Geislingen Was der Igel frisst und wie er sich wohlfühlt

Geislingen / Claudia Burst 09.10.2018
Erika Bunck fasziniert 13 Kinder mit einem Igel. Die Kleinen dürfen ihn streicheln und erfahren vieles über die Lebensgewohnheiten des Tiers.

Igel gibt es bereits, seit die Dinosaurier ausgestorben sind. Also seit mehr als 30 Millionen Jahren. Sie haben sich in all dieser Zeit nicht wesentlich verändert. Spannende Fakten wie diese erfuhren am Freitag 13 Kinder und ihre erwachsenen Begleiter im Geislinger Haus der Familie bei einem Nachmittag mit der „Igelmama“ Erika Bunck.

Die Expertin hatte nicht nur umfangreiches Wissen über Igel und deren Überwinterung und Pflege dabei, sondern auch ein echtes Igelweibchen. Bevor sie die kleine Igeldame von einem Kind zum nächsten brachte, betonte Bunck, dass es wichtig sei, leise zu sein. „Igel hören Käfer krabbeln – so gut sind ihre Ohren. Wenn ihr laut seid, ist es für sie schrecklicher Radau.“ Die Kinder – zwischen eins und zwölf Jahren alt – hielten sich brav an die Vorgaben. Die Augen strahlten, als sie den Igel an den Stacheln und sogar am Bauch streicheln durften u. genauso sehr freuten sie sich, als das kleine Tier neugierig bei jemandem auf dem Schoß saß, sich in der Jacke verstecken wollte und dabei den Bauch stupste. „Ich dachte, der ist stachlig. Aber der ist ja sogar an den Stacheln weich“, sagte Sophia erstaunt. „Das piekst ja gar nicht und am Bauch ist er ganz weich“, freute sich auch Rebecca, und Maximilian stellte fest: „Stacheln streicheln fühlt sich gut an!“

Ein Igelbaby wiegt 20 Gramm

Die Kinder hörten alle fasziniert zu, als Erika Bunck ihnen erzählte, dass ein Igelbaby etwa 20 Gramm wiegt und wie eine Essiggurke aussieht, der nach ein paar Stunden Stacheln wachsen. Die Jungen werden nur vier bis sechs Wochen von ihrer Mutter gesäugt, dann gehen sie selber auf Nahrungssuche. Erst mit etwa 800 Gramm sind die Tiere schwer genug, um den Winterschlaf zu überleben. „Deshalb fangen die jungen Igel, die meist erst im August oder September geboren werden, ihren Winterschlaf erst Ende Dezember an, wenn sie sich genug Speck angefressen haben“, machte die Referentin deutlich.

Es sei ein schlechtes Zeichen, wenn man einen Igel tagsüber wach finde – dann sei etwas nicht in Ordnung. „Bevor ihr einen Igel mit nach Hause nehmt, muss er gegen Würmer und Flöhe behandelt werden. Gebt ihm keine Kuhmilch, höchstens Katzen- oder Hunde-Aufzuchtmilch“, sagte Bunck. Und: „Obwohl man sie problemlos streicheln kann, sind sie keine Haustiere. Lasst sie im Frühjahr wieder frei.“

Auf ihre Fragen erfuhren die Kinder, dass Igel auch kein Obst und keinen Salat mögen, sondern lieber Schnecken, Käfer, Asseln und Larven. Aber nicht nur: „Ich mache ihnen Knödel aus Hühnerschlegelfleisch, gekochten Karotten und Haferflocken“, verriet die „Igelmama“.

Igel seien Einzelgänger und müssten alleine in einer mindestens einen Quadratmeter großen, mit Zeitungspapier ausgelegten Kiste gehalten werden. „Der stärkere lässt den schwächeren Igel sonst nicht an die Futterschüssel.“ Nach knapp zwei Stunden waren sämtliche Fragen der Besucher beantwortet. Und die Igeldame hatte es sich bis dahin bereits wieder in ihrer Reise-Unterkunft – einem mit Zeitungsseiten lose gefüllten Karton – bequem gemacht.

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