Polizei Zwei Zeugen melden sich nach Schüssen auf Züge

Glücklicherweise handelte es sich bei den beschossenen Zügen am Donnerstag in Geislingen nicht um einen vollbesetzten Personenzug, sondern um zwei Triebfahrzeuge.
Glücklicherweise handelte es sich bei den beschossenen Zügen am Donnerstag in Geislingen nicht um einen vollbesetzten Personenzug, sondern um zwei Triebfahrzeuge. © Foto: Stefan Bentele
Geislingen / Kathrin Bulling 11.12.2017
Die kriminal­technische Untersuchung der beschossenen Züge läuft. Nach ersten Erkenntnissen stammen zwei zunächst für Geschoss­spuren gehaltene Schäden am Güterzug nicht von dem Vorfall am Donnerstag.

Vier Tage nach den Schüssen auf zwei durch Geislingen fahrende Züge hat die Bundespolizei in Stuttgart neue Erkenntnisse: Bei ersten Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass die Lackabsplitterungen am Güterzug mutmaßlich älterer Natur seien, sagte am Montag ein Pressesprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. An den betroffenen Stellen habe man Rost entdeckt, es könne sich also nicht um frische Schäden handeln. Weitere Absplitterungen würden aber noch untersucht.

Die kriminaltechnische Untersuchung beider Züge läuft noch – die des Güterzugs sowie einer Schublok, die von Stuttgart Richtung Geislingen unterwegs war und deren Seitenfenster von Geschossen einer Kleinkaliberwaffe zerstört wurde.

Wie lange es dauert, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, könne man derzeit nicht ­sagen, so der Sprecher. In den kommenden Tagen sollen die Triebfahrzeugführer vernommen werden – ebenso zwei Zeugen, die sich am Wochenende gemeldet hatten. Die Polizei bittet unter ☎ (0711) 87 03 50 nach wie vor um Hinweise zum Sachverhalt oder den mutmaßlichen Tätern.

Nach Auskunft des Sprechers gab es im Bereich der Bundes­polizeiinspektion Stuttgart zwischen Dezember 2016 und 2017 keinen solchen Vorfall. Der Radius der Stuttgarter Inspektion erstreckt sich vom Rhein-Neckar-Kreis im Nordwesten bis Herrenberg im Südwesten und Ulm im Südosten – das sind zirka 45 Prozent des Landes.

Solche gefährlichen Eingriffe in den Bahn­verkehr gibt es jedoch bundesweit immer wieder: Erst am 6. Dezember haben Unbekannte kurz vor dem Bahnhof Offenburg Steine auf einen aus Freiburg kommenden ICE geworfen; Anfang Oktober war bei Frankfurt am Main ein ICE mit einem Luftgewehr beschossen worden.

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