Giengen Giengener Kindergärten: 66 neue Plätze müssen her

Die Stadtverwaltung hat gerechnet – und kam auf 66 Kindergartenplätze und 25 Krippenplätze, die bis 2022 zusätzlich gebraucht werden. Mit dem geplanten Neubau des Kindergartens an der Lederstraße sind die Weichen gestellt.
Die Stadtverwaltung hat gerechnet – und kam auf 66 Kindergartenplätze und 25 Krippenplätze, die bis 2022 zusätzlich gebraucht werden. Mit dem geplanten Neubau des Kindergartens an der Lederstraße sind die Weichen gestellt. © Foto: stock.adobe.com/Oksana Kuzmina
Giengen / Nadine Rau 20.08.2018
Wie es mit den Kindergärten bis 2022 weitergeht, darüber hat der Gemeinderat abgestimmt. Die Stadt ist auf den höheren Bedarf vorbereitet und kommt Erziehern und Eltern finanziell entgegen.

Auf 70 Seiten hat die Stadtverwaltung zusammengefasst, wie es derzeit um die Kinderbetreuung in Giengen bestellt ist – und wie sie bis 2022 weiter gewährleistet werden soll. 66 neue Plätze, so das Fazit, werden bis dahin zusätzlich gebraucht. Mit dem Neubau des Kindergartens an der Lederstraße im kommenden Jahr sind die Weichen dafür gestellt. Im Krippenbereich geht die Verwaltung von 25 mehr benötigten Plätzen aus, als es derzeit der Fall ist.

Und so sieht die Lage momentan aus: Es gibt 672 Kindergartenplätze. Zieht man die Plätze ab, die in altersgemischten Gruppen von Kindern unter drei Jahren eingenommen werden, bleiben effektiv noch 600 Kindergartenplätze. Zum Stichtag am 1. März waren 552 davon belegt. In der Kindertagespflege werden derzeit zehn und in Kindertageseinrichtungen 79 Kinder unter drei Jahren betreut.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sind noch im Jahr 2018 23 neue Plätze geplant. Die meisten sollen im Kinder- und Familienzentrum Salztröge entstehen, mit zwölf an der Zahl wird gerechnet. In der Kindertageseinrichtung in der Memminger Wanne sollen zehn neue Plätze geschaffen werden, im Burgberger Kindergarten St. Maria noch mal sieben. Sechs Plätze fallen dafür weg, am Ende bleibt Platz für 23 Kinder mehr.

Die Bergschule ist vom Tisch

2019 ist das Waldorfkinderhaus mit zwölf neuen Plätzen an der Reihe, dafür fallen allerdings zehn in der Memminger Wanne weg. 2020 soll der Neubau an der Lederstraße mit sieben neuen Plätzen fertig sein, 2021 und 22 sind je nach Bedarf 34 weitere Plätze möglich – mit zwei Gruppen mehr an der Lederstraße und mit einer weiteren Einrichtung auf dem Bruckersberg.

Definitiv nicht entstehen wird eine Einrichtung in der Bergschule, auch dem hat der Gemeinderat zugestimmt. Ebenfalls bedacht hat die Stadtverwaltung, dass manche Kinder den ganzen Tag betreut werden müssen. An der Lederstraße soll es eine neue Ganztagesgruppe geben, in die Kinder verschiedenen Alters kommen. Zehn der Plätze fallen auf Kinder im Kindergartenalter.

Beiträge für Krippenplätze werden gesenkt

Zwischen all den Zahlen verbirgt sich eine erfreuliche Nachricht für manche Eltern: Ihre Beiträge für Krippenplätze werden gesenkt. Die Beitragshöhen für Kinder zwischen zwei und drei Jahren werden in diesem Zug einheitlich gestaltet – ganz gleich, ob die Eltern einen Krippenplatz in Anspruch nehmen oder ihr Kind in einer altersgemischten Gruppe betreuen lassen. Dieser Beschluss kostet die Stadt zusätzliche 40 000 Euro pro Jahr und gehört zum sogenannten Pakt für Familie.

Nicht gesenkt, sondern stattdessen erhöht werden die Beiträge für Kindergärten im kommenden Jahr um drei Prozent. Die Stadtverwaltung orientiert sich dabei an Landesrichtwerten. Ein letzter und entscheidender Punkt betrifft weder die Kinder noch die Eltern, sondern die Erzieher. Die Fachkräfte mit dem Ausbildungsabschluss Erzieher werden künftig in eine andere Entgeltgruppe eingruppiert und verdienen dadurch mehr Geld. Damit soll aktiv dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

200 000 Euro für Familienpakt

Auch dieser Beschluss gehört zum Pakt für Familie. Hochrechnungen der Stadtverwaltung zufolge wird die neue Eingruppierung alle Träger rund 160 000 Euro mehr im Jahr kosten. Pro Jahr macht das 200 000 Euro Mehrkosten für den Pakt für Familie, mit dem gewährleistet werden soll, dass Giengen in puncto Kindergärten qualitativ in die Offensive geht.

Aber finanzielle Auswirkungen hat der Bedarfsplan nicht nur wegen der 200 000 Euro des Familienpakts. Auch die Änderung der Gruppenformen führen zu mehr Kosten. Insgesamt werden für 2019 und 2020 um die 4 510 000 Euro anfallen, davon allein vier Millionen Euro ab 2020 für den Kindergarten an der Lederstraße. Bei drei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat für diese Pläne.

„Gut und richtig, dass gerechte Bezahlung stattfindet“

„Es ist gut und richtig, dass gerechte Bezahlung stattfindet“, äußerte sich Stadtrat Martin Unseld (Unabhängige/Grüne). Maria Konold-Pauli (CDU) bedankte sich für den Bedarfsplan. „Die Betreuungsziele ändern sich“, kommentierte sie – und regte an, über eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle fürs Familienzentrum Salztröge nachzudenken. Auch Monika Albrecht-Groß (SPD), die selbst schon einmal am Bedarfsplan mitgearbeitet hat, bedankte sich. Dafür, dass alles sehr schnell ging und dass die Betreuungszeiten im Hürbener Kindergarten geändert worden sind.

„Mit dem Bedarfsplan agieren wir vor dem Hintergrund zunehmender Kinderzahlen und dem Wunsch der Eltern, Familie und Beruf zu vereinbaren“, so Oberbürgermeister Dieter Henle.

Und die Schulkinder?

Auch Schulkinder bis 14 Jahre wurden in der Planung für Bildung und Betreuung bis 2020 berücksichtigt. Der Stadtverwaltung zufolge ist die Ganztagesbetreuung an Schulen immer mehr von den Eltern gewünscht. Die Grundschulen in Trägerschaft der Stadt, so heißt es, bieten dementsprechend außerschulische Angebote zur Betreuung an. Über alle Schularten hinweg gebe es inzwischen ein flächendeckendes Netz von Ganztagesschulen.

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