Giengen Ausstellung zum Giengener Kinderfest wird eröffnet

Giengen / Dieter Reichl 20.05.2018
Im Zuge einer Buch-Neuerscheinung zu Giengens besonderem Feiertag wird im Obergeschoss der Schranne eine reizvolle Ausstellung eröffnet. Diese kann bis 3. Juni besucht werden.

Als erstes blickt man ins Rohr einer Kanone. Das Eingangs-Exponat zur Ausstellung über das Giengener Kinderfest hat natürlich keinen militärischen Hintergrund: Es handelt sich um die älteste der drei vorhandenen Böllerkanonen, mit denen die Giengener am Pfingstdienstag frühmorgens um sechs Uhr aufgeweckt werden und womit für die Stadt auch der Kinderfesttag beginnt. So gesehen steht auch die Kanone als Blickfang goldrichtig am Beginn der nicht nur für Giengener sehenswerten Ausstellung.

Wer die Schau im Obergeschoss der Schranne besucht, hat einen reizvollen kleinen Rundgang vor sich, durch den sich der Kinderfesttag in Geschichte und Gegenwart nachvollziehen lässt und bei dem sicherlich auch Kenner dieser besonderen Giengener Festlichkeit Entdeckungen machen können. Die Ausstellung wurde im Zusammenhang mit der neuen Buchveröffentlichung über das Kinderfest von Dr. Antje Neuner-Warthorst geplant und von der Industrie-Designerin Sabrina Häußler gestaltet.

Überschuss an Fotos

Es stellte sich nämlich heraus, dass keinesfalls alle vorhandenen Fotos auf den immerhin knapp 230 Seiten des Buchs „Geh aus mein Herz . . .“ Platz finden können. Zusätzlich zu den dort abgedruckten 248 Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiß sind in der Schranne auf 14 großen Schautafeln weitere 184 Abbildungen zu sehen – ein reizvoller Teil des Rundgangs dürfte für viele Ausstellungsbesucher darin bestehen, wen man auf den Fotos wiedererkennt.

Hinzu kommen neben der Böllerkanone sehenswerte Exponate aus öffentlichem oder privatem Besitz. In einer Vitrine ist das originale Ratsprotokoll von 1677 aufgeschlagen, in dem das deutlich ältere Kinderfest erstmals schriftlich erwähnt ist. Historisches Spielzeug, Preistanzexponate vom Maienbändel über Blumenkränze bis zu den Stofftaschen, in die beim Preistanz die Gewinne gesteckt wurden, sind ebenso ausgestellt wie verschiedene Notenblätter der eigens fürs Kinderfest komponierten Bergmärsche samt zugehörigen Instrumenten.

Eine alte Schiffschaukel, ein historischer Verkaufsstand sowie der höchst wichtige Schellenbaum sind im Original vertreten, die zum Kinderfest gehörenden Themenfelder von den Jahrgangsfeiern bis zur Stäffelespredigt finden sich wieder.

Insgesamt werden mehr als 500 historische Fotos plus Objekte präsentiert, die öffentlich noch nicht zu sehen waren. Selbst eine Filmecke wurde eingerichtet, in der an einem Bildschirm fünf verschiedene Videos zum Thema Kinderfest aufgerufen werden können.

Geschichte und Gegenwart

Wer sich vertieft mit der jahrhundertealten Geschichte des Kinderfestes, seinen Veränderungen und Wandlungen bis in die Gegenwart hinein beschäftigen möchte, kann dies ausführlich mit Dr. Antje Neuner-Warthorsts neuem Buch tun, in dem sie ihre Motivation schildert, sich nach dem 50er-Treffen 2015 eingehend mit diesem Kulturgut Kinderfest zu befassen, und wie viele Mitwirkende es für die Realisierung brauchte.

Herausgeber sind die Naturfreunde

Herausgegeben wird das ganz neu erschienene Buch von den Giengener Naturfreunden, die in einem Vorwort darstellen, wie sie in dieses ihnen zusehends am Herzen liegende Projekt mit einbezogen wurden. Die Naturfreunde sind auch die Gastgeber bei der Ausstellungseröffnung morgen.

Als Autoren zu den unterschiedlichsten Themen von der ganz besonderen Melodie des Kinderfestliedes über die seit Jahren gelebte Integration bei der Festlichkeit bis hin zum Offenen Liedersingen finden sich Christian Barthen, Joachim Kummer, Ulrich Meier und Andreas Stoch. Vor allem sind es natürlich die zahlreichen Fotos, die das Blättern im Buch zu einem Vergnügen machen.

Ausstellung zum Kinderfest ab morgen in der Schranne

Geh' aus mein Herz . . . . lautet der Titel der Ausstellung zum Giengener Kinderfest anlässlich der gleichnamigen Bucherscheinung, die ab morgen im Obergeschoss der Schranne zu sehen ist.

Die Vernissage beginnt morgen, also am Freitag, 18. Mai, um 19 Uhr. Begrüßen und eröffnen wird Stadträtin Sylvia Gohle, es folgen verschiedene Grußworte und eine Einführung in die Ausstellung.

Eine echte Besonderheit wartet auf die Besucher: so lange der Vorrat reicht gibt es Bergnudeln, ein Süßgebäck, das nach einem wieder aufgefundenen alten Rezept von den Landfrauen serviert wird.

Die Ausstellung kann ab dem 19. Mai bis zum 3. Juni besucht werden. Geöffnet ist sie am Wochenende von 11 bis 17 Uhr, an den Werktagen von 15 bis 17 Uhr. Am Kinderfesttag, 22. Mai, bleibt sie geschlossen.