Giengen Kommentar: Zum Speeddating für Sconey-Mitarbeiter

© Foto: Christian Thumm
Giengen / Nadine Rau 06.09.2018
Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter und Oberbürgermeister Dieter Henle haben ein unkonventionelles Konzept umgesetzt, um Firmen und Fachkräfte zueinanderzubringen: Speeddating. Ein Kommentar dazu:

Eine Firma, in der die meisten Mitarbeiter für viele Jahre beschäftigt waren, muss Insolvenz anmelden. Nicht von heute auf morgen, aber doch sehr plötzlich verlieren diese Fachkräfte ihren Arbeitsplatz. Fachkräfte, die Familien versorgen müssen, die größtenteils schon älter sind und die in Giengen fest verwurzelt sind.

Sie alle brauchen jetzt einen neuen Job. Es sollte schnell gehen – und natürlich muss alles passen. Keiner will sich noch mal komplett neu orientieren, keiner künftig stundenlang zur Arbeit unterwegs sein müssen.

Einen solchen Job zu finden, ist sicher auch trotz des oft artikulierten Fachkräftemangels nicht gerade einfach. Umso lobenswerter war die Idee vom neuen Wirtschaftsförderer der Stadt Giengen, Sebastian Vetter, ein Speeddating zu organisieren.

Firmen und Fachkräfte auf diesem Weg direkt in Kontakt zu bringen, mag unkonventionell sein, hat aber seine Vorteile: Die Gespräche sind etwas lockerer als bei einem offiziellen Bewerbungstermin, man trifft auf Unternehmen, die man vielleicht selbst gar nicht auf der Agenda stehen hatte, obendrein kann man sich binnen einer Stunde gleich mehreren Unternehmern vorstellen. So schnell erhält man selten die Möglichkeit, direkt mit Abteilungsleitern oder gar Firmenchefs, die bei dem Speeddating zugegen waren, ins Gespräch zu kommen.

Plattform hat auch Tücken

Natürlich birgt diese Art Plattform auch Tücken. Am Anfang weiß keiner so recht, wie man sich eigentlich verhalten soll, es gibt nicht für jede Fachkraft ein passendes Angebot, vor allem nicht für Einzelfälle, die zum Beispiel eine Teilzeitstelle suchen. Das Gute aber ist, dass man nichts kaputtmachen kann – im schlimmsten Fall sind zwei Stunden vergeudet, mehr kann nicht passieren.

Oberbürgermeister Dieter Henle hatte in seiner Rede die Hoffnung verlauten lassen, der schwierigen Situation mittels dieser Veranstaltung positiv entgegenwirken zu können. Das war zwar ganz konkret am Dienstagabend noch nicht möglich, aber immerhin bot das Speeddating eine gute Gelegenheit für die Mitarbeiter von Sconvey, sich etwas zu orientieren. Vetter und Henle haben ihren Job hier sehr gut gemacht und in kürzester Zeit ein vernünftiges Angebot auf die Beine gestellt. Überdies ist es lobenswert, dass sich 17 Unternehmer die Zeit genommen haben, sich dort vorzustellen.

Hoffentlich gibt es in Giengen so schnell keinen Anlass mehr für eine solche Veranstaltung. Falls aber doch, könnte dieses Konzept auf jeden Fall wieder zum Tragen kommen.

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