Arbeiten Die Arbeiten zur Sicherung des Felsens in Hürben haben begonnen

Hürben / Marc Hosinner 15.09.2017
Mit dem Entfernen von Bewuchs haben die Arbeiten am Felsen in Hürben begonnen. Die Straße bleibt auch nächste Woche noch gesperrt.

Zwei voll beladene Container mit Gehölz und Grünzeug stehen an der Giengener Straße in Hürben und warten auf den Abtransport. Gut drei Tage nach dem Beginn der Arbeiten zur Sicherung des Felsens an der Ortsdurchfahrt sind am Gestein schon einige kahle Stellen zu erkennen, an denen zuvor Efeu rankte oder sich Wurzeln entlang schlängelten.

„Am Felsen haben wir vor allem Probleme im oberen Bereich mit stark überhängenden Partien. Die Gefahr besteht, dass die Überlagerungen sich trennen und Felsbrocken auf die Straße stürzen“, sagt Andreas Menzel vom Planungsbüro für Geotechnik bei Tübingen, unter deren Regie die Arbeiten unterhalb des Friedhofes ausgeführt werden.

Gefährlicher sei starker Bewuchs am Felsen deshalb, weil dieser einen enormen Wurzeldruck mit sich bringe. „Die Wurzeln von kleinen Bäumen und von Efeu wachsen in Fels-Fugen und können einzelne Teile quasi sprengen“, so der Ingenieur.

Einsatz von Spritzbeton

Der erste Schritt zur Sicherung ist also die Entfernung von Bewuchs. Ist das geschehen, sieht das Konzept vor, überhängende Partien mit einem sogenannten Spritzbetonband zu versehen. „Damit ist gutes Modellieren am Felsen möglich. Wir wählen diese Methode, weil wir da oben nicht ausschalen können“, so der Experte. Mit der Anwendung von Beton allein ist es aber nicht getan: Zum Einsatz kommen zudem Stahlnägel, die zwischen drei und fünf Meter lang sind und einen Durchmesser von 32 Millimeter haben. Die Nägel werden in Löcher mit einem Durchmesser von 80 Millimetern getrieben und anschließend wird der Rest mit Beton aufgefüllt.

„Wir werden sicherlich noch diese und nächste Woche am Felsen beschäftigt sein. Die Straße wird daher gesperrt bleiben“, sagt Menzel.

Erst der Felsen, dann die Mauer

Erst wenn die Arbeiten am Felsen erledigt sind, wird die Sanierung der Mauer unterhalb des Friedhofes beginnen, aus der ein Stück herausgebrochen und mit etwas Glück nicht auf die Straße gestürzt war. Dieser Vorfall war sozusagen der Stein des Anstoßes für Untersuchungen, die nun in die Sanierung und Sicherung mündeten.

„Der Ausbruch an der Mauer, die denkmalgeschützt ist und zu einer Ruine gehört, wird geschlossen und Steine werden neu versetzt., um Stabilität zu erzeugen. Zudem wird in das Mauerwerk Zement injiziert“, sagt Menzel. Geplant war, die Sicherung bis Ende Oktober abzuschließen. „Es kann aber auch Mitte November werden. Wir müssen schauen, wie wir voran kommen“, so Ingenieur Menzel.