Giengen Bauvorhaben: Anwohner melden Bedenken an

Das Wohngebiet auf dem Bruckersberg wird sich weiter vergrößern. In der nächsten Tranche sollen etwa 40 Bauplätze angeboten werden. Anwohner der Querstraßen Jauchertweg (oben im Bild) und Krumme Gewand (Bildmitte) hatten Bedenken wegen der Zunahme an Verkehr angemeldet.
Das Wohngebiet auf dem Bruckersberg wird sich weiter vergrößern. In der nächsten Tranche sollen etwa 40 Bauplätze angeboten werden. Anwohner der Querstraßen Jauchertweg (oben im Bild) und Krumme Gewand (Bildmitte) hatten Bedenken wegen der Zunahme an Verkehr angemeldet. © Foto: Geyer-Luftbild
Giengen / Marc Hosinner 08.10.2018
Die Vergrößerung des Wohngebiets auf dem Bruckersberg nehmen Familien wegen einer Zunahme des Verkehrs mit Sorge zur Kenntnis.

Dringend benötigt und auch attraktiv: So beschreibt Oberbürgermeister Dieter Henle die Erweiterung des Wohngebiets auf dem Bruckersberg. Dort sind die städtischen Plätze begehrt und längst verkauft. Allein in den vergangenen vier Jahren waren 26 Grundstücke verkauft worden, die letzten freien Flächen hatten Anfang 2018 den Besitzer gewechselt.

Wer dort sein Eigenheim erschaffen will, muss sich auch noch gedulden: Bis 2019 will die Stadt weiteres Bauland erschließen und auf den Markt bringen. In der nächsten Tranche sollen bis zu 40 Bauplätze angeboten werden.

Dieses Angebot dürfte all jene freuen, die auf Wartelisten stehen oder sich aktuell entschließen, Häuslebauer im Gebiet Alpenblick trägt zu werden.

Wenig Anklang findet dieses städtische Vorhaben allerdings bei Familien, die an den Straßen zu Hause sind, durch die der Verkehr rollen wird: Im Speziellen geht's um den Jauchertweg und die Straße Krumme Gewand.

Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit zum Vorentwurf des Bebauungsplans nahmen beispielsweise mehrere Familien Stellung und wandten sich per Schreiben an die Stadt: „Wir haben kleine Kinder und sind Hauseigentümer im Jauchertweg. Mit Erschrecken haben wir wahrgenommen, dass die Hauptverkehrsführung für das neue Wohngebiet über unsere Zufahrtsstraße erfolgt. Dies kann nicht in unserem Sinne sein, da es für unsere Kinder ein großes Sicherheitsrisiko darstellt“, ist in dem Schriftstück ebenso zu lesen wie, dass sich die Bürger „an der Nase herumgeführt“ fühlen. Groß sei die Gefahr auch dann, wenn Baufahrzeuge um „parkende Autos Slalom fahren“.

„Wir nehmen diese Anliegen der Anwohner sehr ernst“, versicherte der Oberbürgermeister in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Michael Richter vom städtischen Baurechts- und Planungsamt, wollte die stärkere verkehrliche Belastung gar nicht an Abrede stellen. Er machte aber auch deutlich, dass das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich nicht höher sei als als in anderen vergleichbaren Wohngebieten der Stadt. Richter nannte beispielsweise den Ehbach oder die Rechbergwanne. Zudem sei bei Gesprächsterminen mit Bauinteressenten von der Verwaltung stets darauf hingewiesen worden, dass das Wohngebiet in Richtung Süden erweitert werde.

Weitere Anbindungen möglich

„Vom Grundsatz her kann man die Bürger verstehen. Die Abwägung der Verwaltung ist aber auch verständlich und vertretbar. Wir können nicht auf alles Rücksicht nehmen“, so die Meinung von Stadtrat Hans Bader (CDU). Martin Hörsch (Unabhängige/Grüne) mahnte hingegen an, dass es den Familien um Sicherheit gehe und speziell Baufahrzeuge oft „wenig Rücksicht“ nehmen würden.

Von Martin Unseld (Unabhängige/Grüne) wurde angefragt, ob bei einer weiteren Vergrößerung eine Anbindung an die Ulmer Straße und damit die Landesstraße möglich sei. Die Planung, so die Auskunft der Verwaltung, sei von vornherein so ausgelegt – auch in Richtung Westen.

Der Rat stimmte schließlich mit großer Mehrheit für den Vorentwurf des Bebauungsplans.

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