Giengen / Marc Hosinner  Uhr
Der letzte große öffentliche Auftritt des Stadtkapellmeisters und des Blasorchesters wartete in der gut besuchten Walter-Schmid-Halle mit einigen Besonderheiten auf. Dazu zählte nicht nur der die Sopranistin Theresa Romes.

Lang anhaltender, im Stehen dargebrachter Applaus und „Bravo“-Rufe: Diese Form der Anerkennung gab es seitens der etwa 400 Gäste am Samstagabend in der Walter-Schmid-Halle gleich mehrfach. Angesichts der dargebotenen Leistungen und in Anbetracht der Besonderheiten, mit denen das Herbstkonzert des Musikvereins Stadtkapelle aufwartete, war der Beifall aber nicht verwunderlich.

Die Herbstkonzerte an sich stellen schon den Höhepunkt des Musik-Jahrs des symphonischen Blasorchesters dar. Eine ganz besondere Note bekam der Auftritt des Klangkörpers darüber hinaus, weil letztmals der seit fast 30 drei Jahrzehnten als Stadtkapellmeister den Taktstock schwingende Edgar Bürger vor großem Publikum zu erleben war. Um es vorweg zu nehmen: Bürger trat beeindruckend und gleichwohl bewegend von der großen Bühne ab.

Der Stadtkapellmeister, der bis zum 31. Dezember nur noch eher kleinere Auftritte haben wird, hatte mit seinem Blasorchester für das große Abschiedskonzert eine gelungene Mischung an Stücken zusammengestellt, die hervorragend dargeboten wurden. Erneut wurde deutlich, welch programmatische Vielfalt die Stadtkapelle – gespickt mit vielen jungen Musikern – bieten kann.

Klassik und Moderne

Klassische und moderne Stücke wurden im ersten Teil des Abends geboten, wobei auch eine Premiere geboten wurde: Erstmals trat beim Herbstkonzert als Solistin eine Sopranistin auf. Therese Romes aus Sontheim gab Arien aus der Feder von Giacomo Puccini, George Gershwin und Franz Lehar im wahrsten Sinne des Wortes zum Besten. Auch für sie gab es – zurecht – viel Applaus. Sologesang und Blasorchester: eine äußerst gelungene Symbiose.

Doch auch die Stadtkapelle alleine war in schöner Spiellaune, was beispielsweise bei „Lord of the dance“ von Roman Hardiman besonders zum Ausdruck kam.

Bevor der zweite zweite Teil des Konzerts intoniert wurde, gab es eine weitere Besonderheit: Bürger selbst – sonst in dieser Form nicht üblich – ergriff das Wort. Mit etwas belegter Stimme sagt er: „Ich habe es in all den Jahren als großes Glück empfunden, wenn die Konzerte gut besucht waren. Ich bin überzeugter Bayer, war aber immer gerne in Giengen, wo ich sehr gut aufgenommen wurde.“

Märsche und Zapfenstreich

Nach drei Märschen – darunter der bayerische Defiliermarsch – stand zum eigentlichen Abschluss der Große Zapfenstreich auf dem Programm. „Man könnte jetzt auf die Idee kommen, ich würde mir den selber widmen, doch für so bedeutend halte ich mich nicht“, so der scheidende Stadtkapellmeister.

Nach Zapfenstreich mit Nationalhymne – in der Walter-Schmid-Halle natürlich ohne Fackeln dargeboten – kommt eigentlich nichts mehr. Diesmal gab's jedoch eine Zugabe. Es war eben ein besonderer Abend.