Giengen Sport in Giengen: Bewegung soll den Stillstand ersetzen

Es soll endlich wieder vorangehen mit der Entwicklung der Giengener Sportlandschaft.
Es soll endlich wieder vorangehen mit der Entwicklung der Giengener Sportlandschaft. © Foto: Archiv
Giengen / Nadine Rau 16.04.2018
Noch vor der Sommerpause soll die in die Jahre gekommene Ausfertigung des Sportentwicklungsplans von der Stadt und den Vereinen aktualisiert werden, die TSG Giengen wartet bereits händeringend darauf.

Während sich die Fitnessstudio-Landschaft in Giengen ständig weiterzuentwickeln scheint, ist es um den 2008 ins Leben gerufenen Sportentwicklungsplan ruhig geworden.

Der Stadtsportring, bestehend aus Vereinsvorsitzenden, dem Oberbürgermeister und Gemeinderäten, hatte damals mit der Stadt eine Bestandsaufnahme vorgenommen: Was muss geändert werden, um in Giengen auch langfristig ein breites Sportangebot anbieten zu können?

Nach und nach hat man sich einzelner Punkte, dem Umbau der Bühlturnhalle etwa, angenommen, doch längst nicht alle Missstände, die auf den 155 Seiten festgehalten wurden, sind behoben. Andere sind noch nicht einmal notiert – von Aktualität kann keine Rede sein.

Jetzt soll wieder Bewegung in die Sache kommen: „Noch vor der Sommerpause wollen wir den Plan gemeinsam mit dem Stadtsportring auf den neuesten Stand bringen“, so Sportamtsleiter Andreas Salemi.

Das letzte Wort hat zwar der Gemeinderat, aber der Stadtsportring kann zumindest eine Empfehlung dazu aussprechen, was am meisten Sinn machen würde. „Wir warten händeringend auf die Sportkonzeption“, sagt Stefan Briel, Vorsitzender der TSG, dem größten Sportverein in Giengen.

Vereinsvorsitzende treffen sich

Man habe viele Ideen und sei offen für sämtliche Kooperationen mit anderen Vereinen. Weil der Stadtsportring ganz offiziell länger nicht zusammengekommen ist, hätten sich, so Briel, einige Vereinsvorsitzende kürzlich auf eigene Faust zusammengesetzt, um sich einfach mal wieder auszutauschen.

„Wir haben natürlich auch noch den Wechsel an der Rathausspitze abgewartet“, so Salemi. Überhaupt habe man den Entwicklungsplan immer wieder wegen anderer Vorkommnisse, die dazwischengefunkt haben, aufgeschoben. Jetzt sollen idealerweise bald Vorgespräche stattfinden, allen voran mit auf Sportentwicklungskonzepte spezialisierten Firmen, die später hinzugezogen würden, um dann einen Plan auszuarbeiten. Im Fokus steht dabei weiterhin der Schießberg mit dem Stadion, das der TSG gehört und dringend sanierungsbedürftig ist.

40 000 Euro im Haushalt

Das ist zwar teuer, aber Geld für die Sportentwicklung ist im Haushalt eingestellt: 40 000 Euro hat der Gemeinderat bewilligt, demnächst wird er zusätzlich mehr als 29 500 Euro vom Vorjahr entscheiden, die man dafür nutzen könnte.

Neben der Sportentwicklung dürfe, so Salemi, auch die Sportstättenplanung nicht vergessen werden. Dabei geht es etwa um die Auslastung und den baulichen Zustand von Hallen und Sportplätzen. „In mehr als zehn Jahren kann viel passieren, außerdem gibt's im Sport neue Trends“, so Salemi. Im vergangenen Jahr habe man bereits einen Rundgang, begleitet von einer Fachfirma, vorgenommen.

Wie die sportliche Zukunft aussehen wird, kann jetzt noch keiner sagen. Für Briel steht ein Schlagwort ganz oben: Kooperationen. Die gibt es schon in Form von Spielgemeinschaften im Jugendfußballbereich, sollen aber auf anderer Ebene ausgebaut werden. Und da hört es nicht auf: „Ich würde gerne noch viel mehr mit Schulen und Kindergärten zusammenarbeiten.“

Die TSG Giengen soll nicht wie ein weiteres Fitnessstudio funktionieren

Ein Fitnessstudio nach dem anderen eröffnet in Giengen. „Der unorganisierte Sport in Form von Kursen ist immer mehr gefragt“, sagt dazu TSG-Vorsitzender Stefan Briel. Die Sportler wollten sich berieseln lassen, also zum Sport und wieder heim, ohne sich an einen Verein zu binden.

Auswirkungen auf die Mitgliederzahl der TSG, die mit mehr als 2000 Sportlern der größte Verein in Giengen ist, hat das bisher nicht. Das kann mitunter daran liegen, dass die TSG ein Konzept hat, das vor allem Kinder ansprechen soll. Mit Angeboten wie der vor zwei Jahren eröffneten Kindersportschule, Krabbelgruppen und Mutter-Kind-Turnen kann die Sportgemeinde neue Mitglieder generieren.

Die TSG erhebt nach wie vor den Anspruch, nicht wie ein Fitnessstudio zu funktionieren. „Bei uns sollte es auch um sportliche Leistung gehen“, so Briel. Außerdem wolle man weiter eine soziale Aufgabe innerhalb der Gesellschaft wahrnehmen. „Hier sind alle mit dem Verein verbunden.“ Die Studios sind indes sogar eine Chance für Kooperationen, der Spinningkurs der TSG findet etwa in einem Fitnessstudio statt.

Die Abteilungsleiter sind entscheidend dafür, dass das Vereinsleben weiter gut läuft. Deshalb sollen sie künftig mehr Geld erhalten. Dafür soll der Mitgliederbeitrag, so Briel, demnächst angehoben werden, um die zusätzlichen Ausgaben decken zu können.