Türkheim / Isabelle Jahn Professionelle Schnüffler haben ermittelt, woher schlechte Gerüche in Türkheim und Umgebung kommen. Ein Verursacher ist wohl die Biogasanlage.

„Es gibt unterschiedliche Verursacher von unterschiedlichen Gerüchen in unterschiedlichen Intensitäten.“ Das ist laut Frank Dehmer das Ergebnis der Geruchsimmissionsmessung, die im Gewerbepark Schwäbische Alb und in Türkheim durchgeführt wurde. Dehmer ist Vorsitzender des Zweckverbands Gewerbepark Schwäbische Alb, der die Messung wegen Beschwerden über Gestank in diesem Gebiet beauftragt hatte. Ab Januar 2018 waren ein halbes Jahr lang geschulte Personen unterwegs, um Gerüche zu dokumentieren.

Auch Landwirtschaft als Ursache

Als Verursacher der Gerüche – jüngst wurde auch in Bad Überkingen über schlechte Luft geklagt – wurde in der Vergangenheit häufig die Biogasanlage verdächtigt. Die Einrichtung der Firma Schradenbiogas zählt dem Gutachten zufolge tatsächlich zu den Verantwortlichen, wie Dehmer auf Nachfrage der GZ mitteilt. Unter anderem sei auch die Landwirtschaft als Auslöser auffälliger Gerüche ermittelt worden.

Das Regierungspräsidium Stuttgart, Genehmigungsbehörde für die Biogasanlage, teilt auf Anfrage mit, dass mit Schradenbiogas Gespräche zu konkreten Maßnahmen geführt würden. Aufgrund des Ergebnisses der Messungen, die das RP geprüft hat, bestehe „an einem Messpunkt im Gewerbegebiet Handlungsbedarf“.

Maßnahmen zur Geruchsminderung

Christoph von Jan, Geschäftsführer von Schradenbiogas, berichtet auf Nachfrage der GZ von Plänen, das Gärrest-Becken der Anlage mit einer Plane abzudecken. Von dem sich dort befindenden Gemisch aus Wasser und vergorenen Lebensmittel-Abfällen könnten laut von Jan Gerüche ausgehen. Der Geschäftsführer schließt jedoch aus, dass diese in Türkheim wahrgenommen werden. Die geplante Maßnahme zur Geruchsminderung hänge nicht mit den Beschwerden in dem Geislinger Stadtbezirk und in Bad Überkingen zusammen.

ENBW sieht sich aus dem Schneider

Auch die Aufbereitungsanlage der ENBW im Gewerbepark, die das Biogas zu Bio-Erdgas veredelt, stand als Verursacher übler Gerüche in der Kritik. Nach Angaben der ENBW-Pressestelle wurde im Mai 2018 ein Aktiv-Kohlefilter eingebaut, um das durch Schwachgas verursachte Geruchs-Problem zu beheben. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Gerüche von unserer Anlage kommen“, sagt eine Sprecherin.

Der Zweckverband will die Bürger im April über die Ergebnisse des Gutachtens und das weitere Verfahren informieren.