Giengen / Marc Hosinner Die Bildungseinrichtung kooperiert seit einem Jahr mit Vereinen aus dem Kreis. Das Zwischenfazit fällt überaus positiv aus. Die Schärfung des Sportprofils schreitet damit weiter voran.

Sport-Karussell: So lautet der Name eines Programms an der Gemeinschaftsschule in der Südstadt, für das vor einem Jahr der Startschuss fiel. Mittlerweile hat das Karussell gehörig Fahrt aufgenommen und dreht sich enorm.

Darum geht's: Die Schule kooperiert mit Vereinen aus dem Landkreis. Als Arbeitsgemeinschaft ist das Sport-Karussell Teil des Ganztagesangebots. Jeder Verein deckt drei Termine ab, dann ist der nächste an der Reihe. Begonnen wurde mit zehn Vereinen, jetzt sind es schon 13, wobei allein die TSG Giengen mit fünf Abteilungen vertreten ist. Angeboten werden beispielsweise Reiten, Leichtathletik, Baseball oder Fußball.

Die Sportlehrer hatten und haben das Bedürfnis, die Zusammenarbeit mit Vereinen zu intensivieren und den Schülern mehr anzubieten, als im regulären Sportunterricht möglich ist. Die Erfahrung: Je älter die Schüler sind, desto schwieriger sei es, sie zu Sport und Bewegung zu motivieren.

Zertifizierter Sportschwerpunkt

Sport ist an der Gemeinschaftsschule in den Grundpfeilern verankert. Die Bühlschule hat sich ein Sportprofil auf die Fahnen geschrieben und wurde 2016 als „weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ zertifiziert.

Begonnen wurde mit zwei sogenannten Schienen mit je 15 Schülern. Mittlerweile sind wir bei drei Sport-Schienen angekommen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Tim Schlichenmaier. Hinzu kommt eine vierte Schiene, die den Kunst- und Musikbereich abdeckt.

Angeboten wird die Arbeitsgemeinschaft jetzt in der sechsten und siebten Klasse. Auf der einen Seite sollen nicht nur die Sportarten in den Blickpunkt rücken, sondern es soll auch den Vereinen die Möglichkeit geboten werden, neue Mitglieder zu bekommen. So mancher Schüler habe, so Rektorin Nicole Arndt, aus unterschiedlichen Gründen keinen Zugang zu Vereinen und deren Angebot gehabt. Mit dem Sport-Karussell könne sich dies ändern.

Die Schule zieht nach einem Jahr Praxis ein durchweg positives Fazit: „Das ist richtig spannend“, so Arndt. Die Kinder würden das Angebot, sei es vom Turnverein oder von den Schützen, annehmen und oft fragen, welche Sportart als Nächstes beschnuppert werden kann.

Talente entdeckt

Auch die Vereine berichten davon, dass die Jungen und Mädchen mit großem Spaß bei der Sache sind. Zudem habe man das ein oder andere Talent entdeckt. „Es ist sehr erfreulich, mit welchem Elan die Vereine und ihre Mitglieder an den Nachmittagen bei der Sache sind“, so die Rektorin.

Mittlerweile ist die Organisation der einzelnen Schienen mit viel Aufwand verbunden. Zudem fallen auch Kosten, etwa für Fahrten an. Die Schule ist deshalb froh, dass sie die AOK gewinnen konnte, mit einzusteigen. Die Gesundheitskasse beteiligt sich mit 6500 Euro und sieht sich auch als Koordinator. „Die ganzheitliche Herangehensweise und den motivierenden Faktor des Programms finden wir sehr gut“, so Kathrin Winkler, bei der AOK im Gesundheits-Management tätig. Das „tolle Projekt“ trage zur Gesundheitsförderung und zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

Und das soll auch so weitergehen: Das Programm soll fester Bestandteil im Angebot der Schule bleiben. Die Schule nimmt in Baden-Württemberg mit ihrem Angebot nach wie vor eine Vorreiterrolle ein. „Eigentlich kann man das nur zur Nachahmung empfehlen“, so Schlichenmaier.

Pädagogische Hochschule Weingarten begleitet das Programm

Das Sport-Karussell der Bühlschule hat auch das Interesse der Pädagogischen Hochschule in Weingarten geweckt. Die PH wird das Programm wissenschaftlich begleiten.

Sportwissenschaftler Prof. Stefan König beschäftigt sich an der Hochschule unter anderem mit Studien zur Entwicklung motorischer, technischer und taktischer Fertigkeiten und Fähigkeiten. Er und Mitarbeiter seines Lehrstuhls machen sich jetzt an die Arbeit und wollen die Ergebnisse im kommenden Frühjahr vorstellen - auch im Giengener Gemeinderat.

Finanziert wird die Untersuchung von der DLRG. Wie Kai Zaske von der Ortsgruppe Giengen, die selbst Teil des Sport-Karussells ist, erklärt, habe die Arbeit mit den Schülern beim Landesverband großes Interesse geweckt. Es sei von großem Interesse, wie es gelingen kann, über derlei Angebote neue Mitglieder zu gewinnen“, so Zaske. Deshalb werden vom Landesverband 7500 Euro beigesteuert