Geislingen an der Steige Veteranen Club feiert: Oldtimer-Parade in der Fußgängerzone

Geislingen an der Steige / JOCHEN HORNDASCH 25.04.2016
Mit einer Oldtimer-Parade feierte der Veteranen Club Eybach in der Geislinger Fuzo den 40. Geburtstag. Trotz Nieselregens gratulierten viele zum Schwabenalter.

Elf VW Käfer aus den Jahren 1954 bis 1985 stehen akkurat aufgereiht nebeneinander. Ein 59 Jahre altes, knallgelbes Gogomobil, ein Kadett A sowie ein Opel Blitz Baujahr 1954 lockern das Bild auf. Auf der anderen Seite der Fußgängerzone hat der Veteranen Club Eybach 30 zweirädrige Schmuckstücke aus der Vergangenheit positioniert, die zum Großteil 60 Jahre und mehr unter den Rädern haben: Ob Ardie, Viktoria, Horex, BMW, Honda oder NSU, alle präsentieren sich optisch wie technisch in einem top Zustand.

Den Grundstein dafür, dass ein Stück automobiler Geschichte nicht auf dem Schrottplatz endete, legte der Veteranen Club Eybach vor 40 Jahren. 1976 wurde er vom heutigen Vorsitzenden Martin Stahl und zehn anderen motorradbegeisterten Eybachern gegründet. Stahl erinnert sich noch gut, wie er und seine Kumpels seinerzeit auf den Mopeds über die Alb getingelt sind und nach ausrangierten Motorrädern Ausschau gehalten haben. In Scheunen und Hinterhöfen wurden sie fündig. Gegen eine Flasche Schnaps oder ein paar Mark wechselte ein vermeintlicher Schrotthaufen den Besitzer. Bald wurden die Unterstellmöglichkeiten knapp. Im alten Gewächshaus der Schlossgärtnerei der Familie von Degenfeld kamen die Jugendlichen mitsamt ihren Motorrädern unter. Mit viel Schweiß und noch mehr Arbeit sanierten sie das in die Jahre gekommene Gemäuer, richteten eine Werkstatt und einen Aufenthaltsraum ein.

Am 26. Oktober 1976 gründeten zehn technikbegeisterte Männer den Veteranen Club Eybach, der nach Auskunft von Gründungsmitglied Stahl zu den ältesten Oldtimerclubs in Deutschland gehört. 30 Autos und 200 Motorräder sind heute im Besitz der 17 Mitglieder. Längst wird in der Schlossgärtnerei nicht nur geschraubt und Benzingespräche geführt. Das Gewächshaus hat sich inzwischen zu einem kleinen Museum für Liebhaber der Automobilgeschichte entwickelt, die einen Querschnitt durch die Welt der Mobilität bietet.

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