Giengen Geschichte und Gegenwart im Jahrbuch „Kaleidoskop“

Ein Prosit aufs neue, unterdessen siebte Kaleidoskop: (von links) Konrad Sturm, Dr. Alexander Usler, Oberbürgermeister Dieter Henle, Gaby Streicher, Ruth Faude und Wolfgang Thalesch.
Ein Prosit aufs neue, unterdessen siebte Kaleidoskop: (von links) Konrad Sturm, Dr. Alexander Usler, Oberbürgermeister Dieter Henle, Gaby Streicher, Ruth Faude und Wolfgang Thalesch. © Foto: Dieter Reichl
Giengen / Von Dieter Reichl 18.05.2018
Das aktuelle Jahrbuch schlägt in seinen informativen Beiträgen den Bogen von der Lutherzeit bis zur OB-Wahl im vergangenen Jahr. Mehr Beiträge aus der Vereinswelt sind erwünscht.

Ein fester Termin ist es längst, dass sich die Herausgeber des Jahrbuchs „Giengener Kaleidoskop“ vor Pfingsten im Büro des Oberbürgermeisters trifft, um die jeweils aktuelle Ausgabe des ehrenamtlich zusammengestellten und produzierten Werks zu präsentieren. So auch diesmal, zum ersten Mal mit Oberbürgermeister Dieter Henle. Dieser findet sich selbstverständlich auch in den Seiten wieder, war doch der Wahlkampf um den Chefsessel im Rathaus das kommunalpolitisch wichtigste Thema des vergangenen Jahres, an dem ein Jahrbuch natürlich nicht vorbei gehen kann.

Gaby Streicher seitens des Herausgeberteams stellt in ihrem Grußwort fest, 2017 sei ein Jahr gewesen, das geprägt war „von Abriss (Brücke über die Bahngleise), Aufbau (Ruine Kaltenburg), Abbau (von Schulden), von Abschied (OB Elser) und Ankunft (OB Henle).“ Kurzum: ein bewegtes Jahr für die Stadt ohne Mangel an Themen.

Geschichte und Gegenwart

Aufs neue findet sich im aktuellen Kaleidoskop Historisches, Aktuelles, Personalien, Berichte aus dem Sport, Statistisches, die Giengener Jahrgänge sowie die Vereine.

Bei letzterem allerdings hätten es die Herausgeber gern, wenn sich die örtlichen Vereine künftig mit eigenen Beiträgen stärker beteiligen würden. „Wir haben ein so aktives Vereinsleben, das spiegelt sich nicht so richtig wieder. Da wäre noch Luft nach oben“, sagte Gaby Streicher.

Ausführlich und informativ sind wie in den vergangenen Jahren die Beiträge, die sich mit der Historie Giengens beschäftigen. Dabei können die Herausgeber auf bewährte Autoren wie Walter Bosch oder Ulrich Stark bauen, aber auch Ernst Fetzer, Hermann Brender und Alexander Usler haben sich mit Geschichtlichem beschäftigt. Dabei geht es unter anderem und nicht immer bierernst um die Sitzordnung in der Kirche oder um die Frage, ob Luther in Giengen war.

Unter „Giengen aktuell“ findet sich vor allem der Wechsel im OB–Amt mit der Wahl von Dieter Henle zum neuen Oberbürgermeister und der Verabschiedung von Gerrit Elser.

Menschliches und Tierisches

Zu lesen ist aber neben dem großen Feuerwehreinsatz in Hürben oder der Sanierung der Kaltenburg auch Tierisches, nämlich der von Claudius-Michael Klatt verfasste Beitrag „Giengen und die Störche“. Dieses noch recht junge Phänomen war dem Kaleidoskop-Team auch ein ganzseitiges Farbfoto auf den Umschlagseiten wert. (Wer genau hinguckt, findet aber auch auf dem historischen Foto von der Marktstraße in Hermann Brenders Beitrag einen Storch).

Und natürlich wird in einem Beitrag von Franz Heger auch dem verstorbenen Oberbürgermeister Siegfried Rieg gedacht. Wer Statistisches schätzt, wird gut und unterhaltsam informiert auf den von Dr. Alexander Usler zusammengestellten zwei Seiten „Zahlen und Fakten“, mit zum Teil außergewöhnlichen Details, wie zum Beispiel wie viele Containerzüge im Terminal der BSH be- und entladen wurden – 300 nämlich. Oder wie lange in Giengen durchschnittlich eine Ehe währt – 16 Jahre.

So lässt sich's auch in diesem Jahr wieder unterhaltsam blättern und lesen, und natürlich gucken, wen man auf den Jahrgangsfotos wiedererkennt. Insgesamt eine Fleißarbeit, die OB Dieter Henle, der sich als studierter Historiker besonders für die geschichtlichen Beiträge interessiert, ausdrücklich lobte.

Er sagte, er hoffe dass diese Arbeit mit dem fortlaufenden Einblick ins Giengener Geschehen weiter fortgesetzt wird. Dies, so Gaby Streicher, ist zwar beabsichtigt, aber man müsse schon beobachten, ob sich das Kaleidoskop auch weiterhin trägt. „Zuspruch finden muss es schon.“

Ausgabe Nummer 7

Bereits zum siebten Mal erscheint jetzt zu Pfingsten das Jahrbuch Kaleidoskop. Es entsteht komplett ehrenamtlich ohne Gewinnabsichten, und kann überhaupt nur dank einer Spende finanziert werden. Das aktuelle Buch hat 114 Seiten, 300 Exemplare wurden gedruckt – Tendenz sinkend, auch weil die Gruppe der interessierten Leser, zumeist reiferen Alters, kleiner wird. Erhältlich ist es für acht Euro im i-Punkt neben dem Rathaus in der Marktstraße.

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