Science Camp Von Weiler hinaus in die Welt

Weiler / Angelina Neuwirth 10.08.2018
Beim Science Camp werden Kinder zu Wissenschaftlern. In diesem Jahr geht es vor allem um Geografie und Völkerkunde auf der ganzen Welt.

Am besten gefallen mir das Singen und die Workshop-Tage, weil man da so schöne Sachen basteln und neue Freunde finden kann“, erzählt Ivy. Die Achtjährige aus Geislingen ist bereits zum dritten Mal beim „Science Camp“ dabei und freut sich schon darauf, in der nächsten Woche wieder kommen zu dürfen.

Beim Science Camp erleben 65 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren eine Woche lang tolles Programm zum Thema „Reise um die Welt“. Beim Kennenlern-Tag schauten sie gemeinsam eine Weltkarte an und erzählen sich, wo sie schon überall waren. Auch einen Ausflug ins Linden-Museum nach Stuttgart machten die 20 Betreuer mit den Jungen und Mädchen. „Die Kleinsten zum Beispiel durften dann Gewürze aus Indien anschauen und in die Hand nehmen, und bei einer Führung wurde ihnen erzählt, wie es sich in Indien lebt“, erzählt Rafael Streib vom organisierenden Verein „Educat“.

Am besten kam bei den Kindern aber der Workshop-Tag an. Dabei entdeckten die Kinder Musikinstrumente und Tänze aus aller Welt, nähten Tiere oder filzten, lernten in einem China-Workshop chinesische Schriftzeichen oder informierten sich, wie und wo Fußbälle hergestellt werden. Das fand auch Kathleena richtig toll. „Mir gefallen die Workshop-Tage am besten, weil ich Kreativität mag und ein kreativer Mensch bin“, sagt die 14-Jährige aus Eybach. Der fünfjährige Lenn aus Ditzenbach spielt am liebsten Fußball, freut sich aber auch schon darauf, beim Musik-Workshop selber eine Gitarre zu basteln. Ein weiterer Höhepunkt war der gestrige Donnerstag, an dem ältere Teilnehmer auf dem Gelände an der Weiler Skihütte übernachten dürfen – dazu gehören natürlich auch eine Nachtwanderung und ein Lagerfeuer. Bevor es für die Kinder heute Abschied nehmen heißt – es sei denn, sie kommen in der nächsten, der zweiten Woche wieder – sind die Eltern zu einem Elternnachmittag eingeladen, bei dem die Jungen und Mädchen zeigen, was sie in den Workshops so gelernt haben.

Die Rückmeldung sei sehr positiv, erzählt Rafael Streib: „Eine Mutter sagte mal, es sei immer so schön bei uns, egal an welchem Ort wir sind, weil das Klima innerhalb der Gruppe einfach so toll ist.“ Veranstaltet wird das Science Camp vom Verein „Educat“, den die Geislinger Rafael Streib und Daniel Müller gegründet haben. Mittlerweile gibt es nicht nur die zwei Wochen in den Sommerferien, die „Educat“ anbietet, sondern auch ein Ostercamp, zu dem Kinder auch von Stuttgart und Ulm kommen, sowie ein Werwolf Camp, bei dem sich alles um das Spiel „Werwolf“ dreht. Unterstützung erhält der Verein von der Stiftung Kinder Baden-Württemberg, die einen Großteil der Kosten des Science Camp übernimmt und so auch Kindern aus Flüchtlingsfamilien ermöglicht, an der Freizeit teilzunehmen.

„Ich finde alles hier toll“, sagt der zwölfjährige Rudin aus Syrien, der mit seiner Familie in Geislingen lebt. Er war bereits im vergangenen Jahr dabei und möchte auch im nächsten Jahr gerne wieder kommen. So ähnlich sieht das auch Ryan: „Ich finde es hier sehr schön, weil die Betreuer nett sind, und man bei den Tagesrätseln tolle Sachen wie einen Flummi oder Süßigkeiten gewinnen kann“, sagt der Zehnjährige aus Geislingen. Und fügt hinzu: „Nächstes Jahr werde ich bestimmt wieder kommen.“

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