Giengen Mehr Realschüler als Gymnasiasten in Giengen

Die ersten Tage des neuen Schuljahres sind schon geschafft. Insgesamt besuchen 2274 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die einzelnen Bildungseinrichtungen in der Stadt und den Teilorten.
Die ersten Tage des neuen Schuljahres sind schon geschafft. Insgesamt besuchen 2274 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die einzelnen Bildungseinrichtungen in der Stadt und den Teilorten. © Foto: Archiv/Joachim Bozler
Giengen / Marc Hosinner 12.09.2018
Die Robert-Bosch-Realschule ist jetzt mit 627 Schülern Spitzenreiter. Die Lehrerversorgung wird fast durchweg mit „zufriedenstellend“ bewertet.

Der Sommer ist noch da, aber die Ferien sind seit Montag bekanntermaßen vorbei. Jetzt ist wieder Hochbetrieb an den Bildungseinrichtungen in Giengen und den Teilorten.

Die Summe aller Schüler, die zum Schuljahresbeginn 2018/19 in den Grundschulen und den weiterführenden Schulen sowie der Förderschule in Giengen unterrichtet werden, ergibt die Zahl 2269 – im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr ein leichtes Minus. Die Statistik der Stadtverwaltung führt für 2017/18 insgesamt 2303 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf, die Unterricht in Giengen und Teilorten genossen.

War im zurückliegenden Schuljahr noch das Gymnasium die Einrichtung mit den meisten Schülern, ist es jetzt die Robert-Bosch-Realschule. „Wir haben mit 627 etwas mehr Schüler als im vergangenen Schuljahr, als 603 Schüler bei uns unterrichtet wurden“, sagt Rektor Dieter Opitz. 107 neue Fünftklässler – genauso viele wie zum Start 2017/18 – wurden auf vier Klassen verteilt. „Mit der Lehrerversorgung sind wir zufrieden“, so der Schulleiter.

Markus Kuhn, Rektor des Margarete-Steiff-Gymnasiums, stuft die Situation in Bezug auf die Lehrkräfte als „ordentlich“ ein. „Wir werden vom Schulamt auf den Punkt versorgt und können die Pflichtbereiche abdecken, aber nur wenige Arbeitsgemeinschaften anbieten.“ Insgesamt stehen jetzt 624 Schüler auf den Klassenlisten – 20 weniger als noch im vorangegangenen Schuljahr. 76 Anmeldungen gab es für die Klassenstufe fünf, sie werden nach Aussage Kuhns in drei G9-Klassen unterrichtet.

Jeweils zwei neue erste und fünfte Klassen wurden an der Bühlschule gebildet. „Das ist ordentlich“, so Rektorin Nicole Arndt. Die 46 Erstklässler, die am Samstag eingeschult werden, haben ihre Klassenzimmer im ehemaligen Kindergarten an der Danziger Straße. Insgesamt werden in den Klassenstufen eins bis vier 245 Kinder unterrichtet (2017/18: 251). In der Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule wurden 44 Fünftklässler begrüßt, insgesamt werden nach Angaben Arndts dort 318 Jugendliche (2017/18: 340 inklusive auslaufender Werkrealschule) auf den sogenannten Ernst des Lebens vorbereitet. „Die Lehrerversorgung ist in Ordnung. Wir können den Pflichtbereich abdecken und kommen da gut hin“, so Arndt. Für die schulische Kür, sprich Zusatzangebote, reiche die Versorgung allerdings kaum.

Freude über Turnhalle

Erfreut zeigt man sich in der großen Bildungseinrichtung in der Südstadt über die Fertigstellung der Turnhalle. „Das ist schön geworden“, so Arndt.

