Chanson Vergnügte Elegien im Glanz der Vergeblichkeit

Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule: Sebastian Krämer kommt nach Erpfenhausen. 
Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule: Sebastian Krämer kommt nach Erpfenhausen.  © Foto: Veranstalter
Gerstetten / swp 14.08.2018

  Mit seinem Programm „Im Glanz der Vergeblichkeit - Vergnügte Elegien“ gastiert Sebastian Krämer am kommenden Sonntag ab 20 Uhr im Kulturhof Erpfenhausen bei Gerstetten.

Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist, heißt es im Pressetext, der Jammerlappen oder die, die er nass macht. Während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt Sebastian Krämer sich aufs Gegenteil: beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe. Vergnügte Elegien (ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden musste) führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet.

Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel. Eine Puppe im Garten, eine Skulptur von Barlach, die Kinder einer geläuterten Hexe im Linienbus, Mops und Bienenstich.

Mediale Katastrophen verstauben auf Wiedervorlage; Krämer macht sich seine Sorgen noch selber. Und wie sich das für Sorgen so gehört, ist er noch nicht mit ihnen fertig geworden. Unter der Oberfläche beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen Unheil, Trauer, Verlorenes, Vergebliches.

In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau.

Info Karten und Infos gibt es unter www.kulturhof-erpfenhausen.de oder ☎ (07323) - 92 06 34

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