Geislingen Vogelausstellung präsentiert Tiere aus aller Welt

Geislingen / Jochen Horndasch 05.11.2018
Gut 200 Vögel zeigen bei der Vogelausstellung in der Geislinger Jahnhalle ihre Pracht. Die Zucht der Tiere bringt so manche Herausforderung mit sich.

Nahezu die ganze Welt hat sich auch in diesem Jahr wieder in der Geislinger Jahnhalle getroffen: Repräsentanten aus Europa, Afrika, Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland, Mexiko, Asien und sogar aus dem Himalaja und aus China kommen seit Jahrzehnten am ersten Novemberwochenende in die Fünftälerstadt. Zwar sind sie alle in Deutschland geboren, doch ihr „Migrationshintergrund“ reicht bis in die entlegensten Flecken der Erde. Die Rede ist von Papageien, Loris, Kanarienvögel, Wellen- und Großsittichen sowie Exoten und Waldvögeln.

Für dieses Großaufgebot von gut 200 gefiederten Tieren legt sich der Vogelverein Geislingen als Veranstalter mächtig ins Zeug. Jahr für Jahr mobilisiert er weit über tausend Besucher, die die Schönheit und Vielfalt der gefiederten Tierwelt erleben wollen – so auch am vergangenen Wochenende.

Viele Gäste kommen von anderen Vereinen; und da Geislingen den Ruf hat, eine der schönsten Ausstellungen im süddeutschen Raum zu präsentieren, reisen viele Besucher von weit her an. Was geboten wird, entschädigt die Mühe: Ein Hingucker sind die Käfige und bis zu 16 Quadratmeter großen Flugvolieren, die mit Ästen, Moos, Beeren, Blättern und anderem Grünzeug naturnah gestaltet wurden. Von dort aus nehmen die Vögel ihre faszinierten zweibeinigen Betrachter in Augenschein.

Das schwarz-gelb-grüne Schwarzköpfchen aus Tansania und Kenia, der Grünzügelpapagei aus Venezuela, der Gelbseitensittich aus Bolivien, der hellrote Ara aus Zentralamerika oder der Kongo Graupapagei aus Angola sowie der Halsbandsittich aus Indien haben mit den vielen weiteren Vögeln eines gemeinsam: Sie sind bestens „integriert“ – haben keine Scheu vor dem Menschen, selbst wenn er in großer Zahl als Zaungast auftaucht. „Die Vögel sind seit ihrer Geburt an den Menschen gewöhnt, der sie füttert und bestens behütet und für ein artgerechtes Leben sorgt“, erklärt Vereinsmitglied Armin Utzt.

Anders sei es gewesen, als noch Wildfänge ausgestellt wurden. Sie hatten Angst und Stress in der fremden Umgebung, anstatt Vertrauen und Zutraulichkeit. Fänge aus der freien Wildbahn sind längst verboten, der Nachwuchs kommt aus dem eigenen Nest aus Geislingen und Umgebung.

Bei der Zucht geht es nicht immer einfach zu, weiß Utzt aus eigener Erfahrung. Das Geschlecht einiger Papageienarten ist zum Beispiel nicht immer leicht zu bestimmen: Gockel und Henne sehen sich oftmals zum Verwechseln ähnlich und die Geschlechtsmerkmale sind nicht ausgeprägt. So hätten manche Züchter Jahre gewartet, bis sie erkannten, dass es sich um zwei gleichgeschlechtliche Vögel handelt und die Paarung deshalb nicht funktioniert, erzählt Utzt.

Doch die Züchter wissen sich zu helfen: „Über eine frisch ausgefallene Feder kann das Geschlecht im Labor bestimmt werden.“ Dann wisse man wenigstens, wer weiblich und wer männlich ist, der Zuchterfolg sei aber dennoch nicht garantiert. Denn Papageien, ob Henne oder Gockel, seien bei der Wahl ihrer Partner sehr schwierig. „Die Chemie muss stimmen“, sagt Utzt. Deshalb sein Rat an alle: Erfolg versprechend sei, wenn mehrere Vögel in einer Voliere gehalten werden. Dann werde sich am ehesten ein Pärchen finden, das sich zusammentut und in einer lauschigen Ecke des Käfigs für Nachwuchs sorgt.

Auch interessant: In der Montagsausgabe der GZ finden Sie noch eine Besucher-Umfrage.

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