Pflicht und Kür: Diese beiden Begriffe werden auch von Michaela Muhsal, Rektorin der Lina-Hähnle-Schule und der Außenstelle Bergschule benutzt. Für das eine reiche es, für das andere eher nicht, weil die Lehrkräfte nur den erst genannten Bereich abdecken könnten. 278 Grundschüler sind auf die beiden Standorte verteilt (2017/18: 282). Leicht zulegen konnte die Lina-Hähnle-Schule in der Schwage mit jetzt 174 Schülern, statt 170 im vorangegangenen Schuljahr. 104 statt 112 Jungen und Mädchen sind's dagegen an der Bergschule. Eingeschult werden an der Außenstelle 27 Kinder, in der Schwage werden zwei Eingangsklassen mit je 23 Kindern gebildet.

„Wir sind nicht zufrieden“, so Helga Kinzler, Rektorin an der Grundschule Hohenmemmingen hinsichtlich der Lehrerversorgung. Sie habe eine angestellte Lehrerin quasi beknien müssen, ein Jahr später in den Ruhestand zu gehen. „Ohne diese Lehrkraft würde es schlecht aussehen“, so die Schulleiterin, die sich andererseits darüber freut, dass die Sanierung nach dem Brand abgeschlossen ist und in den Schulalltag damit Ruhe einkehren könne. 15 Erstklässler werden in Hohenmemmingen gezählt, insgesamt sind's 78 Schüler, vier mehr als im vorausgegangenen Schuljahr.

Dass die Grundschule Burgberg vor einem schwierigen Schuljahr steht, ist schon länger klar: Die Gesamtschülerzahl ist auf 18 gesunken, fünf davon sind Erstklässler. „Wir werden hoffentlich gut durchkommen, erfahren aber viel Unterstützung, auch von der Stadt“, so die kommissarische Schulleiterin Sabine Mader-Betzholz. Die Kinder würden zwar in einer Klasse unterrichtet, in den Kernfächern aber aufgeteilt.

Prognose stimmt zuversichtlich

„Wir stehen zu den Schulen in den Teilorten“, bekräftigte Oberbürgermeister Dieter Henle. Zuversichtlich stimmt, dass die Prognose fürs kommende Jahr besser ausfällt, dann wären mehr als zehn Anmeldungen für Erstklässler möglich.

In Hürben gestaltet sich die Situation rein von den Zahlen betrachtet ein wenig besser: 28 Schüler, darunter fünf Erstklässler, werden in zwei Kombi-Klassen an der Grundschule gelehrt.

An der Jakob-Herbrandt-Schule wird in fünf Klassen unterrichtet. Nicole Arndt hat an der Fördereinrichtung die kommissarische Schulleitung übernommen. „Bei der Lehrerversorgung sind wir an der Grenze“, so Arndt. 58 Schüler in diesem Schuljahr bedeuten ein leichtes Plus gegenüber 2017/18, als 53 Schüler in Räumen der Bergschule unterrichtet wurden.

Finanzielle Investitionen in Millionenhöhe stehen an

Ein Gutachten, das der Gemeinderat Ende 2017 in Auftrag gegeben hatte, soll bis Spätherbst Antworten liefern, wie es in den Kernstadtschulen räumlich und pädagogisch weitergehen soll. Klar ist: Finanzielle Investitionen in Millionenhöhe stehen an. Das Gutachten trägt den Arbeitstitel „Globales Raumkonzept für Kernstadtschulen, Phase null“. Es nimmt erstmals eine Gesamtbetrachtung des Margarete-Steiff-Gymnasiums, der Robert-Bosch-Realschule, der Bühlschule, der Jakob-Herbrandt-Schule und der Lina-Hähnle-Schule inklusive der Außenstelle Bergschule vor. Das Raumprogramm soll Grundlage für künftige Planungen, Baumaßnahmen und Ausschreibungen sein.

Zu klären wird unter anderem sein, ob ein Neubau oder eine Sanierung der Lina-Hähnle-Schule aus pädagogischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Für die Bühlschule ist zu klären, welche Rolle der Pavillon fünf künftig spielen soll.

Eine Raumkonzeption benötigt auch das Gymnasium, wo mittel- bis langfristig die Sanierung des 74er-Gebäudeteils ansteht. Klären soll das Gutachten auch die Angliederung der Jakob-Herbrandt-Schule.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel