Als ein 13-jähriger Schüler am Dienstagmorgen auf dem Weg zur Schule an einer Ampel in Giengen wartete, ereignete sich ein schlimmes Unglück. Ein gerade erst volljähriger Autofahrer verlor nach Angaben der Polizei die Kontrolle über sein Auto und krachte gegen einen Ampelmast, nahe des Margarete Steiff Gymnasiums. Die Ampel kippte auf den Schüler, der kurz darauf im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen starb. Die Staatsanwaltschaft arbeite an einem Gutachten zum genauen Unfallhergang, so die Polizei. Das könne aber noch einige Wochen dauern, sagte Polizeisprecher Joachim Schulz auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE.

Die Frage, ob es sich bei der Kreuzung in Giengen um eine besonders unübersichtliche Gefahrenzone handelt, konnte die Polizei aufgrund des fehlenden Gutachtens noch nicht beantworten. Auch ob der 18-jährige Fahrer zu schnell war oder abgelenkt wurde, bleibt weiterhin unklar.

Trauer und Anteilnahme in den sozialen Medien

Eins ist jedoch klar: Die Trauer über das unvorhersehbare Unglück ist groß, auch in den sozialen Medien. Manche Nutzer üben Kritik am Führerschein mit 18 oder fordern eine Veränderung und Überwachung der Verkehrssituation nahe der Schulen.

Oberbürgermeister äußert sich in offenem Brief auf Facebook

In einem offenen Brief äußerte sich Dieter Henle, Oberbürgermeister für Giengen an der Brenz, zum Unfall. „Könnten wir es nur ungeschehen machen!“, schreibt er in seinem Facebook-Post. Weiter drückt er seine Trauer und Anteilnahme aus. Henle versichert auch, die Stadt bemühe sich ständig um höchstmögliche Sicherheit im Straßenverkehr. Er fordert die Bürger zusätzlich auf, möglicherweise kritische Verkehrssituationen in Giengen zu melden, damit diese geprüft und gegebenenfalls stärker gesichert werden können.

Facebook-Kommentare: Anteilnahme, aber auch Kritik

Unter dem Post des Giengener Oberbürgermeisters bekunden einige User ihr Beileid mit der Familie. Eine Nutzerin schreibt: „Sehr sehr tragisch. Für die Familie viel Kraft und mein Beileid.“ Ein anderer Kommentar lautet: „Schrecklich. Den Eltern, der Familie und Freunden ganz viel Kraft in der schweren Zeit. Und dem Fahrer viel Kraft, dass er mit dem Unglück leben kann“.

In den Kommentaren zum Brief des Bürgermeisters äußert sich eine Frau sehr kritisch über die Verkehrssituation in der Nähe der Schulen: „Es braucht keine Verkehrsschau um das zu beurteilen, die Situation dort ist lebensgefährlich für viele Schüler, das ist nicht zu übersehen. Dort sind 3 Schulen und rund um die Schulen ist 50km/h erlaubt. Ist das Ihr Ernst?

Ein anderer übt in seinem Kommentar Kritik am Verhalten der Schüler: „Viele Schüler laufen einfach irgendwo über die Straße, obwohl vielleicht 10/20m entfernt, ein Fußgängerüberweg oder gar Fußgängerampel ist.“ Dies führt er auf falsch gesetzte oder fehlende Fußgängerüberwege zurück. Er fordert mehr Polizeipräsenz an den Übergängen, um die Schüler bei Fehlverhalten zu „erziehen“.

Diskussion in den Kommentaren: Ist man mit 18 zu jung für den Führerschein?

Unter dem Facebook-Post von swp.de findet ein User, man sollte den Führerschein erst mit 23 bekommen. Mit seinem Kommentar stößt er auf Gegenwehr: „was ist das für ein blödes Geschwätz. Führerschein ab 23, meinen Sie ab 23 Jahren baut man keine Unfälle mehr?“ Der Großteil der anderen Nutzer lehnt den Vorschlag ebenfalls ab, weil Alter ihrer Meinung nach nicht zwingend mit der geistigen Reife des Fahrers zusammenhänge: „Mein Beileid an die Familie. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit reicht manchmal aus, um einen Unfall zu verursachen. Und das hat meiner Meinung nach nichts mit dem Alter zu tun“, schreibt ein weiterer User.

Der Großteil der Kommentare unter dem Post ist von schlichter Trauer geprägt. Eine Frau schreibt: „Ja, ich finde das auch absolut schlimm, das hat mir heute wirklich die Sprache verschlagen, das tut mir einfach so sehr leid für die Familie... Du gehst los zur Schule und kommst nicht mehr wieder“.