Fusion Gärtnerei und Bauhof: Bald unter dem Dach einer großen Gesellschaft?

Der seit langem geplante Zusammenschluss von Gärtnerei und Bauhof ist erst einmal vom Tisch. Die Verwaltung plant eine noch größere Einheit – eventuell unter dem Dach der Stadtwerke.
Der seit langem geplante Zusammenschluss von Gärtnerei und Bauhof ist erst einmal vom Tisch. Die Verwaltung plant eine noch größere Einheit – eventuell unter dem Dach der Stadtwerke. © Foto: Fotos: Marc Hosinner/Markus Brandhuber/ Archiv
Giengen / Marc Hosinner 11.01.2018
Die geplante Zusammenlegung der Stadtgärtnerei und des Bauhofs reiche ist zunächst auf Eis gelegt. Die Verwaltung strebt eine Gesellschaft, möglicherweise unter dem Dach der Stadtwerke, an.

Rolle rückwärts: Aus der im Raum stehenden Verschmelzung der beiden Einrichtungen Stadtgärtnerei (beim Friedhof) und Baubetriebshof (in der Schwage) wird erst mal nichts. Weder funktional noch räumlich. Heißt: die etwa 30 Mitarbeiter in Diensten der Stadt werden weiterhin getrennt Hecken schneiden, Schnee räumen, Beete pflegen, Spielgeräte aufpeppen oder sich um Verkehrsschilder kümmern.

Dabei war die Fusion schon lange im Gespräch. Von der Zusammenlegung am Bauhof versprach man sich im Rathaus nicht zuletzt eine Verringerung des Verlustes, der bei den Einrichtungen aufgelaufen war und der sich zuletzt stark erhöht hatte. Zudem ging es darum, effektivere Strukturen zu schaffen.

Die Zusammenführung war auch eine von 26 Empfehlungen eines Organisationsgutachtens des Instituts für Management(IMAKA) für die Bereiche Bauhof/Gärtnerei/Friedhof. Ein solcher Schritt wurde für die Größe Giengens als sinnvoll erachtet.

Hohe Investitionskosten

„Mit der Zusammenlegung verbunden wären aber auch hohe Investitionskosten. Diese liegen bei 3,8 Millionen Euro“, so Oberbürgermeister Dieter Henle, der zudem betont, dass gleichzeitig die erzielbaren beziehungsweise erwünschten Effekte einer intensiven Prüfung nicht standhalten würden.

Wie also weitermachen? Zunächst wie bisher. Doch das soll für die Zukunft nicht der status quo bleiben: „Die Stadtverwaltung strebt eine größere, nützlichere und auch aus Sicht der Synergieeffekte sinnvollere Lösung an“, so der Rathaus-Chef. Geplant sei eine sogenannte Infrastrukturgesellschaft, etwa in Form eines kommunalen Betriebes, in Verbindung mit den schon bestehenden städtischen Eigenbetrieben Gebäudemanagement und Stadtentwässerung.

„Bereits während meines Wahlkampfes fanden Gespräche mit den Stadtwerken statt. Deren Geschäftsführer Tobias Koller hat großes Interesse bekundet, die Kompetenz der Stadtwerke mit einzubringen“, saht Henle. Letztlich könne ein derartiger Kommunalbetrieb mit der Einbringung weiterer Aufgaben für die Infrastruktur, wie zum Beispiel dem Straßenbau, in seinen Aufgaben abgerundet werden. Unter anderem bringe ein solcher Betrieb auch eine noch höhere Fahrzeugauslastung und mehr Effizienz.

Weitere Prüfung nötig

Von heute auf morgen lässt sich eine solch große Einheit aber nicht auf die Beine stellen: „Die steuerrechtliche und strukturelle Prüfung bedingt aber weitere Zeit“, so der Oberbürgermeister, der in der Zwischenzeit aber keinen Stillstand haben möchte.

„Daher sollen zunächst das Dach der Gärtnerei saniert und der Bauhof in der Interimsphase entsprechend Instand gehalten werden“, so Henle.

Erstes kurzfristiges Vorhaben war das Aufstellen eines Containers für die Trocknung der Kleider im Winter.

Schon 2004 ein Thema

Im Januar wird dem Gemeinderat vorgestellt, welche Handlungsempfehlungen aus dem IMAKA-Gutachten trotz der weiteren Prüfung bereits 2018 umsetzbar sind.

Die Fusion, so sie denn kommt, lässt also weiter auf sich warten. Bereits 2004 wurde viel über die Zusammenlegung gesprochen, auch eine kommunale Kooperation mit der Nachbarstadt Herbrechtingen war ernsthaft im Gespräch. Der Hintergrund damals: anvisierte Sparmaßnahmen. Das Thema wurde seinerzeit auf Eis gelegt. Es war damals von Hausaufgaben die Rede, die noch zu erledigen seien. Geplant war die Zusammenlegung dann für das Jahr 2006.

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