Giengen / Philipp Hruschka Zur Erhöhung der Einsatzfähigkeit werden zwei neue Fahrzeuge angeschafft. Beim Kauf eines Kommandowagens will man sich dabei mit Stadt und Kreis Heidenheim zusammentun.

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat einstimmig die Beschaffung zweier neuer Fahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Giengen beschlossen. Für die Einsatzabteilung Hohenmemmingen wird ein Gerätewagen Logistik der Firma Ziegler im Wert von rund 127 600 Euro beschafft.

Hintergrund ist, was im Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2016 zur Löschwasserversorgung festgehalten ist. Für die Stadtbereiche mit unzureichender Löschwasserversorgung werden laut Bedarfsplan „wasserführende Fahrzeuge sowie ausreichendes Schlauchmaterial“ benötigt. Dieser Vorschrift sollte mit der Anschaffung eines „Schlauchanhängers 1000 Meter“ nachgekommen werden. Zur Erhöhung der Flexibilität der Einsatzkräfte sowie zur Ergänzung der Einsatzmöglichkeiten wollte man diese Anschaffung in Form des nun beschlossenen Fahrzeugs machen.

Zuschlag für Ziegler

Wie Ordnungsamtsleiter Uwe Wannenwetsch berichtete, hatten zwei von drei angefragten Firmen ein Angebot abgegeben. Das der Albert Ziegler GmbH aus Giengen war das wirtschaftlichere. Für die Finanzierung sind Mittel aus dem Haushalt 2019 sowie Reste aus 2018 eingestellt.

Ebenfalls beschlossen wurde die Anschaffung eines neuen Kommandowagens für die Feuerwehrabteilung Giengen. Der Leiter der Wehr soll „zur Erledigung seiner Aufgaben und zur schnelleren Anfahrt“ über einen Kommandowagen verfügen, auch das hält der Bedarfsplan fest. Nun ist der aktuelle Wagen bereits 22 Jahre alt. Zudem werden auch der Landkreis Heidenheim, für den ab 2020 hauptamtlich beschäftigten Kreisbrandmeister sowie die Stadt Heidenheim, für den Leiter der dortigen Feuerwehr, einen solchen Kommandowagen beschaffen.

Sammelbestellung spart Geld

Aus diesem Grund soll die Beschaffung in Giengen bereits jetzt vorgezogen werden. Die Anschaffung war gemäß verwaltungsinterner Finanzplanung eigentlich erst für das Jahr 2020 vorgesehen. Nun erhofft man sich bei der Bestellung von drei baugleichen Fahrzeugen eine Kostenersparnis. Die voraussichtliche Lieferzeit für die drei Fahrzeuge liegt laut Ordnungsamt im Bereich von zehn bis zwölf Monaten

Ein bereits vorab eingeholtes Info-Angebot von 2017 für einen Audi Q5 ergab einen Betrag von 65 000 Euro für ein voll ausgerüstetes Fahrzeug. Ein weiteres, von der Verwaltung aktuell eingeholtes Angebot ergab einen Preis von rund 48 000 Euro, plus etwa 10 000 Euro für die funktechnische Ausrüstung. Welches Modell letztlich den Zuschlag bekommt, sei noch nicht entschieden. Dies teilte Uwe Wannenwetsch auf eine Zwischenfrage des Gemeinderats Jens Pfrommer (Unabhängige & Grüne) hin mit. Dieser hatte sich gefragt, ob ein Q5 nicht zu groß und entsprechend teuer sei, im Gegensatz etwa beispielsweise zu einem Q3.

Ebenfalls im Rahmen der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses wurde die Regelung der Kostenersätze für Leistungen der Giengener Feuerwehr aktualisiert. Die Stundensätze selbst ändern sich dabei allerdings nicht. Die Änderungen wurden notwendig wegen mehrerer Veränderungen im Fuhrpark: Vier Fahrzeuge wurden ausgemustert, ein Dekon Mehrzweckfahrzeug wurde Anfang des Jahres an die Gemeinde Hermaringen übergeben. Es kommen insgesamt vier neue Fahrzeuge hinzu, außerdem wurde die FW-Leiter durch die neue Drehleiter ersetzt.

Die Freiwillige Feuerwehr Giengen im Jahr 2018

170 Mal wurde die Feuerwehr Giengen im vergangenen Jahr 2018 alarmiert. 53 Mal wurde technische Hilfe geleistet, in 46 Fällen rückte die Feuerwehr zu Bränden aus. 27 Mal wurde die Giengener Wehr zur Überlandhilfe gerufen. 38 sonstige Einsätze sind verzeichnet, zwei Mal waren Tiere oder Insekten der Grund fürs Ausrücken. Vier Mal wurde die Feuerwehr vergeblich alarmiert. Bei allen Fehlalarmen waren Brandmeldeanlagen der Grund.

Von den 311 Mitgliedern der Feuerwehr sind neun Prozent weiblich. Allerdings verzeichnen die Einsatzabteilungen gleichzeitig nur vier Frauen, denen insgesamt 145 Männer gegenüber stehen. Hier beträgt der Frauenanteil also nicht einmal drei Prozent. Dagegen sind beim Spielmannszug zwölf von 29 Musikern weiblich und in der Jugendfeuerwehr sind elf Mädchen und 41 Jungen aktiv. sk