Reparatur Brunnenbüble bekommt eine Not-OP im Jubiläumsjahr

Weil die Leitungen marode sind und deshalb kein Wasser aus den Düsen des Brunnens am Memminger Torplatz sprudelt, sind Mitarbeiter der Stadt und der Firma Bantel gerade dabei, das Bauwerk zu sanieren. Das Flöten spielende Brunnenbüble samt Kugel soll schon Anfang nächster Woche wieder an seinem angestammten Platz stehen.
Weil die Leitungen marode sind und deshalb kein Wasser aus den Düsen des Brunnens am Memminger Torplatz sprudelt, sind Mitarbeiter der Stadt und der Firma Bantel gerade dabei, das Bauwerk zu sanieren. Das Flöten spielende Brunnenbüble samt Kugel soll schon Anfang nächster Woche wieder an seinem angestammten Platz stehen. © Foto: moh
Marc Hosinner 07.06.2013
Oh Schreck, das Flöte spielende Brunnenbüble ist (schon wieder) weg: Diesmal wurde die Figur aber nicht gestohlen, sondern wegen Reparaturarbeiten für kurze Zeit nur zwischengelagert.

Lediglich ein kleines Rinnsaal kam – nicht mal aus der Hälfte der Düsen – am Memminger Torplatz, als vor kurzem nach der Winterpause das Brünnlein wieder angestellt werden sollte. Weil der Brunnen ordentlich sprudeln und nicht nur müde vor sich hintropfen soll, wurde seitens der Stadt natürlich Ursachenforschung betrieben.

Zumal in diesem Jahr ein Jubiläum ansteht: Ende August wird das inzwischen zu einem kleinen Wahrzeichen gewordene wasserspeiende Bauwerk 75 Jahre alt. Die feierliche Einweihung des von Bildhauer Brüllmann aus Stuttgart geschaffenen und von Frau Kommerzienrat Lina Hähnle – auch oder besser bekannt als Vogelmutter – gestifteten Brunnens auf dem damaligen Hindenburgplatz erfolgte am 27. August 1938, womit eine durchaus wechselvolle Geschichte begann. Im Juli 1942 konnte die Ablieferung der aus Bronze bestehenden Schmuckfigur als kriegswichtiges Material gerade noch verhindert werden. Diese ist dann aber schließlich doch abhanden gekommen, weil Diebe sie sich im Oktober 1991 unter den Nagel rissen. Durch spendables bürgerschaftliches Engagement konnte schließlich 1996 eine Nachbildung angeschafft und auf den Brunnen gesetzt werden.

So lange wie damals wird das Büblein nicht fehlen. Schon Anfang nächster Woche wird er wieder am Memminger Torplatz zu sehen sein. Bis dahin sollen die Reparaturarbeiten abgeschlossen sein. „Wir mussten die Kugel und die Figur herunter nehmen, um zu sehen, wo das Problem lag. Dann war schnell klar, dass die Leitungen im Untergrund zum Teil äußerst marode sind. Diese werden jetzt erneuert“, so Fachbereichsleiter Helmut Schönberger vom Tiefbauamt zur Not-OP im Jubiläumsjahr. Finanziell schlägt die Sanierung keine großen Wellen: maximal 4000 Euro muss die Stadt berappen, damit in Zukunft das Brünnlein wieder ordentlich fließen kann.