Giengen / RICARDA FLÄMIG  Uhr
Das Gebäude der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes ist in die Jahre gekommen. Jetzt wird angebaut und erweitert. Laut Plan will man 2013 fertig sein.

Ein guter Standort wurde längst gefunden, der Kran steht weithin sichtbar, und die Arbeiten in der Schwage laufen auf Hochtouren. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Giengen baut an.„Zeit wird's“, sagen die Betroffenen. Betritt man den Aufenthaltsraum der Rettungswache, wird augenblicklich klar, warum. Zwei Frauen und vier Männer tummeln sich in dem etwa zehn Quadratmeter großen Zimmer– sehr wenig Platz also.

„Das war kein Zustand mehr“, weiß Albert Tränkle, Präsident des DRK-Kreisverbandes. Die Mitarbeiter bräuchten genügend Platz und auch die Möglichkeit, um abzuschalten und um in Ruhe ihre Einsatzberichte schreiben zu können. Deshalb, aber auch weil es an getrennten sanitären Einrichtungen für Männer und Frauen fehlt, unddarüber hinaus die Garage für die Fahrzeuge zu klein wird, wurde ein Anbau zwingend notwendig.

Dieser soll Mitte bis Ende 2013 fertig sein. Das Fundament steht bereits. Problematisch: Der Baugrund an der Schwage, gleich neben dem bestehenden DRK-Gebäude, liegt nah an der Brenz, der Untergrund ist deshalb nicht sonderlich stabil. Zur besseren Tragfähigkeit wurden 14 Meter lange Stahlpfähle in den Boden gebohrt. In den kommenden Tagen werden sogenannte Fertigteilstützen angeliefert, die das Obergeschoss tragen sollen. Auch die Bodenplatte soll noch in diesem Jahr betoniert werden.„Jetzt sind wir am wichtigsten Teil des Gebäudes. Taugt das Grundgerüst nichts, fällt uns am Ende alles zusammen“, scherzt Tränkle.

Ernster wird er, als erüber die Kosten des Neubaus spricht. Rund eine Million Euro wird investiert. Ein Batzen Geld für den gemeinnützigen Verein. Mit 320 000 Euro bezuschusst das Land Baden-Württemberg das Projekt, die restliche Summe wird über eigene Finanzierungen und Spendengelder gestemmt.

Bislang befindet man sich zeitlich voll im Soll. Um den straffen Zeitplan einzuhalten, arbeiten die Handwerker, die ausschließlich aus Unternehmen aus der Region stammen, im Akkord, und das bis kurz vor Weihnachten. Eine lange Winterpause soll es nicht geben.„Nach den Feiertagen geht es sofort weiter“, sagt Tränkle, der dann auf gutes Wetter hofft.

Weniger Sorgen haben da schon der stellvertretende Leiter der Giengener Rettungswache, Jens Hofele, und sein Team. Dieüber zehnköpfige Crew freut sich insbesondere über die neuen Möglichkeiten, die der Neubau bieten wird. Neben fünf zusätzlichen Garagenstellplätzen– momentan gibt es zwei für drei Fahrzeuge–, werden auch die so dringend benötigten neuen Aufenthaltsräume sehnlichst erwartet.

Und auch den Menschen, die in Notsituationen stecken und auf die Hilfe des DRK angewiesen sind, kommt der Erweiterungsbau zugute. Denn die Wege der Retter zu ihren Einsatzfahrzeugen werden in naher Zukunft kürzer sein.„Bislang sind die Sanitäter und Fahrer im Erdgeschoss untergebracht, der Notarzt aber hat sein Zimmer eine Etage weiter oben“, erklärt Hofele. Diese Trennung koste Minuten– lebenswichtige Minuten. Aber nicht mehr lange.