Geislingen Wirtschaftsgymnasium wird zur Partymeile

Geislingen / Brigitte Scheiffele 08.10.2018
Zum 50. Geburtstag wird das Wirtschaftsgymnasium zur Partymeile: 600 Ehemalige und Wegbegleiter schwelgten am Samstag in Erinnerungen.

Alte Passbilder, die einst an Karteikarten hefteten, zeigen  Schüler der 80er-Jahre: „Hey, das ist ja Helge!“ und „Ach nee, wo kommen die denn her?“ ist zu hören. In den Klassenzimmern wird gelacht, erzählt und bei vielen Umarmungen gejubelt. Weit über 600 Ehemalige und Wegbegleiter kamen am Samstag zur Geburtstagsfeier ins Wirtschaftsgymnasium, schwelgten in Erinnerungen, tauschten neugierige Blicke aus und erkannten sich auch nach vielen Jahren trotz weit entfernter Wohnorte wieder. „Verdammt lang her“, ist das Abi für den ersten Abschlussjahrgang 1971 – damals ohne Abizeitung oder Abiball.

Doch die Stimmung der 70er-Abi-Jahrgänge kann nicht besser sein: 1973 baute Heinrich Schmohl sein Abi, 1979 dessen Zwillingsschwestern: Gabriele Schmohl und die heute in den USA lebende Ingeborg Briekert. Auch deren Mann Rolf legte hier die Reifeprüfung ab.

Ein Denkmal wollte sich die Abschlussklasse 1973 mit einer Marmorplatte setzen, die sie gleich einer Grabplatte in den Boden auf dem Schulgelände einließ, graviert mit 18 Namen des Jahrgangs. „Doktor Moser war entsetzt“, erinnert Heinrich Schmohl an die Reaktion des seinerzeitigen Schulleiters. „Der hatte keinen Vornamen. Wir nannten ihn Mokter Doser“, ruft jemand.

„Weißt du noch...?“, ist an diesem Tag die allgegenwärtige Frage. So wurde dem Abijahrgang 1985 der Abischerz verboten, weil andere Klassen eine Prüfung hatten.  Den Abiball habe die Klasse verweigert. „Das war uncool. Wir hatten unsere Fete auf dem Ostlandkreuz“, erzählen „drei namenlos Glückliche“.

 Die Atmosphäre ist auch im Außenbereich der Schulgebäude heiter, das Ambiente liebevoll gestaltet, herzlich und zugewandt zeigen sich die Lehrkräfte gegenüber ihren Gästen. Die Sonne strahlt, es duftet nach Essen, das erste Bier wird geöffnet, die Jahrgänge finden sich an für sie vorbereiteten Tischen wieder –eine schöne Stimmung.

Der Förderverein ist vertreten, ein großes Bild entsteht mit Fingerabdrücken von Ehemaligen, und Werner Meyer erzählt in all dem bunten Treiben: „Wir haben 1975 beim Abistreich einen VW Käfer vor das Lehrerzimmer gestellt.“ Anne Miller, früher Krauß, umarmt ihre Schulfreundin Ursula Bulling und auch Stefan Wachtler, der stellvertretende Schulleiter, hat sich unter die Gäste gemischt. Rektor Roland Rimbach, seit 1993 an der Schule und seit vier Jahren Schulleiter, ist umringt von Ehemaligen, schüttelt Hände, strahlt, weiß nicht, wohin zuerst. Und dann verweist Marco Zimmermann, Abi 1994, Lehrer und Ehemaliger, auf die Schülerzeitungen damals und heute: „Wir haben damals Abende mit Zeichnungen für die Abi-Shirts zugebracht und der Gestaltung der Abizeitung. Heute wird alles im Netz konfiguriert und dann fertig geschickt. Das digitale Zeitalter wird auch hier sichtbar.“

Kistenweise hat das Organisationsteam das Material für diese 50er-Feier aus dem Keller der Schule sortiert, aufbereitet und eine bemerkenswerte Ausstellung auf die Beine gestellt. Die Kontaktaufnahme zu den Ehemaligen sei nicht leicht gewesen, denn von den ersten Jahrgängen gab es keine digitalen Verbindungen. Dennoch habe sich ein hervorragendes Netzwerk gebildet.  2700 Abiturienten kann die Schule bis heute vorweisen. Auch Rimbach blickt zurück, würdigt ehemalige Schulleiter und Lehrkräfte und betont: „Heute ist die Begegnung das Salz.“ Es ist nur ein Abend, aber der bewegt und geht sichtbar nahe. Und dann entschwindet jeder wieder in sein Leben.

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