Giengen Alte Kastanienbäume am Memminger Torplatz entfernt

Viele Jahre prägten drei große Kastanienbäume den Memminger Torplatz – weil sie beschädigt und ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, wurden jetzt zwei davon gefällt.
Viele Jahre prägten drei große Kastanienbäume den Memminger Torplatz – weil sie beschädigt und ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, wurden jetzt zwei davon gefällt. © Foto: Markus Brandhuber
Giengen / Dieter Reichl 14.03.2018
Aufgrund ihres hohen Alters mussten zwei prägende Bäume am Memminger Torplatz entfernt werden – sie werden durch Neupflanzungen ersetzt.

Wie bereits angekündigt, wurden jetzt die Baumfällungen rund um den Brunnen am Memminger Torplatz vorgenommen. Gestern rückten die Arbeiter an und entfernten zwei der drei stadtbildprägenden Bäume.

„Wir entfernen derlei Bäume nicht leichtfertig“, sagte Alexander Fuchs, Leiter des Tiefbauamts. Wohl wissend, dass Baumfällungen eine heikle Sache sein können und oftmals kritisch begleitet werden. Aber in diesem Fall blieb in zwei Fällen keine andere Wahl. Aufgrund ihres Alters waren diese Kastanienbäume so mitgenommen, dass ihre Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet war und auch die Gefahr bestand, dass Passanten durch herabbrechende Äste gefährdet werden. Zudem halten sich dort laut Fuchs auch oft spielende Kinder auf und es gibt eine Bushaltestelle an dieser Stelle.

Naturschutz schaut kritisch

Allerdings nimmt die Stadtverwaltungen derlei Baumfällungen nicht ohne Rücksprache und Absprache mit der Naturschutzbehörde im Landratsamt vor. Der Naturschutz wirft auch stets ein kritisches Auge auf derlei Maßnahmen, berichtet Fuchs. Und so wurden im vorliegenden Fall am Memminger Torplatz die Bäume extern begutachtet. Sie sind unterschiedlich alt, und der jüngste der drei – Fuchs schätzt ihn auf rund 40 Jahre – bleibt nach Absprache auch stehen.

Die beiden anderen Bäume, die gefällt wurden, sind deutlich älter. Fuchs sagt, ihm persönlich wäre es eigentlich lieber gewesen, man hätte in diesem Fall alle drei Bäume entfernt, um so mit Neupflanzungen ein gleich altes Ensemble zu schaffen – aber nachdem der dritte Baum noch in akzeptablem Zustand ist, bleibt dieser nun stehen.

Dass die Kastanien an dieser Stelle um den Brunnen herum und auch die ganz Planie hinauf das Stadtbild der Giengener Innenstadt prägen und entsprechend rücksichtsvoll behandelt werden, steht für Fuchs außer Zweifel. Dieser Charakter soll auch unbedingt erhalten bleiben. Im Einzelfall wird dann auch stets der Naturschutz eingeschaltet, auch wenn im Falle einer konkreten Verkehrsgefährdung ein Baum auch ohne Rücksprache gefällt werden darf. „Wenn Äste fallen, wird's gefährlich“, so Alexander Fuchs.

Keine Baumsatzung

Aber, auch das stellt Fuchs fest, die Stadt Giengen hat keine Baumsatzung, es gibt also im Umgang mit Bäumen keine klaren und eindeutigen Vorgaben. Und so setzt man eben auf Kooperation mit dem Naturschutz.

Eine zweite Baumreihe gibt es, die in Giengen jeder kennt, nämlich die Lindenallee auf dem Schießberg. Auch diese wird beobachtet, weil dort immer, und nicht nur zum Kinderfest, viele Menschen unterwegs sind. Aber weil auch diese Bäume sehr stadtbildprägend sind, käme das Tiefbauamt laut Alexander Fuchs nie auf die Idee, dort Fällungen ohne Rücksprache vorzunehmen.