Giengen Draufgeblickt (8): das Steiff-Museum in Giengen

Populäre Veranstaltungen bei Steiff gab es schon vor Jahren, mit dem Bau des Museums wurde aber ab 2005 nochmals eine ganz neue Seite aufgeschlagen.
Populäre Veranstaltungen bei Steiff gab es schon vor Jahren, mit dem Bau des Museums wurde aber ab 2005 nochmals eine ganz neue Seite aufgeschlagen. © Foto: Geyer-Luftbild
Giengen / Marc Hosinner 08.08.2018
Die im Juni 2005 eröffnete Steiff-Erlebniswelt bescherte Giengen eine Attraktion, die in der Region ihresgleichen sucht. Die Stadt hatte damals mitgezogen und das Umfeld neu gestaltet.

Ein ellipsenförmiges Bauwerk, mit einer Höhe von 13 Metern, unterteilt drei Ebenen, die insgesamt 2400 Quadratmeter Nutzfläche bieten: Als die Firma Steiff Anfang des Jahrtausends die Pläne für das heutige Steiff-Museum vorstellte, war die Begeisterung groß. Zumal das Zehn-Millionen-Euro-Projekt nicht, wie spekuliert worden war, an der Autobahn entstehen sollte, sondern am Fuße der Burgmauer auf dem Firmengelände.

Spatenstich für das futuristische Bauwerk, das an den Knopf im Ohr erinnert, war im März 2004 und das Ziel, im Juni 2005 Einweihung feiern zu können, durchaus ehrgeizig. Rechtzeitig zum neunten Steiff-Festival, gleichsam als Auftakt des Jubiläums „125 Jahre Spielwarenfabrik Margarete Steiff“ vorgesehen, sollte das neue touristische Aushängeschild in Betrieb gehen.

Den Entwurf hatte der renommierte Schweizer Architekt Andreas Ramseier geschaffen. „Zwischen den rechteckigen und funktionalen Bauten der Steiff-Fabrik und der Kleinmaßstäblichkeit der Bebauung entlang der Burgstraße passt als Verbindung am besten eine weiche und organische Form“, so der Architekt damals über seinen Entwurf.

Die künstlerische Beratung bei der Innengestaltung oblag bei Ulli Brée, Autor und Regisseur des Musicals „Teddy – ein musikalischer Traum“.

Als am 23. Juni 2005 der rote Teppich ausgerollt und das Band vor dem Rundbau durchschnitten wurde, sparten die Redner beim Einweihungsakt zurecht nicht mit Lob: Das neue Gebäude wurde als Juwel und Glanzlicht der Region gefeiert. Als „Meisterwek der Architektur“ bezeichnete etwa der Urgroßneffe von Firmengründerin Margarete Steiff, Friedhelm Steiff, den Bau, der zunächst als „Welt von Steiff“ vermarktet wurde. Der damalige Wirtschaftsminister des Landes, Ernst Pfister, meinte: „Die Firma setze ein Ausrufezeichen.“

Allenthalben gelobt wurde auch die Stadt Giengen. Sie verstand damals das Ansinnen von Steiff als Chance für tiefgreifende städtebauliche Veränderungen: Im September 2003 hatte der Gemeinderat grünes Licht für die Planung infrastruktureller Veränderungen gegeben.

Gesagt getan,: Mitte Juni 2005, wenige Tage vor der Eröffnung des Steiff-Museums, wurden der neu gestaltete Postberg und der Margarete-Steiff-Platz gefeiert.

1,2 Millionen Euro wurden investiert, um unter anderem den Postberg zur Fußgängerzone ohne Busspur zu gestalten und mit hoch aufragenden Leuchtkörpern zu versehen. Der Schwibbogenplatz wurde örtlich verlegt und in Margarete-Steiff-Platz umbenannt, der als Drehscheibe und Eingangspforte zur Stadt verstanden werden sollte. Als dominanter Blickfang dient seither auch der Brunnen mit beidseitigem Wasserspiel.

Geschaffen wurde darüber hinaus auch ein neuer Kreisverkehr an der Burgstraße, der die Einfahrt in den Parkplatz für das Museum ermöglicht.

Bis zu 200 000 Besucher

Mit 150 000 Besuchern jährlich war anfangs im Steiff-Museum gerechnet worden. Es sind aber deutlich mehr. Nach Angaben von Museumsleiterin Simone Pürckhauer kommen bis zu 200 000 Gäste aus aller Herren Länder, um sich die Geschichte von Frieda und Knopf auf der Suche nach 1000 Teddybären erzählen zu lassen. Das Museum hat an 361 Tagen im Jahr geöffnet. Ein beliebter Tag ist der Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober. Bei regnerischem Wetter stößt das Museum da schon mal an seine Kapazitätsgrenzen, die bei 1600 Gästen am Tag liegt.

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