Geislingen Warten auf Förderzusage für Mensa und Halle

Geislingen / Stefanie Schmidt 20.07.2018
Aufhausen bekommt eine neue Halle, die Tegelbergschule ihre Mensa – aber nur wenn Fördergelder fließen.

Was ist wichtiger: die Sport- und Mehrzweckhalle in Aufhausen oder aber die Mensa für die Geislinger Tegelbergschule? Diese Entscheidung wird der Geislinger Gemeinderat nun wohl doch nicht treffen müssen. Einstimmig beschloss das Gremium in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beide Bauprojekte – allerdings mit der einschränkenden Bedingung, dass vor Baustart eine Förderzusage vom Ausgleichsstock vorliegen muss.

Zuvor gab es gute Nachrichten von Kämmerer Bernd Pawlak: Die Stadt kann ihren Eigenanteil an den Kosten sowohl für Sport- und Mehrzweckhalle als auch für die Mensa finanziell stemmen. „Der Kämmerer kommt zum Schluss, dass wir es uns gerade leisten können“, fasste Stadtrat Holger Scheible (CDU) die aktuelle finanzielle Lage Geislingens zusammen: „Dann ist es nur vernünftig, dass wir beide Projekte beschließen.“ Die Erleichterung im Gremium war groß. „Wir müssen nicht mehr ‚entweder oder’ sagen, sondern können endlich ‚und’ sagen“, sagte beispielsweise Bernhard Lehle (Grüne). Das Engagement der Aufhausener habe sich gelohnt, fügte Sascha Binder (SPD) hinzu. Aufhausen ist aktuell Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) mit bevorzugter und erhöhter Förderung, die Halle ist letztes Projekt innerhalb dieses Förderrahmens. „Und die Schule wird so ausgestattet, dass Lehrer und Schüler gut arbeiten können“, sagte Binder weiter.

Die Nerven in Aufhausen und in der Tegelbergschule seien zwischenzeitlich  arg strapaziert worden, räumte Binder ein. Aber für Planung und Finanzierung habe man einfach Zeit gebraucht. Nun hoffe er, dass „wir für beide Projekte aus früheren Fehlern gelernt haben und es im Hinblick auf Zeit und Geld eine Punktlandung gibt.“

Für die neue Halle in Aufhausen werden 3,57 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Bereits bewilligt wurden 750 000 Euro aus dem ELR und 270 000 Euro aus dem Fördertopf für den kommunalen Sportstättenbau. Beantragt wurden außerdem 800 000 Euro aus dem Ausgleichsstock – ob und in welcher Höhe der Antrag Erfolg hat, entscheidet sich voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche. Läuft alles optimal, soll die Sport- und Mehrzweckhalle bis Ende 2020 fertig sein.

Die schon bewilligten Zuschüsse seien „die letzte große Chance“ für die Aufhausener, die seit 40 Jahren für eine eigene Halle kämpfen, betonte Helmut Wörz (FW). Aber seine Fraktion werde auch geschlossen für den Bau der Tegelberg-Mensa stimmen: „Die ist genauso wichtig.“

2,15 Millionen Euro stellt die Stadtverwaltung für die Mensa bereit. In Aussicht sind außerdem 257 000 Euro von der Schulbauförderung und 106 000 Euro aus dem Programm „Ganztagesförderung – Chancen auf Bildung“. Beim Ausgleichsstock wurden eine Million Euro beantragt. Gibt es eine Zusage, soll die Mensa zum Beginn des Schuljahres 2020/21 fertig sein.

Land greift Kommunen unter die Arme

Der Ausgleichsstock ist ein Fördertopf des Landes. Nach offizieller Definition dient er der „Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden durch Bedarfszuweisungen bei der Schaffung notwendiger kommunaler Einrichtungen und der Milderung besonderer Belastungen einzelner Gemeinden, soweit sie eine unbillige Härte bedeuten“.

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