Giengen Über 18 Prozent der Giengener kommen aus dem Ausland

Giengen / Marc Hosinner 11.03.2018
Die Türken stellen in Giengen vor den Italienern und den Griechen mit Abstand die größte ethnische Gruppe. 2017 gab es die meisten Zuzüge von Menschen aus Rumänien.

Polen, Kosovaren, Kasachen, Montenegriner oder auch Brasilianer: Sie alle Leben in Giengen, sind Teil der Gesellschaft. Manche Nationalitäten sind nach wie vor stark, andere Ethnien dagegen nur vereinzelt vertreten.

3607 Ausländer weist die Statistik der Stadtverwaltung zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf. Zum gleichen Zeitpunkt waren 19 705 Einwohner in Stadt und Teilorten registriert. 18,3 Prozent der Giengener hatten zu diesem Zeitpunkt also einen ausländischen Pass.

Die größte Gruppe stellen aktuell – und kaum überraschend – die Türken. 889 türkische Mitbürger lebten Ende 2017 in Giengen. Auf Platz zwei: die Italiener (449), gefolgt von den Griechen (398). Die viertgrößte Gruppe stellten zu diesem Zeitpunkt die Rumänien (227).

Neben mehr als 100 Bulgaren, Ungarn und Polen lebten auch 15 Mazedonier, 23 Chinesen, 37 Österreicher, 37 Spanier und 19 Nigerianer in Giengen. Daran lässt sich erkennen, dass Menschen aus vielen Herren Länder vertreten sind.

Betrachtet man die Statistiken des Standesamts der Jahre 2015, 2016 und 2017 und vergleicht, fällt auf, dass der Zahl der türkischen Mitbürger verhältnismäßig stark zurückgegangen ist: von 934 (2015) auf 916 im Jahr darauf auf jetzt 889. Leicht abgenommen hat die Anzahl der Italiener in der Stadt – von 465 im Jahr 2015 auf jetzt 449.

Verschiebungen ab Platz vier

Die Rangfolge auf den ersten drei Plätzen ist seit vielen Jahren identisch: Auch 2004 beispielsweise führten die Türken (1187) vor den Italienern (561) und den Griechen (412) sie an. Verschiebungen gab es aber auf den Plätzen dahinter. Im Jahr 2004 folgten auf die Griechen Menschen aus Serbien und Montenegro (111), Russland (47), Spanien (42), Österreich (38), Kasachstan (37), Polen (30), Bosnien und Herzegowina (30), Vietnam (9), Ungarn (15), China (14), Ukraine (14). Damals lebten gerade mal 14 Menschen mit rumänischem Pass in Stadt und Teilorten.

2017 sah das schon gänzlich anders aus: Die Rumänen liegen auf Rang vier (227 Personen), gefolgt von Bulgaren (189), Ungarn (171), Polen (152), Syrern (134), Kroaten (128), Kosovaren (97) Irakern (79), Russen (61), Serben (50) Bosnier (49) und Kasachen (37).

Neben dem Zuzug von Bürgerkriegsflüchtlingen ist die Anzahl an Osteuropäern deutlich gestiegen. Allein die Anzahl der Rumänen in Giengen hat sich von 2015 bis 2017 fast verdoppelt.

Freie Wahl des Arbeitsplatzes

Dieser Trend hängt sicherlich mit der Arbeitnehmer-Freizügigkeit zusammen, die es Menschen aus deutlich mehr EU-Ländern als früher ermöglicht, in Deutschland zu arbeiten. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit gibt Staatsangehörigen der EU-Mitgliedstaaten das Recht, ihren Arbeitsplatz innerhalb der EU frei zu wählen. Sie benötigen keine Arbeitserlaubnis. Seit Mai 2011 gilt für die 2004 beigetretenen EU-Mitgliedstaaten Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit, für die 2007 beigetretenen Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien gilt diese seit Januar 2014, für das im Jahr 2013 beigetretene Kroatien seit 1. Juli 2015.

Bei den Zuzügen von Ausländern nach Giengen führen die Rumänen die Statistik von 2017 an. 137 Zuzüge sind verzeichnet, im Gegensatz dazu gab es 2015 deutlich weniger Rumänen, die nach Giengen kamen: es waren 75.

Gleich geblieben ist im Vergleich von 2015 und 2017 das Zuzugs-Level bei den Bulgaren. Es wurden jeweils 80 Zuzüge verzeichnet, 2016 waren es 96. 2015 führten noch die Syrer die Statistik an, mit 95 Zuzügen, 2016 kamen 122 Menschen aus Syrien nach Giengen, 2017 dagegen nur noch 29.

Der Ausländeranteil lag in Giengen im vergangenen Jahr bei 18,3 Prozent. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert. 17,8 Prozent im Jahr wurde beispielsweise lange Zeit als Rekordwert gehandelt. Anfang des Jahrtausends betrug der Anteil der Ausländer etwa 14 Prozent – genauso wie 1972.

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