Waldhausen / Jochen Horndasch  Uhr
Maximilian Danziger aus Waldhausen macht sich Hoffnung auf die Nationalmannschaft.

Die Kettensäge ist sein Sportgerät. Was für andere der Tennisschläger oder der Hightech Drahtesel ist, ist  für Maximilian Danziger aus Waldhausen ein PS-starkes, handliches Produkt eines schwedischen Herstellers. Damit tingelt er das Jahr über von Wettbewerb zu Wettbewerb und stand schon einige Mal auf dem Siegertreppchen. Den größten Erfolg in seiner knapp zehnjährigen Hobby-Karriere bei Waldarbeitsmeisterschaften konnte er Ende Mai in Hannover einfahren.

90 Mitstreiter bei Deutscher Waldarbeitsmeisterschaft

Im Rahmen der LIGNA, weltweit eine der größten Messen für Werkzeuge, Maschinen und Anlagen zur Holzbe- und -verarbeitung mit 1500 Ausstellern aus 40 Ländern, standen auch die Deutschen Waldarbeitsmeisterschaften auf dem Programm. Dabei machte der Forstwirtschaftsmeister, der im normalen Leben beim forstlichen Maschinenbetrieb in Ochsenberg bei Königsbronn seinen Dienst tut, eine besonders gute Figur. Gegen eine Konkurrenz aus 90 Teilnehmern konnte er sich in vier Disziplinen klar durchsetzen und lag an der Spitze.

Nur bei der letzten Disziplin, dem Entasten eines Stammes, hatte ein Mitbewerber deutlich die Nase vorn und verdrängte Danziger vom ersten auf den zweiten Platz. Doch dies brachte den 27-Jährigen nicht aus der Fassung. „Ich habe beim Entasten einfach noch Trainingsbedarf“, so sein Kommentar. In den anderen Disziplinen kann er sich aber getrost auf seinen Lorbeeren ausruhen, obwohl sie alles andere als einfach sind.

Diese Aufgaben hat Maximilian Danziger gemeistert

Den Auftakt zur Deutschen Meisterschaft machte das Fällen eines 20 Meter hohen Baumes in nur drei Minuten, wobei im Abstand von 15 Meter ein Zielpflock im Boden steckte. Und der sollte vom umstürzenden Baum getroffen werden. „Wer verfehlt, die Bruchleiste oder den Winkel nicht exakt sägt, dem werden Punkte abgezogen“, betont Danziger.  Bei der zweiten Disziplin muss möglichst schnell die Kette der Säge gewechselt und die Sägeschiene gewendet werden. Dafür brauchte der Waldhausener gerade mal 12,5 Sekunden. Auch bei der dritten Prüfung, die einen sauberen Kombinationsschnitt an zwei aufgebockten Baumstämmen mit einer Neigung von jeweils sieben Grad erforderte, hatte Danziger die Nase vorn. Pro Baum musste eine drei bis acht Zentimeter dicke Scheibe abgesägt werden, wobei die erste Hälfte des Schnitts von unten, die zweite Hälfte von oben erfolgte. Die Schnitte mussten senkrecht zur Stammachse geführt werden und sich in der Mitte ohne Versatz treffen.

Präzisionsschnitt und Entastung

Bei der vierten Disziplin ging es um einen Präzisionsschnitt der besonderen Art. Zwei Stämme lagen auf einem Brett  in einem dünnen Bett aus Sägemehl. Von jedem Stamm musste eine drei bis acht Zentimeter dicke Scheibe abgeschnitten werden ohne das Brett zu verletzen. Andernfalls wurde diese Prüfung nicht gewertet.

Bei der fünften und letzten Disziplin ging es um die Entastung eines Stammes. 30 Äste, jeweils 30 Millimeter stark, mussten möglichst schnell abgesägt werden, wobei die Einschnitte und die Stummel maximal fünf Millimeter betragen dürfen. „Bei dieser Prüfung war ein Konkurrent wesentlich schneller und ich wurde vom ersten auf den zweiten Platz verdrängt“, sagt Danziger.

Kaderentscheidung fällt im September

Diese Niederlage ist für ihn Ansporn genug, sich auf dem Trainingsplatz in Ochsenberg kräftig ins Zeug zu legen. Schließlich will er nicht nur für weitere Wettbewerbe im Juni, Juli und August bestens gerüstet sein. Mitte September steht die Kaderentscheidung für die Nationalmannschaft an. Von den zehn Kandidaten, die der amtierende Nationaltrainer der Waldarbeiter, Markus Wick aus Gussenstadt, eingeladen hat, können sich nur drei sowie ein Ersatzmann für die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren. Das bedeutet: Sechs fallen durch. Auf die Frage, ob er sich viel Hoffnung macht, zeigt Maximilian Danziger leicht gebremsten Optimismus. „Die Konkurrenz ist sehr stark und man muss einfach abwarten wie es läuft“.

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