Giengen / Von Nadine Rau  Uhr
Kindergartenkinder werden in der Bergschule künftig nicht unterkommen, das hat der Gemeinderat vor der Sommerpause beschlossen. Was stattdessen in die Räumlichkeiten soll, ist noch offen.

Die Zukunft der Bergschule treibt den Gemeinderat schon viele Jahre um, ein Ergebnis lässt bislang auf sich warten. Klar ist nun aber zumindest eines: Eine Kindertageseinrichtung wird in diesen Räumen nicht unterkommen. Das hat der Gemeinderat jüngst mitsamt dem Kindergartenbedarfsplan bis 2022 entschieden.

Wie es mit den Kindergärten bis 2022 weitergeht, darüber hat der Gemeinderat abgestimmt. Die Stadt ist auf den höheren Bedarf vorbereitet und kommt Erziehern und Eltern finanziell entgegen.

Zuletzt waren diese Pläne, die bereits seit 2011 im Raum standen, 2015 noch mal ein Thema.

Ursprünglich hätte im September 2016 eine Kindertageseinrichtung in der Bergschule eröffnet werden sollen. Das große Problem bestand darin, dass der Denkmal- und der Brandschutz ein Vorankommen erschwerten. Die Vorgaben seien enorm, erklärte damals Oberbürgermeister Gerrit Elser. So sah die Stadt Anfang 2015 davon ab, Förderanträge zu stellen.

CDU war gegen die Pläne

Als im November 2015 die Haushaltsplanberatungen ins Haus standen, kam der mittlerweile ehemalige Stadtrat Rudolf Boemer (CDU) erneut auf die Einrichtung zu sprechen: „Unsere Fraktion ist der Meinung, dass das Gebäude ausschließlich für Verwaltung und öffentliche Einrichtungen ausgebaut werden soll“, sagte er damals.

Jetzt im Sommer haben Rubens Link nach 24 Jahren und Rudolf Boemer nach gar 43 Jahren Tätigkeit als Stadtrat die Kommunalpolitik an den Nagel gehängt. Ihre Erfahrungen in diesem Ehrenamt waren (fast) immer positiv.

Das Bauamt, die Stadtkasse, die Personalverwaltung, der Eigenbetrieb Gebäudemanagement einerseits und die Bücherei, das Museumslager sowie Archiv andererseits sollen in die Bergschule umziehen. Vorgeschlagen wurde zudem ein Neu- oder Umbau des Kindergartens Lederstraße.

Heute, knapp drei Jahre später, ist genau dieser Vorschlag bekanntermaßen angenommen worden: Der Kindergarten an der Lederstraße wird für vier Millionen Euro neu gebaut. Damit habe sich der Bedarf einer Einrichtung in der Bergschule auch erledigt, erklärt Franz Becker, der Werksleiter des Eigenbetriebs Gebäudemanagement.

„Teure und schlechtere Lösung“

„Die Idee ist wieder fallen gelassen worden, weil man eine neue Strategie gefahren ist“, so Becker. Es wäre nicht so einfach geworden, einen Kindergarten in der Bergschule unterzubringen, das wäre „eine teure Lösung geworden, die für die Kinder schlechter wäre als ein Neubau“, vergleicht Becker. Einen formalen Beschluss habe es in dieser Hinsicht nicht gegeben, der Wille habe sich schlicht verändert.

Wie es stattdessen mit der Bergschule weitergehen soll, damit hat sich der Gemeinderat in jüngster Vergangenheit nicht mehr beschäftigt. Oberbürgermeister Dieter Henle sagte dazu: „Über die tatsächlichen Zeiträume zu sprechen, ist Stand heute Spekulation. Im Herbst 2018 jedoch werden wir im Blick auf Bedarfsplanung, räumliche und Finanzierungsmöglichkeiten wesentlich vorangekommen sein. Dann stellen wir die neue Rahmenplanung vor.“