Giengen Giengener Köpfe (90): Lieselotte Banzhaf sieht Ehrenamt als Chance

Urkunden, Mitgliedsausweise, Programmhefte, sogar ein Buch – Lieselotte Banzhaf blättert sich durch ihre Ehrenämter in den vergangenen Jahren.
Urkunden, Mitgliedsausweise, Programmhefte, sogar ein Buch – Lieselotte Banzhaf blättert sich durch ihre Ehrenämter in den vergangenen Jahren. © Foto: Nadine Rau
Giengen / Von Nadine Rau 23.01.2019
Lieselotte Banzhaf aus Hohenmemmingen gibt Sportkurse und leitet die Landfrauen. Sie liebt ihre Heimat und will alles dafür tun, dass dort etwas geboten ist.

„Eigentlich bin ich kein Giengener Kopf, sondern ein Hohenmemminger Kopf“, stellt Lieselotte Banzhaf zu Beginn des Gesprächs richtig. Zwar sei sie im Giengener Krankenhaus geboren und arbeite bereits seit 30 Jahren für die Stadt, doch im Herzen sei sie eine „waschechte Hohenmemmingerin“ – eine, „die sich eigentlich lieber zurückhält“.

Doch wie das so ist, wenn die Zeitung klingelt, muss man eben von allem erzählen, was man bis dato bereits erlebt und erreicht hat. Und in ihren (fast) 50 Lebensjahren kommt bei Lieselotte Banzhaf einiges zusammen. „Wenn man selbst nichts macht, wäre hier im Ort ja sonst nichts los“, betont Banzhaf.

Kassiererin mal zwei

Bereits in jungen Jahren hat Banzhaf das Ehrenamt gepackt und sie hat die Kinderkirche in Hohenmemmingen gestaltet. Später wurde sie dann Teil der Landjugend. 1987, das verrät ihr ein alter Mitgliedsausweis, ist sie eingetreten – das Jahr, in dem sie auch ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Giengen begonnen hat.

Bald war sie sowohl bei der Stadt als auch bei der Landjugend als Kassiererin für die Zahlen zuständig, bis vor sechs Jahren hatte sie dieses Amt bei der Stadt auch nach wie vor inne.

„Ich habe aber nach 25 Jahren die Schreibtisch-Seite gewechselt und arbeite seitdem als Kassenverwalterin“, erklärt sie. Bei der Landjugend indes war ihre Zeit als Kassiererin weit schneller vorbei, denn für die Jugend sei man irgendwann schlicht zu alt.

In Hohenmemmingen aber macht das nichts aus. Wer aktiv sein will, hat genug Möglichkeiten – Banzhaf trat nach der Landjugend den Landfrauen ein. Wieder ein Blick auf den Mitgliederausweis: Seit 1997 ist sie Teil der momentan 88-köpfigen Gruppe. Viele Jahre fungierte sie als stellvertretende Vorsitzende, seit 2013 steht sie den Landfrauen vor.

Obwohl sie diese Aufgaben sehr gerne erfüllt, hatte sie in der Zeit davor zumindest noch mehr Luft für andere Dinge. Hier seien etwa das Buch über Hohenmemmingen, für das sie das Layout gestaltet, oder aber die vielen sportlichen Lehrgänge genannt, die sie besucht hat. Über die Jahre qualifizierte sie sich immer weiter, allein im vergangenen Jahr leitete Banzhaf 151 Stunden lang Sportgruppen.

Ihre Laufbahn in Sachen Sport nahm schon bei der Landjugend ihren Anfang. Schon damals habe sie Sportkurse gegeben und Volleyball gespielt – etwas, das sich bis heute gehalten hat. „Es ist so schön zu sehen, dass die Dinge, die wir angefangen haben, heute noch weitergehen“, freut sich die Hohenmemmingerin.

Schnell hat sie auch bei den Landfrauen die Gymnastikgruppe übernommen, durfte ihre Kursleiter-Scheine entweder über den Landfrauenverband, die Stadt Giengen oder später den RSV-Sportverein absolvieren. Sie eignete sich Wissen für immer mehr Kurse an, ob über das Herz-Kreislauf-System, den Rücken oder Trittsicherheit im Alter.

Sport als Ausgleich zum Büro

„Das ist mein Ausgleich fürs viele Sitzen im Büro“, begründet Banzhaf ihren Elan. Dennoch gelte es, sich manchmal auch zu bremsen: „Zu sehr darf ich mich nicht verzetteln.“ Bereut, das hört man jedem ihrer Worte an, hat sie es aber noch nie, dass sie ständig so aktiv ist. „Ich bin von einem ins andere gerutscht“, sagt sie lachend. Wenn sie doch einmal Ruhe brauche, begebe sie sich einfach auf Wandertour.

Wichtig ist Lieselotte Banzhaf vor allen Dingen eines: „Das Ehrenamt ist eine große Chance. Ich kann es jedem nur empfehlen, etwas zu gestalten“, rät die 49-Jährige.

Ihr selbst gehen die Ideen nicht aus. Ein zweites Buch über alte Ansichten von ihrer Heimat Hohenmemmingen schwirrt ihr schon lange im Kopf herum – jetzt braucht sie nur noch die Zeit dazu.

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