Giengen Als nächster Schritt geht's jetzt an die Schildmauer

Nachdem der Jahrgang 1939 einen Tanztee zugunsten der Kaltenburg veranstaltet hatte, ließen sich einige Mitglieder vom Vorsitzenden der IG Kaltenburg, Clemens Stahl (links), die anstehenden Sanierungsmaßnahmen an der westlichen Schildmauer erläutern.
Nachdem der Jahrgang 1939 einen Tanztee zugunsten der Kaltenburg veranstaltet hatte, ließen sich einige Mitglieder vom Vorsitzenden der IG Kaltenburg, Clemens Stahl (links), die anstehenden Sanierungsmaßnahmen an der westlichen Schildmauer erläutern. © Foto: Dieter Reichl
Giengen / Dieter Reichl 27.03.2018
Nach der Winterpause wird ab dieser Woche das westliche Mauerstück der Kaltenburg saniert. Der Plan wäre, die Anlage bis Herbst zugänglich zu haben.

Nach der östlichen Burgmauer im vergangenen Jahr steht auf der Kaltenburg mit der Sanierung der westlichen Schildmauer ein weiterer wichtiger Sanierungsabschnitt zum Erhalt der Burganlage an. In dieser Woche beginnen nach frostbedingter achtwöchiger Pause die Arbeiten.

Das Gerüst an der Schildmauer ist bereits seit Ende Dezember weithin zu sehen. Der Aufbau war alles andere als einfach, berichteten Clemens Stahl, Hans Albrecht und Ulrich Zimmermann seitens des Vorstands der IG Kaltenburg. Zum einen die schwierige Hanglage, dann aber auch konnte das Gerüst nicht am Gemäuer verankert werden, sondern muss, um das Mauerwerk nicht zu beschädigen, quasi frei stehen.

Zustand rapide verschlechtert

Damit die Schildmauer, deren Zustand sich in den vergangenen beiden Jahren rapide verschlechtert hat, den Winter übersteht, wurde eine Notsicherung vorgenommen, jetzt steht die eigentliche Sanierung an. Vorhandene Lücken werden aufgemauert – mit den auf der Burg vorhandenen Steinen – der Rest verspachtelt, damit die Standsicherung gewährleistet wird. Eine Abdeckung auf der Mauer soll vor künftigen Schäden schützen. Dieser Bauabschnitt ist auf 200 000 Euro Kosten veranschlagt, das Geld hierfür ist vorhanden.

Saniert werden sollen im Lauf des Jahres allerdings auch der Torbogen des Eingangs und ein Mauerstück des ehemaligen Wohnhauses, Hierfür sind weitere 220 000 Euro notwendig, weshalb sich die IG Kaltenburg um weitere Bezuschussung aus allen denkbaren Quellen von Land bis zur Denkmalstiftung bemüht. Eventuelle Förderbescheide werden erst in April und Mai erwartet, erst dann können Bauaufträge vergeben werden.

Jeden Cent zusammenkratzen

Ein strenger Blick wird auf die Sanierung auch seitens der Denkmalbehörde geworfen, mit der die IG eng kooperiert. Sämtliche Arbeiten auf dem Burggelände bedürfen einer denkmalrechtlichen Genehmigung. Aber es sind und bleiben die Finanzen der Kern der Sanierungsarbeiten auf der Burg. „Wir müssen jeden Cent zusammenkratzen“, sagte Vorsitzender Stahl. Dankbar zeigte er sich deswegen auch über die Zuwendung von 1000 Euro des Jahrgangs 1939, der den zurückliegenden Tanztee zugunsten der Burg veranstaltet hat. Auch der Erlös des bevorstehenden Tanztees am 8. April, wie immer von 17 bis 20 Uhr im Bürgerhaus Schranne, soll dem historischen Gemäuer zukommen.

Angesichts der auf insgesamt 420 000 Euro veranschlagten Kosten für die Schildmauer, die Wohngebäudemauer und den Torbogen muss anderes warten. Angedacht war ein WC sowie ein Stromanschluss auf dem Burggelände. „Das muss halt warten“, sagte Stahl.

Immerhin: sollten die Sanierungsarbeiten wie geplant das Jahr über laufen und abgeschlossen werden können, wäre die Burg ab Herbst öffentlich zugänglich und nicht länger eine Baustelle. Anfragen zur Nutzung gibt's schon – zum Beispiel ob man dort oben heiraten kann.

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