnöten. Ein erster war es, Ende Juni einen Auftrag zur Aufnahme der Planungsfläche in den regionalen Raumordnungsplan 2010 für die Region Ostwürttemberg zu stellen.

In der öffentlichen Sitzung der Regionalversammlung vor wenigen Tagen in Aalen wurde der Einleitung eines entsprechenden Änderungsverfahrens zugestimmt. Der Standort mache angesichts der idealen Verkehrsanbindung absolut Sinn, sagte Landrat Thomas Reinhardt. Dieser Gewerbepark A 7 werde vom Landkreis Heidenheim außerordentlich begrüßt.

Nach Beauftragung durch den Gemeinderat will die Verwaltung die gewerbliche Entwicklung und möglicherweise entgegenstehender Ziele der Raumordnung prüfen. beauftragen. Eventuell muss eine Änderung des Regionalplans erfolgen.

Ein Bebauungsplan kann erst nach Änderung des Flächennutzungsplans aufgestellt werden. Der Änderungsbeschluss soll im September gefasst werden. Die Stadt prüft unterdessen die Voraussetzungen für eine Finanzierung des Industrieparks, was dem Gemeinderat im September vorgestellt werden soll. Soweit im Jahr 2018 Kosten entstehen, könnten diese durch überplanmäßige Grundstücksverkäufe gedeckt werden.

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