Person Abschied von Hans Honold bei der Volksbank Brenztal

Hohe Ehrung für Hans Honold (links): bei seiner Verabschiedung als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Brenztal wurde er im Bürgerhaus Schranne von Verbandsdirektor Gerhard Schorr mit der Raiffeisen–Schulze-Delitzsch-Medaille ausgezeichnet.
Hohe Ehrung für Hans Honold (links): bei seiner Verabschiedung als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Brenztal wurde er im Bürgerhaus Schranne von Verbandsdirektor Gerhard Schorr mit der Raiffeisen–Schulze-Delitzsch-Medaille ausgezeichnet. © Foto: Foto: Dieter Reichl
Giengen / Dieter Reichl 05.07.2016
Nach 37jähriger Vorstandstätigkeit, davon 15 Jahre als Vorsitzender der Volksbank Brenztal, wurde Hans Honold jetzt verabschiedet.

Der Rahmen war gegeben: die Vertreterversammlung in der proppenvollen Schranne; auch die Stimmung war gelöst – kein Wunder bei den vorgelegten Geschäftszahlen mit einem Jahresüberschuss von 1,2 Millionen Euro und einer Dividende von fünf Prozent für die Mitglieder – und so durfte sich Honold über eine Vielzahl von Reden freuen, die sein berufliches Lebenswerk angemessen würdigten.

Die Laudatio über Honolds Wirken und Werdegang nahm Franz Heger als Vorsitzender des Aufsichtsrats vor. „Ein Kapitän geht von Bord“, sagte er, einer, der das Schiff Volksbank Brenztal aus stürmischer See in ruhiges Fahrwasser geführt habe, mit jetzt viel Wasser unterm Kiel.

Als Honold 2001 Vorstand der Giengener Volksbank wurde, sei dies ein folgerichtiger Schritt gewesen. Der gelernte Bankkaufmann hatte damals bereits 21 Jahre Erfahrung in einer Vorstandstätigkeit, und sei somit prädestiniert für Giengen gewesen mit der Aufgabe, die Konsolidierung der in Schieflage geratenen Bank anzugehen. Es sei ihm gelungen, dank unternehmerischem Weitblick und einer motivierenden Führungskultur verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.

Langfristig wirksame Unternehmensentscheidungen folgten: die Fusion mit der Raiffeisenbank Brenztal 2008, mit der Raiffeisenbank Heidenheimer Alb im vergangenen Jahr – laut Heger beides bedeutende Schritte zu einer heute regional gut aufgestellten Bank. Die erfolgte positive und dynamische Entwicklung sei eng mit Honolds Namen verbunden.

In insgesamt 37-jähriger Vorstandstätigkeit sei Honold der Bank und den Kunden gleichermaßen verpflichtet gewesen, und zwar stets verlässlich, fair und vertrauenswürdig. „Sie waren Vorbild und Akteur zugleich“ sagte Heger. Honold habe unverkennbare Spuren hinterlassen. „Ihre Handschrift hat das Erscheinungsbild der Bank geprägt.“

Oberbürgermeister Gerrit Elser, der die Entlastungs des Aufsichtsrats vorgenommen hatte, betonte die stets vertrauensvolle, gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bank und Rathaus. „Das hat zu jeder Zeit gut getan“ sagte er, und ließ auch das soziale Engagement der Bank für die Stadt nicht unerwähnt.

Karl Seibold, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Steinheim, stellte Honolds nachhaltiges Wirken heraus. Stets habe man seine aufrechte, ruhige und sachliche Art geschätzt.

Vorstandskollege Jürgen Edel hob Honolds Krisenfestigkeit und Standfestigkeit hervor: er sei nie ein „Schönwetterkapitän“ gewesen. Sontheims Bürgermeister Matthias Kraut verwies auf Honolds ehrenamtliches Engagement auch abseits seiner beruflichen Tätigkeit in seiner Heimatgemeinde Sontheim: die 32jährige Tätigkeit als Gemeinderat, die jahrzehntelange Zugehörigkeit zu Feuerwehr und als Tenor bei der Sängereintracht.

Eine hohe Ehrung blieb folgerichtig nicht aus: Gerhard Schorr, Verbandsdirektor des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands, überreichte Honold für seine berufliche Lebensleistung die selten verliehene Raiffeisen–Schulze-Delitzsch-Medaille. Es komme selten vor, dass jemand schon im Alter von 26 Jahren Vorstand werde, sagte er. Honold habe sein Geschäft von der Pike auf gelernt, habe sich „vom Stift bis zum Chef“ entwickelt. Der Erfolg sei nicht von allein gekommen, es habe einiges zu überwinden gegeben.

Landtagsabgeordneter Andreas Stoch (SPD) sagte, die Menschen wüssten, was sie an der Volksbank haben, auch als Förderer der Gesellschaft, im Sport und im Sozialen; allerdings seien Institution nichts ohne entsprechende glaub- und vertrauenswürdige Menschen an der Spitze.

Hans Honold selbst gebührte das Schlusswort: zum Berufsbeginn 1972 habe er nie im Traum daran gedacht, einmal einem Bankvorstand anzugehören. Was dann doch ab Juli 1979 bereits der Fall war. Sein Berufsweg habe viel gegeben, aber auch viel gefordert: speziell die vier bis fünf Jahre der Sanierung der angeschlagenen Volksbank Brenztal seien eine spezielle Herausforderung gewesen. Auf deren gute Entwicklung ins hier und heute, so Honold, sei er „doch ein wenig stolz.“

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