St. Martin Einweihung der neuen Kindertagesstätte St. Martin in Giengen

Volles Haus im neuen Kindergarten St. Martin: Vertreter aus Politik und der katholischen Kirche waren ebenso anwesend wie der Architekt Uwe Kock. OB Gerrit Elser wünschte der Leiterin Ariane Eichkorn alles Gute.
Volles Haus im neuen Kindergarten St. Martin: Vertreter aus Politik und der katholischen Kirche waren ebenso anwesend wie der Architekt Uwe Kock. OB Gerrit Elser wünschte der Leiterin Ariane Eichkorn alles Gute. © Foto: Sabrina Balzer
Giengen / Joelle Reimer 16.09.2017
Die neue Kindertagesstätte für bis zu 95 Kinder direkt neben der Bühlschule wurde gestern eingeweiht – es war zugleich einer der letzten offiziellen Auftritte von Gerrit Elser als Giengens OB.

Kleine Steiff-Plüschtiere in Form eines Affen, eines Fuchses, eines Frosches und einer Giraffe – die Maskottchen, die Architekt Uwe Kock der neuen Kindertagesstätte St. Martin an der Heilbronner Straße zur offiziellen Einweihung gestern mitbrachte, hätten passender nicht sein können.

Freude bei den Kindern, die den Neubau bereits seit einem Monat mit Leben füllen, Freude beim Architekten, der mit einer Fotoshow stolz auf die zurückliegende, knapp eineinhalb Jahre lange Bauzeit zurück blickte, und vor allem Freude bei Oberbürgermeister Gerrit Elser, für den die Einweihung einer seiner letzten Termine als OB war.

„Wie heißt es so schön: Safe the best for last. Für mich ist es eine besondere Gelegenheit, meine letzten Amtstage mit der Einweihung des St.-Martin-Kindergartens begehen zu können“, so Elser, der zugleich seinen Nachfolger Dieter Henle, noch in der Rolle als Sozialdezernent vor Ort, begrüßte.

Neubau statt Sanierung

Die Entstehungsgeschichte der neuen Einrichtung reicht zurück bis ins Jahr 2007. Schon damals war eine Erweiterung des bestehenden Kindergartens St. Martin vorgesehen, wurde damals aber aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Stadt wieder zurückgestellt. „Und es hat sich gezeigt, dass ein Neubau auf dem Gelände der Bühlschule sehr viel wirtschaftlicher ist als eine Sanierung des alten Kindergartens. Ich freue mich sagen zu können, dass wir sogar unter den geschätzten Baukosten von drei Millionen Euro bleiben werden“, meinte Kock.

Der alte Kindergarten war marode, eine Lösung musste her – im Januar 2015 also der Beschluss zu einem Neubau, im November erfolgte der Spatenstich. War die Fertigstellung zunächst für April dieses Jahres angedacht, sorgte vor allem die schlechte Witterung 2016 für eine zeitliche Verzögerung – doch rechtzeitig zum Kindergartenjahr 2017/18 konnten die Räumlichkeiten genutzt werden. Insgesamt bieten die vier Gruppen Platz für 95 Kinder, zwei Gruppen davon sind altersgemischt für Kinder ab zwei Jahren. Gebaut wurde zweigeschossig und behindertengerecht auf rund 1000 Quadratmetern Nutzfläche, insgesamt gibt es 16 Räume plus zusätzlich Abstell- und Funktionsräume.

An dem Projekt beteiligt waren zwölf Planungsbüros und rund 30 Handwerker-Firmen – und optisch erinnert der Neubau doch sehr an das Familienzentrum Salztröge. „Das war ein Paradebeispiel. Und gute Dinge kann man gerne kopieren. St. Martin wurde also auf unseren Erfahrungswerten von der Salztröge aufgebaut“, so Elser.

Rund ein Drittel an Fördergeldern

Rund zwei Millionen Euro seien aus den Steuergeldern der Bürger finanziert worden: „Ein Kraftakt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir im Rahmen des Ausgleichsstocks vom Land 720 000 Euro bekommen haben“, so Elser. Auch die Förderung des Bundes im Rahmen der Kleinkindbetreuung in Höhe von 60 000 Euro und die Beteiligung der katholischen Kirche mit 90 000 Euro sei wichtig für die Realisierung des Projektes gewesen – weshalb auch Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter, die Landtagsabgeordneten Andreas Stoch und Martin Grath und Pfarrer Reiner Stadlbauer gestern nicht fehlten.

Letzterer machte dem Begriff der Einweihung alle Ehre und lief mit Leiterin Ariane Eichkorn durch die Räume, um sie zu segnen. Diese wiederum freute sich über die gelungene Eröffnung und brachte das mit Dankeskarten für die beteiligten Firmen und musikalischen Beiträgen der Kinder zum Ausdruck. Was nun mit dem alten Gebäude in direkter Nachbarschaft passiert, ist noch nicht klar. Elser sprach von anderweitiger Nutzung – „es schließt direkt ans Heilig-Geist an, vielleicht lässt sich da eine Lösung finden.“