Giengen / HZ Wenn es in Giengen und Umgebung brennt, werden Mitglieder der Wehr des Unternehmens Ziegler unter der Woche die Freiwillige Feuerwehr bei Einsätzen unterstützen.

Eine Initiative der Albert Ziegler GmbH im Herbst vergangenen Jahres mündete nun in eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Unternehmen und der Stadt Giengen.

Die Firmenleitung hatte eine Umfrage unter ihren Beschäftigten gestartet. Sie sollte klären, welche der bei Ziegler beschäftigten Feuerwehrleute im Ernstfall Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Giengen unterstützen würden, um so deren Tagesverfügbarkeit zu stärken.

Hintergrund sei, so Ordnungsamtsleiter Uwe Wannenwetsch, dass abends und am Wochenende die Verfügbarkeit der Freiwilligen Feuerwehr mit etwa 150 Kräften gut sei. „Tagsüber aber arbeiten viele davon im weiteren Umkreis und können dann beim besten Willen nicht schnell vor Ort sein.“, so Wannenwetsch.

Fünf Kollegen haben sich nun aktiv bereit erklärt. Im Falle eines Einsatzes werden sie mit einem Fahrzeug der Werkfeuerwehr zur Feuerwache gebracht. Daraus ergibt sich ein wichtiger Zeitvorteil: Fahrer und Fahrzeug stehen bereit, eventuell lange Wege zum Privatfahrzeug entfallen. Sämtliche organisatorische Details, unter anderem die Alarmierung der Werkfeuerwehr, Mitarbeiter- und Haftungsfragen sind in der Kooperationsvereinbarung geregelt. Bei einem gleichzeitigen Einsatz auf dem Werksgelände bleibt die Präsenz der Werkfeuerwehr sichergestellt, da noch ausreichend Mitarbeiter der Albert Ziegler GmbH dem Team der Werkfeuerwehr angehören.

„Wir bedanken uns für dieses großartige Engagement“, freute sich Oberbürgermeister Dieter Henle bei der Vertragsunterzeichnung gemeinsam mit der Ziegler-Geschäftsführung und den Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr (siehe Bild unten auf dieser Seite).

„Die Firma Ziegler geht damit weit über das hinaus, was sie als Arbeitgeber hinsichtlich der Freistellung von Feuerwehrleuten tun müsste. Gleichzeitig gewinnen wir professionelle Feuerwehrleute für unser Einsatzteam, die hier in Giengen arbeiten und die das Thema aufgrund ihrer beruflichen Ausrichtung auf besondere Weise leben“, so das Stadtoberhaupt.

Der Feurwehrausstatter Ziegler ist ein Giengener Traditionsunternehmen und blickte 2016 auf eine 125-jährige Firmengeschichte zurück. Nach der Insolvenz 2011 übernahm der chinesische Konzern CIMC das Unternehmen, das sich von der Schlauchweberei zum Global Player entwickelt hat. Seit dem Einstieg der Chinesen ist das Geschäft von Wachstum geprägt. Am Standort Giengen werden etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt.

Werkfeuerwehren auch bei Steiff und BSH

In Giengen gibt es neben der Werkfeuerwehr bei Ziegler auch eine solche Einheit bei den Unternehmen Steiff und BSH. Werkfeuerwehren müssen neben den allgemeinen Brandschutzaufgaben auf die jeweiligen betrieblichen Risiken eingestellt sein, sind also spezialisiert auf die Einsätze, die im Betrieb zu erwarten sind. Hauptaufgabe ist, dass der Brandschutz jederzeit sichergestellt ist. Eine Werkfeuerwehr kann entweder gesetzlich angeordnet oder freiwillig eingerichtet sein.

Im Kreis Heidenheim gibt es insgesamt sieben Werkfeuerwehren mit derzeit mehr als 150 Angehörigen - darunter etwa zehn weibliche liche Kräfte. Neben Giengen sind diese beispielsweise noch in Heidenheim bei Hartmann, Voith und Epcos. nr