Ein 15 Meter hoher Kran thront oberhalb von Stötten über einer 28 auf 20 Meter großen Baugrube. Darin sind Arbeiter damit beschäftigt, Armierungseisen zu verdrahten. „Die sind für die Mauern des Rohrkellers, in dem sich nachher die hydraulische Einrichtung befindet“, erläutert Walter Banzhaf, der technische Betriebsleiter des Zweckverbands Wasserversorgung Ostalb.

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Seit dem 29. März wird an diesem neuesten der insgesamt 26 Hochbehälter der Wasserversorgung Ostalb gebaut. 1,2 Millionen Euro kostet er, 40 Prozent davon (etwa 430 000 Euro) fördert das Land. Notwendig ist der Neubau, weil der bisherige Wasserhochbehälter, der noch aus den Gründerjahren um 1880 stammt, mit seiner Speicherkapazität von 260 Kubikmetern Wasser (das sind 260 000 Liter) für die aktuellen Bedürfnisse zu klein wird. Vor zwei Jahren wurde der Wasserhochbehälter über dem kleinen Ort Kuchalb stillgelegt, Kuchalb wird seitdem von Stötten aus über eine neu verlegte Wasserleitung mitversorgt.

600.000 Liter sind mehr als das Doppelte eines Tagebedarfs

„Pro Tag werden insgesamt 250 bis 300 Kubikmeter Wasser aus dem Stöttener Hochbehälter verbraucht“, erzählt Banzhaf. Dazu gehört auch das Wasser, das von Stötten aus in den Schnittlinger Hochbehälter weitergeleitet wird, das Wasser für die Stöttener sowie für den Ferkelaufzucht-Stall Reischle, die Aussiedlerhöfe Oberweckerstell, Vogelhof und Tegelhof, den Flugplatz auf dem Messelberg sowie für das Naturfreundehaus Immenreute.

Dass der Zweckverband im neuen Hochbehälter 600 000 Liter Wasser speichert, also mehr als das Doppelte eines Tagesbedarfs, hat einen Grund: „Der Behälter wird vom Wasserwerk Eybach über eine Steigleitung versorgt, die 200 Höhenmeter auf 700 Meter Strecke überwindet“, sagt der Wasser-Spezialist und ergänzt: „Gäbe es dort im Steilbereich einen Rohrbruch, könnten wir den nicht innerhalb eines Tages reparieren, deshalb brauchen wir den Vorrat.“

Rohbauarbeiten sollen bis Anfang November abgeschlossen sein

Die Rohbauarbeiten am Stöttener Wasserhochbehälter werden Ende Oktober, Anfang November fertig werden, schätzt Banzhaf. In den Wintermonaten wird im Inneren die Elektro- und Verfahrenstechnik eingebaut und alles gefliest. Im August nächsten Jahres soll die Anlage in Betrieb genommen werden – und ist für den gelernten Rohrnetz-Meister Banzhaf damit seine letzte große Baumaßnahme, bevor er in Rente geht.

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„Von außen sieht man nachher nur noch einen Erdhügel“, verspricht er. Die 2200 Kubikmeter Aushub aus der Baugrube bleiben bis zur Fertigstellung des Hochbehälters an seinem Rand liegen.  „Wir mussten in der Grube auf der Seite zur Straße hin fast zwei Meter unter der jetzigen Grundfläche Lehm ausbaggern und die Fläche mit Steinen und Kies auffüllen und verdichten“, berichtet Walter Banzhaf. Auf der hinteren Seite dagegen hätten die Arbeiter mit den Baumaschinen meiseln müssen, weil der Boden dort felsig gewesen sei.  Ein stabiler, gleich tragender Untergrund sei das „A und O“, um die beiden zehn auf zehn Meter großen Wasserbecken mit drei Metern Wasserhöhe und damit einem Gewicht von jeweils 300 Tonnen auf Dauer vor Rissen im Mauerwerk zu schützen.

Brecher soll Felsen zerkleinern

Bevor der Aushub-Berg auf das fertige Bauwerk so verteilt wird, dass dieses unauffällig in der Landschaft verschwindet, wird ein so genannter Brecher vor Ort die Felsen und Steine darin zerkleinern. Am Ende wird das Gelände mit einheimischen Pflanzen bepflanzt, verspricht Banzhaf.

Dieser Artikel ist zuerst im ePaper und in der gedruckten Ausgabe der GEISLINGER ZEITUNG am 28. Juni erschienen.

Wasserversorgung Ostalb


Der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb liefert das Trinkwasser für fast 50000 Menschen in seinen 18 Mitgliedsgemeinden (aus den Kreisen Heidenheim, Göppingen und dem Alb-Donau-Kreis). Sein Verbandsgebiet erstreckt sich über 550 Quadratkilometer, dort verlaufen 255 Kilometer Druck- und Fallleitungen.

Dem Zweckverband gehören drei Wasserwerke (Eybach, Bad Überkingen und Bolheim) sowie zwei Anschlüsse an die Landeswasserversorgung (in Amstetten und in Lonsee).

Das Wasser für den Wasserhochbehälter in Stötten stammt vorwiegend aus vier Quellen im Eybacher Tal und einer Sickergalerie beim Wasserwerk in Eybach.