Studie Verlängerung der S-Bahn wird nun doch bis Geislingen untersucht

Eine Verlängerung der S-Bahn ins Kreisgebiet wird nun doch bis Geislingen untersucht,
Eine Verlängerung der S-Bahn ins Kreisgebiet wird nun doch bis Geislingen untersucht, © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / DANIEL GRUPP 28.11.2012
Eine Kosten-Nutzen-Analyse für mögliche S-Bahn-Endhaltestellen in Göppingen, Süßen oder Geislingen hat der Verkehrsausschuss des Kreistages auf den Weg gebracht.

Ein Interregio-Express (IRE), ein Regionalexpress (RE), eine Regionalbahn (RB) und eine S-Bahn könnten schon in zehn Jahren innerhalb einer Stunde vom Göppinger Bahnhof in Richtung Stuttgart abfahren, wenn sich der Kreis Göppingen dazu entscheiden sollte, die S-Bahn ins Filsland zu holen. Basis für diese Verbindungen sind die Pläne, die das Land für den Schienenverkehr im Filstal hat.

Als "Verkehrsangebot 2020+" beschreibt der Verkehrsplaner des Landkreises, Jörg-Michael Wienecke, diese Planung, die für die Zeit gilt, wenn das Projekt Stuttgart 21 fertiggestellt ist. Die IRE würden dabei in Geislingen und Göppingen halten, die RE in Geislingen, Süßen, Eislingen, Göppingen und Ebersbach. Die RB würden zwischen Stuttgart und Ulm pendeln und an allen Bahnhöfen des Filstals halten. Um die Fahrt in Richtung Stuttgart zu beschleunigen, sind nach Plochingen nur noch Stopps in Esslingen und Bad Cannstatt vorgesehen.

Auf Grundlage dieser drei Züge (IRE, RE und RB) hat die Bahntochter DB-Netz die Möglichkeit untersucht, eine S-Bahn in den Kreis fahren zu lassen. Vor rund zwei Wochen schien allenfalls eine Verlängerung der S-Bahn bis Göppingen eine realistische Möglichkeit zu sein. Am Montag hat aber Wienecke den Verkehrsausschuss des Kreistags (UVA) mit neuen Erkenntnissen überrascht.

Demnach könnte nach einem zweiminütigen Aufenthalt in Göppingen die S-Bahn bis Süßen oder gar Geislingen fahren. Dann müssten die aus drei Waggons bestehenden Langzüge, deren Kapazität im Filstal nicht benötigt wird, bis Geislingen fahren. Damit wären alle Bahnsteige zwischen Reichenbach/Fils und Geislingen auf 210 Meter zu verlängern. Weil Gingen nicht beim Bahnhofssanierungsprogramm dabei ist, müsste dort der komplette Bahnsteig umgebaut werden. Für den Umbau nannte Wienecke Gesamtkosten von rund neun Millionen Euro.

Dank der neuen Erkenntnisse ergibt sich, dass die S-Bahn bis Süßen oder Geislingen ohne lange Wartezeiten technisch machbar wäre. Jedoch würden dem Kreis enorme Kosten entstehen - für den Umbau der Bahnhöfe, für zusätzliche Züge und für den laufenden Betrieb.

Ob sich dies lohnt, soll die Kosten-Nutzen-Untersuchung zeigen, die der Landkreis in Auftrag geben wird. Der Verkehrsausschuss hat einstimmig dem Kreistag empfohlen, auch Süßen und Geislingen als mögliche Endbahnhöfe in die Untersuchung einfließen zu lassen.

Die Kosten für die Studie könnten laut Landratsamt bei rund 150 000 Euro liegen. Die Vergabe des Auftrags soll im kommenden März erfolgen. Ergebnisse erwar- tet Verkehrsplaner Wienecke fürs vierte Quartal 2013. Zunächst muss aber der Kreistag in der Sitzung am Freitag die jetzt vom Ausschuss beschlossene Vorgehensweise billigen.

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