Hürben IG Kaltenburg erhält Bürgerpreis der Denkmalstiftung

Hohe Auszeichnung für die IG Kaltenburg: Staatssekretärin Katrin Schütz übergibt die Urkunde des Bürgerpreises an den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, Clemens Stahl.
Hohe Auszeichnung für die IG Kaltenburg: Staatssekretärin Katrin Schütz übergibt die Urkunde des Bürgerpreises an den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, Clemens Stahl. © Foto: Christian Thumm
Hürben / Dieter Reichl 23.10.2018
In feierlichem Rahmen wurde der Interessengemeinschaft Kaltenburg die hohe Auszeichnung für ihren ehrenamtlichen Einsatz um das historische Bauwerk verliehen.

Zu empfehlen ist eine Autofahrt von Burgberg nach Hürben: auf halber Strecke präsentiert sich die jetzt nach zwei Bauabschnitten zu großen Teilen sanierte Kaltenburg in ganzer Pracht.

Die Leistung, die dahinter steckt, wurde jetzt seitens der Denkmalstiftung des Landes mit einer hohen Auszeichnung gewürdigt: die ehrenamtlich tätige Interessengemeinschaft Kaltenburg (IG) erhielt am Montag in der Hürbetalhalle den Bürgerpreis der Denkmalstiftung verliehen. Musiklalisch umrahmt war die feier von den Alpspitz-Kids Nicole und Leonie Jooß, die Bewirtung übernahm die Bühlschul-Schülerfirma Tiptop.

Die Auszeichnung, die neben dem hohen symbolischen Wert mit 5000 Euro dotiert ist, überreichte die Vorsitzende des Kuratoriums der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Staatssekretärin Katrin Schütz an den Vorsitzenden der IG, Clemens Stahl. „Ohne das herausragende ehrenamtliche Engagement von Bürgern könnten viele notwendige Maßnahmen an Kulturdenkmalen nicht umgesetzt werden. Die Interessengemeinschaft Kaltenburg ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Mutig und mit allen Risiken haben sie die gefährdete Burganlage sogar in ihr Eigentum übernommen, ein Programm für die vordringlichen Sicherungsarbeiten entwickelt und zügig umgesetzt“ so Schütz.

Ausstrahlung in der Region

Die Rettungsaktion wäre ohne die großartige Beteiligung der Mitglieder nicht so erfolgreich gewesen. Bewundernswert sei es, wie in kurzer Zeit so viele Mitglieder gewonnen wurden. Das Projekt habe sehr schnell an Ausstrahlung in der Region gewonnen, viele und auch großzügige Spenden seien zusammengekommen.

„Für die Denkmalstiftung war deshalb klar: An den Maßnahmen zum Erhalt der Kaltenburg wird sich auch die Stiftung mit 150000 Euro finanziell beteiligen“, sagte die Staatssekretärin. „Ihre Gemeinschaftsleistung hat uns voll und ganz überzeugt. Dieses bürgerschaftliche Engagement verdient höchste Anerkennung.“

Zuvor hatte IG-Vorsitzender Stahl die wechselhafte Geschichte der Mitte des 12. Jahrhunderts erbauten Burg wie auch die Aktivitäten des jetzt mehr als 250 Mitglieder zählenden Vereins in den vergangenen vier Jahren geschildert. „Dass wir jetzt den Bürgerpreis der Denkmalstiftung erhalten, freut uns sehr und macht uns sehr, sehr stolz“, sagte er. Die Burg sei den Einsatz wert, sagte er. Es handle sich um ein ganz besonderes Kulturdenkmal im Kreis und im Land.

Gründung 2014

Die Burg sei tief verwurzelt in der Bevölkerung und ein touristischer Edelstein. Stahl betonte den großen Rückhalt von Anfang an beim Ziel, den Verfall zu verhindern und die Burg wieder zugänglich zu machen. Bei der Gründung der IG Kaltenburg im Frühjahr 2014 waren bereits 40 Personen dabei. Im Dezember 2015 kam die Burg mit dem Erwerb durch die IG „erstmals in die Hände des gemeinen Volkes“, so Stahl. Als erster Meilenstein folgte die Sanierung der Ostmauer. Die Kosten lagen bei 580000 Euro. Der zweite Bauabschnitt kam auf Kosten von 425000 Euro. Entsprechende Förderbescheide und Spenden seien für die Finanzierung „maßgeblich“ gewesen.

Voll des Lobes vor allem für die beeindruckende ehrenamtliche Leistung der IG waren auch die Grußredner, Giengens OB Dieter Henle, Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer, Landrat Thomas Reinhardt und Landtagsabgeordneter Martin Grath. „Der Einsatz hat sich gelohnt“, sagte Landrat Reinhardt, der großes touristisches Potenzial in verbndung von Burg, Archäopark und Höhlenwelt sieht. Abgeordneter Grath will für die touristische Zukunft gar ein Kaltenburg-Brot backen, und was die Würdigung der IG mit dem Bürgerpreis angeht, sprach sicherlich Bürgermeister Bremer für alle: „Es hat die Richtigen getroffen.

Bedeutsame Vorarbeit des Schwäbischen Albvereins

Beim Festabend wurde die besondere Rolle des Schwäbischen Albvereins für die Kaltenburg betont. IG-Vorsitzender Clemens Stahl: „Ohne den SAV würden wir hier nicht sitzen.

Ab Ende der 70er-Jahre wurde die Burg ehrenamtlich vom SAV betreut und dort 18 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert, nachdem 1977 und 79 für 65 000 Mark Sanierungsarbeiten erfolgt waren, finanziert vom Kreis und den Städten Giengen und Niederstotzingen.

Seine Verbundenheit zur Burg stellte der SAV am Montag nachdrücklich unter Beweis: seitens der Hürbener Ortsgruppe überreichten Karin Schlumberger und Helmut Graf der IG einen Spendenscheck über stattliche 10 000 Euro.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel