Giengen Spielplatz und Kneipp-Becken? Das sind die Pläne für die Brenz

Die Brenz soll erlebbarer werden – an beiden Uferseiten. Beim Entenrennen jedenfalls ist schon viel geboten.
Die Brenz soll erlebbarer werden – an beiden Uferseiten. Beim Entenrennen jedenfalls ist schon viel geboten. © Foto: Archiv/Sabrina Balzer
Giengen / Marc Hosinner 13.02.2018
Der Namenszusatz zu Giengen soll Programm werden. Das Ufer des Gewässers soll zum Sinnesgarten für Jung und Alt und durchgängig nutzbar werden.

Maßgeblich für die Stadtentwicklung war die Brenz früher – als Antriebskraft für Mühlen etwa. Städtebaulich hat der Fluss, der sich heute auf einer Länge von 1250 Metern durch Giengen durchzieht, über längere Zeit ein Schattendasein geführt. Der heutige, begradigte Verlauf der Brenz ist Ergebnis umfangreicher Korrekturen, beispielsweise wurden Arme trocken gelegt.

Mit dem Ausbau des Flusses wurde die Gefahr von Hochwasser verringert, was einerseits zu einem Verlust an ökologischer Vielfalt geführt hat, andererseits wurde der Öffentlichkeit ein direkter Zugang zum Ufer geschaffen – auf der nördlichen Seite ist der Uferweg ein gut frequentierter Spazierweg. Eine vollständige Durchgängigkeit ist aber nicht gegeben. Das soll sich ändern.

Ziel: Erweiterung der Innenstadt in die Flusslandschaft

„Als Generationen übergreifender Meilenstein soll sich der Brenzuferweg mit Sinnesgarten für Jung und Alt präsentieren. Der Name Giengen an der Brenz ist Programm. Ziel ist eine Erweiterung der Innenstadt in die Flusslandschaft hinein“, so Oberbürgermeister Dieter Henle. Es soll eine durchgehende, den Fluss begleitende Fuß- und Radweg-Verbindung entlang der gesamten Brenz in der Stadt geschaffen werden.

Mit wenigen gezielten Vorhaben – so die Sicht der Stadtverwaltung – lasse sich die Brenz so integrieren, dass sie keine Trennlinie mehr darstellt, sondern zu einer erlebbaren Bereicherung der Innenstadt wird. Die Voraussetzungen seien gut, mit der Margarete-Steiff-Brücke, der Spitalbrücke und der Bleichebrücke würden bereits wichtige Verbindungsglieder zwischen den Ufern bestehen. Mit relativ geringen Mitteln könne das bestehende Wegenetz so ausgebaut werden, dass ein Wechsel zwischen den Ufern möglich werde.

Zunächst drei Bausteine

Aus einer ganzen Reihe von Möglichkeiten, die Brenz erlebbarer zu machen, sollen zunächst drei Bausteine in den Blickpunkt rücken: Oberste Priorität hat die Grünfläche gegenüber dem Skulpturenpark. Sie ist städtisches Eigentum und kann nach Rathaus-Sicht aufgewertet werden. Der Seniorenrat hat hierfür ein Kneipp-Becken vorgeschlagen. Mit einer leichten Gelände-Modellierung und dem Einbau zusätzlicher Sitzmöglichkeiten ließen sich die Lärmbelästigungen durch die Bahnhofstraße mindern.

An zweiter Stelle einer Prioritätenliste steht eine kleine kommunale Grünfläche am Durchgang zur Biberstraße. Der Bebauungsplan sieht hier einen Spielplatz vor, der aber nur schwer zu realisieren sei. Eine Aufwertung könne jedoch schon durch das Aufstellen von Sitzbänken erfolgen.

Der Fußweg soll ausgebaut werden

Als drittes Vorhaben schlägt die Verwaltung den Ausbau des nahe zur Bebauung gelegenen Fußwegs in der Bleiche vor. Dieser ist auch im Bebauungsplan vorgesehen, aber noch nicht realisiert.

Für diese drei Vorhaben bedarf es einer Entwurfsplanung, für die 10 000 Euro ausreichend sein dürften. Viele weitere Möglichkeiten, die Brenz erlebbarer zu machen, setzen Kaufverhandlungen oder zumindest erhebliche Abstimmungen mit Behörden voraus.

Der Gemeinderat hat der Idee der Erweiterung der Innenstadt in die Flusslandschaft hinein grundsätzlich zugestimmt. Das Rathaus wurde beauftragt, die Rahmenbedingungen wie Kosten, eine mögliche Zeitschiene oder Fördermöglichkeiten zu untersuchen. Im Sommer dieses Jahres soll der Rat dann über die Umsetzung des Konzeptes entscheiden.