Musik 14-Jährige bekommt Geige aus dem 18. Jahrhundert

Die 14-jährige Giengenerin Estelle Weber hat jetzt vom Deutschen Musikinstrumentenfonds eine 250 Jahre alte Geige treuhänderisch überreicht bekommen.
Die 14-jährige Giengenerin Estelle Weber hat jetzt vom Deutschen Musikinstrumentenfonds eine 250 Jahre alte Geige treuhänderisch überreicht bekommen.
27.09.2015
Die 14-jährige Giengenerin Estelle Demetria Weber erhielt jetzt in Hamburg von der Deutschen Stiftung Musikleben ein kostbares historisches Streichinstrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds.

Einmal auf einem richtig guten Instrument spielen – dieser Traum ging für insgesamt elf junge Musiker diese Woche in Erfüllung: Jedes Jahr im Herbst verleiht der Deutsche Musikinstrumentenfonds zum Teil jahrhundertealte Streichinstrumente für zunächst zwei Jahre an herausragende Preisträger von „Jugend musiziert“. Aus allen Teilen Deutschlands kamen die jungen Musiker angereist, um die zur Verfügung stehenden Instrumente (zu vergeben waren sieben Geigen, zwei Bratschen und zwei Celli) auszuprobieren – und sich dann ein passendes auszusuchen.

Estelle Weber erhoffte sich eine klangschöne Violine. Sie probierte mehrere Instrumente aus, spielte an, strich über jede Saite, begutachtete jeden Ton – und entschied sich dann für eine klangstarke historische Violine aus dem Salzburger Raum, gebaut zwischen 1750 und 1780, eine treuhänderische Eingabe in den Fonds aus Privatbesitz.

Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Stiftung Musikleben, ist überzeugt von dem Förderansatz der Stiftung, bereits sehr jungen Nachwuchstalenten die Möglichkeit zu geben, auf einem hervorragenden Instrument zu spielen: „Wir wollen die jungen Künstler ermutigen, neue Klänge zu entdecken, die Freude an ihrem Instrument aufrechtzuerhalten und sich musikalisch weiterzuentwickeln. Wo der Weg hinführen kann sehen wir immer wieder an den Stipendiaten, die wir einst bei ,Jugend musiziert' kennen gelernt und dann bis hin zu herausragenden Wettbewerbserfolgen, Solistenkarrieren und renommierten Professuren und Orchesterstellen begleitet haben.“

Das künstlerische Potenzial war allseits zu spüren, nun liegt es an den frisch ausgestatteten Stipendiaten, ihren musikalischen Weg weiter zu gehen. Estelle Weber, die schon beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ brillierte, darf man für ein ganz großes Talent halten. Ihr ist beispielsweise das seltene Kunststück gelungen, sowohl im Regional- wie im Landes- und Bundeswettbewerb mit der jeweils höchstmöglichen Punktzahl ausgezeichnet zu werden. Damit gehört die Giengenerin zu den besten Nachwuchsinstrumentalisten in Deutschland.

Weber ist bereits Stipendiatin der Giengener Hermine-Klenz-Stiftung und durch deren Konzerte Musikfreunden aus der Region nicht unbekannt. Bei solchen Gelegenheiten ist Estelle, die aus einer musikalischen Familie stammt, gerne auch mit ihren Geschwistern aufgetreten.

Seit über 50 Jahren widmet sich die Deutsche Stiftung Musikleben der bundesweiten Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten betreut die Stiftung derzeit rund 300 Stipendiaten zwischen 12 und 30 Jahren individuell und langfristig.

Der 1993 als gemeinsame Initiative mit der Bundesregierung ins Leben gerufene Musikinstrumentenfonds stattet aufstrebende Solisten mit hervorragenden Streichinstrumenten aus, die jedes Jahr im Frühjahr und Herbst an Preisträger von „Jugend musiziert“ vergeben werden. In der Konzertreihe „Foyer Junger Künstler“ bietet die Stiftung ihren „Rising Stars“ vielfältige Auftrittsmöglichkeiten. Abgerundet wird das Förderkonzept durch Sonderpreise und Stipendien sowie Auszeichnungen bei Wettbewerben oder Stipendien für ein Studium an einer der großen Musikhochschulen der Welt.

Die gemeinnützige Stiftung bestreitet ihr umfangreiches Förderprogramm unter dem Motto „Könner brauchen Gönner“ fast ausschließlich durch Zuwendungen von Freunden und von Förderern.