Sicherheit Beim Feuerwehrausrüster Ziegler geht's weiter aufwärts

Dieter Reichl 14.03.2015
Vor der Leitmesse Interschutz, die im Juli in Hannover stattfindet, präsentierte die Firma Ziegler aktuelle Produkte und konnte ein gutes Jahr nach Übernahme durch den chinesischen Investor CIMC von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung berichten.

An einem riesigen Kran hängend wird auf dem Ziegler-Werksgelände ein Zwei-Tonnen-Transporter in die Luft gehievt, über den Hof geschwenkt und vorsichtig auf das Dach eines Löschfahrzeugs gesetzt. Und was passiert? Nichts. Trotz des hohen Gewichts sind keinerlei Verformung, keinerlei Beschädigung zu erkennen. Mit diesem Experiment demonstriert der Feuerwehrausrüster Ziegler die Stabilität seiner Fahrzeugaufbauten, deren Rahmen aus belastungsstarken so genannten Alpac-Aluminiumpaneelen besteht.

Bei einer zweiten Vorführung wurde dies unterstrichen: aus einer Höhe von 2,57 Metern wurde ein 75 Kilogramm schwerer Sack auf ein solches Paneel fallen gelassen, das danach im Gegensatz zu einem anderen Produkt keine Verformung aufwies.

Ziegler will bei der "Interschutz" punkten

Diese Demonstration der Belastungstests hatte ihren Grund: die Leitmesse für das Feuerwehrwesen „Interschutz“, die alle fünf Jahre stattfindet, steht an. Im Juli in Hannover ist auch Ziegler vertreten und will natürlich mit bestehenden und auch neuen Angeboten punkten. Und hatte deshalb auch jetzt ins Giengener Werk eingeladen, um über neue Entwicklungen zu informieren.

Zur Erinnerung: seit November 2013 gehört Ziegler nach turbulenten Zeiten mit Insolvenzverfahren dem chinesischen Konzern CIMC, einem riesigen Konzern mit weltweit mehr als 64 000 Mitarbeitern. Diese Turbulenzen, so betonen es seitens der Geschäftsführung Phillip Thompson und René Pol gleichermaßen, seien abgehakt. Durch den Einstieg von CIMC sei Ziegler „auf stabilem Boden gelandet“ und habe neue Perspektiven auf dem Markt. Man sei als Albert Ziegler GmbH für die Zukunft optimistisch, die Auftragsbücher seien voll, Erfolge bereits sichtbar.

Viele Mitarbeiter sind zurückgekehrt

Die Zeit der Insolvenz sei auch bei den Kunden abgehakt und kein Thema mehr. Dies, so Thompson, sei auch für die Belegschaft beruhigend. Die Mitarbeiter hätten einen sicheren Arbeitsplatz. Erfreut sei man auch darüber, dass viele Mitarbeiter, die während der Insolvenz gegangen sind, wieder in die Firma zurückgekehrt seien.

Dank motivierter Mitarbeiter sei man auch in der Lage, auf die individuellen Wünsche der Kundschaft einzugehen. Ein Feuerwehrfahrzeug sei teuer, nicht zuletzt für kleine Dorfwehren, und jede wünsche sich ein anderes und individuelles Fahrzeug. Man sei stolz auf die handwerklichen Fähigkeiten der Mitarbeiter, die darauf reagieren können – ein Team in der Fabrik baut ein Auto. Seit der Übernahme durch den CIMC-Konzern sei jetzt, wie es Thompson nannte, die „Ziegler-Gruppe“ entstanden. Die Geschäftsführung ist mit dem Chinesen Youjun Luan als Vorsitzendem und dem so genannten Board of Management mit René Pol (Holland), Phillip Thompson (USA) und Bernd Geiselmann (Deutschland) sehr international besetzt. Hinzu kommen zwei rotierende Mitglieder aus den Tochtergesellschaften, sowie als Ergänzung der Führungsebene fünf Gruppendirektoren.

Alle drei Standorte in Deutschland haben spezifische Kompetenzen

An drei Standorten in Deutschland baut Ziegler Feuerwehrfahrzeuge, wobei jeder seine eigene Kompetenz und seine eigenen Besonderheiten habe, wie die Geschäftsführung betont. So werden in Rendsburg die kleinen, in Mühlau die mittleren und in Giengen die großen Fahrzeuge gebaut. Durch CIMC sei für eine stärkere internationale Ausrichtung, vor allem in Richtung China, so etwas wie ein roter Teppich ausgelegt worden. Man docke an einen starken Partner an, der das erklärte Ziel habe, auch für die Feuerwehren zu den führenden Anbietern zu gehören. Der Markt in China sei riesig. Dort komme hinzu, dass Produkte „made in Germany“ nach wie vor einen hohen Stellenwert besäßen. Ein Jahr habe es gedauert, aber unterdessen sei in China ein Vertrieb und Service aufgebaut worden, der Auftragseingang von dort sei steigend. Eine Produktion dort wolle man allerdings nicht aufbauen, daran sei nicht gedacht.

Es sei Teil der Firmenphilosophie, dass man die seit 1891 bestehende Firmentradition mit bisher mehr als 20 000 hergestellten Feuerwehrfahrzeugen weiterführen wolle. Auch das Bekenntnis zum Standort Giengen mit seinen aktuell rund 600 Mitarbeiter stehe in diesem Zusammenhang außer Frage. Dieses Bekenntnis sei ja quasi „mit Blut unterschrieben“ worden, wie sich Thompson ausdrückte. Und dieses Bekenntnis soll man auch am heimischen Standort spüren: Nachdem man jahrelang nichts getan habe, werde jetzt und in den kommenden Jahren die Fabrik Zug um Zug mit Millionenaufwand modernisiert, berichtete die Geschäftsführung.

Neue Geschäftszahlen ab 25. März

Aktuelle Geschäftszahlen wollte der für Finanzen zuständige Bernd Geiselmann noch keine nennen, weil der CIMC-Konzern seinen neuen Geschäftsbericht erst am 25. März veröffentlichen wird. So lange blieben sie unter Verschluss. Er wollte aktuell nur soviel sagen, dass für die Ziegler-Gruppe bereits 2014 ein positives Ergebnis erzielt worden sei, und dass auch für 2015 ein Wachstumskurs mit positivem Ergebnis und weiterem Umsatzanstieg erwartet werde.