Ärger Waldhausen und der Raserfrust

Auch die Schulkinder sind Leidtragende wegen der Raser.
Auch die Schulkinder sind Leidtragende wegen der Raser. © Foto: Markus Sontheimer
Waldhausen / Jochen Weis 13.07.2018
Waldhausen hat so seine lieben Probleme mit Rasern. Aktuell verschärft sich die Lage wegen des Breitband-Ausbaus.

Dass es die Autofahrer in Waldhausen nicht immer so genau nehmen mit dem Tempolimit, ist für Ortsvorsteher Reiner Strehle nichts Neues. Eine mobile Geschwindigkeits-Messtafel hält schon seit Jahren die Werte auf der Gussenstadter und der Lindenstraße fest, die Spitzenwerte liegen zu jeder Tageszeit zwischen 60 und 70 Stundenkilometern, aber auch Tempo 80 ist keine Seltenheit. „Deshalb haben wir bei der Geislinger Stadtverwaltung Haushaltsmittel für eine Poliscan-Säule beantragt, als Ersatz für die alte Anlage am Ortseingang aus Richtung Gussenstadt“, erklärt Strehle: „Nur durch eine solche Säule, die in beiden Richtungen blitzt, ließe sich dieses Problem in den Griff bekommen.“

Nun aber hat sein Raserfrust eine neue Dimension erreicht. In Waldhausen läuft der Breitbandausbau „und da sehen manche so gar nicht ein, im Baustellenbereich langsamer zu fahren“, sagt Strehle. Vor allem am Morgen, wenn die Berufspendler durch Waldhausen rollen – aber nicht nur – gehe es zu wie im Wilden Westen. „Zu dieser Zeit sind auch die Schulkinder unterwegs zum Bus“, sagt Strehle. Kristjan Spaqi, der Baustellenleiter, bestätigt die chaotischen Zustände: „Da schießen selbst 30-Tonner mit gerade mal ein paar Handbreit Abstand an meinen Leuten vorbei.“ Zudem seien schon Absperrbarken über den Haufen gefahren worden.

Das Problem beschäftigt auch Geislingens Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner. „Wir haben die Sache im Blick und werden entsprechend reagieren“, sagt er. Will heißen: Die Auto- und Lkw-­Fahrer müssen im Stadtbezirk mit mobilen Tempo-Kontrollen rechnen. Eine neue stationäre Anlage stehe indes auf einem anderen Blatt. Da müssten erst Messungen durch einen neutralen Dritten Aufschluss über Notwendigkeit und Standort geben, sagt Theiner. Eines sei aber unstrittig: „Waldhausen hat relativ lange, gut ausgebaute Anfahrstraßen. Da lassen sich viele hinreißen und fahren schneller als erlaubt.“

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