AWG: Unruhe wegen Verträgen

Bei dem von der Schließung bedrohten Giengener Standort der Firma AWG musste gestern eine außerordentliche Abteilungsversammlung vor den Werkstoren im Ried stattfinden.
Bei dem von der Schließung bedrohten Giengener Standort der Firma AWG musste gestern eine außerordentliche Abteilungsversammlung vor den Werkstoren im Ried stattfinden. © Foto: Foto: Archiv/rei
Marc Hosinner 28.03.2012

Wie der Vertreter der IG Metall, Ralf Willeck, mitteilt, fand am Mittwoch bei der Armaturenfabrik Widenmann eine Abteilungsversammlung mit dem Betriebsrat statt. Diese habe allerdings vor den Werkstoren im Ried stattfinden müssen. Ausgangspunkt sei die Übermittlung der Forderung der Gewerkschaft an die Geschäftsleitung gewesen, in Verhandlung über einen Tarifvertrag-Sozialplan zu treten. Wie berichtet, soll der Standort Giengen der AWG zum Jahresende geschlossen werden, was mit Kündigungen einhergehen wird.

Im Betrieb sei daraufhin Unruhe entstanden. Die Geschäftsleitung sei an bis zu 30 Mitarbeiter aus der Produktion mit der Aufforderung herangetreten, eine Änderung ihres Arbeitsvertrages zu unterschreiben: Künftiger Arbeitsort sollte demnach Ballendorf sein.

Die Mitarbeiter hätten sich daraufhin an den Betriebsrat gewandt, der zusammen mit dem Gewerkschaftsvertreter eine außerordentliche Abteilungsversammlung abhalten wollte. „Trotz mehrfacher Aufforderung hatte sich der Beauftragte der Geschäftsleitung, Thomas Scheunert, geweigert, den Raum zu verlassen und auch den Mitarbeitern gedroht“, beschreibt Willeck den Vorfall.

Daraufhin habe man beschlossen, dass die betroffenen Mitarbeiter ausstempeln sollen und die Versammlung wurde vor den Werkstoren abgehalten.

Willeck zeigt sich ob der Vorkommnisse bestürzt: Nicht nur das uneinsichtige Verhalten sei nicht nachvollziehbar, allein die Aufforderung einen neuen Vertrag zu unterschreiben sei verwerflich. Der Gewerkschafter gibt zu bedenken, dass bei einer erfolgten Unterschrift mit Versetzung nach Ballendorf der Kündigungsschutz, der in Giengen bis zum Jahresende besteht, aufgehoben wäre. „Man hätte die Leute dann sofort entlassen können“, so Willeck. Seinen Angaben zufolge hat letztlich keiner der Mitarbeiter den Vertrag unterschrieben.