Raum Geislingen Wunsch: Bundespräsident muss überzeugende Persönlichkeit sein

Raum Geislingen / DYK 16.06.2016
Joachim Gauck verzichtet auf eine weitere Amtszeit als Bundespräsident. Das bedauern Heike Baehrens (SPD) und Hermann Färber (CDU). <i>Mit Umfrage.</i>

"Ich bedauere diesen Entschluss, weil ich Gauck für einen sehr guten Bundespräsidenten halte", sagt der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber. Joachim Gauck, früherer Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, hat kürzlich angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit als Präsident kandidieren zu wollen.

Wenn er selbst es so einschätze, dass er für eine zweite Amtszeit in diesem fordernden Amt nicht mehr die nötige Kraft hat, "dann ist das natürlich uneingeschränkt zu respektieren". Der frühere Pastor und DDR-Dissident ist inzwischen 76 Jahre alt. Gauck wäre bei einer Wiederwahl der älteste je amtierende Bundespräsident gewesen. Eine Altersbeschränkung für das Amt gibt es nicht.

Für seinen bisherigen Einsatz - auch als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, verdiene er "höchsten Respekt und Anerkennung", so Färber. Gaucks Verzicht bedauert auch die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens: "Joachim Gauck nimmt das Amt des Bundespräsidenten sehr verantwortungsvoll wahr und repräsentiert unser Land sehr gut in der Welt."

Gaucks Begründung für diesen Schritt kann Baehrens "sehr gut nachvollziehen". Es gehe nun darum, die Nachfolge in aller Ruhe zu regeln und darüber nachzudenken, welche Persönlichkeit als Nachfolger infrage kommt und eine breite Zustimmung in der Bundesversammlung und in der Bevölkerung gewinnen kann.

"Jede Spekulation darüber ist verfrüht", betont Färber. Denn die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung, die eigens zur Wahl des Bundespräsidenten zusammentritt, seien nicht ganz einfach. "Da wird noch ein längerer Abstimmungsprozess nötig sein", glaubt Färber. Wichtig sei es, "eine überzeugende, mehrheitsfähige Persönlichkeit zu finden". Dafür werde sich die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD die nötige Zeit nehmen. Der Bundesversammlung gehören die Abgeordneten des Bundestags und die Ländervertreter des Bundesrats an sowie eine stattliche Anzahl an Wahlmännern, die die im Parlament vertretenen Parteien bestimmen dürfen.

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