Ausstellung Ver-rückte Situationen

Die Karikaturen zum Thema Demenz sollen mitten in die Gesellschaft hineingebracht werden.
Die Karikaturen zum Thema Demenz sollen mitten in die Gesellschaft hineingebracht werden. © Foto: Claudia Burst
Geislingen / Claudia Burst 12.06.2018

Demenz und Lachen – passt das? Diese Frage stellte Uwe Glöckner, der Regionalleiter des Samariterstifts, am Freitagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Demensch“ im Café des Pflegeheims in Geislingens Oberer Stadt. Immerhin sei Demenz ein ernstes Thema und eine schwere Erkrankung mit massiven Aus­wirkungen auf das Umfeld des Betroffenen. „Warum zeigen wir dann Karikaturen“, fragte Glöckner und beantwortete diese Frage selbst: „Weil Lachen wichtig ist – auch in der Pflege. Auch im Hospizdienst. Ohne Lachen, das viele Situationen entspannt, würde den Menschen etwas fehlen!“ Die Bilder stellten die Komik in vielen Situationen heraus und machten sich niemals über be­troffene Menschen lustig, betonte er.

Dem schloss sich auch Hilde Rothmund als Vertreterin des Hospizvereins „Eleison“ an, der mit der Samariterstiftung und dem Netzwerk Demenz diese Ausstellung mit veranstaltet. „Bei einer anderen Ausstellung mit diesen Karikaturen habe sie Angehörige von demenzkranken Menschen gesehen, die gleichzeitig lachten und weinten, weil sie so manche skurrile Situation wiedererkannten. „Wir zeigen bewusst diese Bilder, weil wir Humor in die Begleitung demenzkranker Menschen bringen wollen“, betonte die Theologin, Psychologin und Trauerbegleiterin.

Die 36 Bilder von Peter Gaymann greifen verschiedene Situationen vergesslicher alter Menschen auf. „Ver-rückte Situationen sind das im Prinzip“, sagte Hilde Rothmund. Auch die Ausstellung „Demensch“ werde in den kommenden Wochen immer wieder ‚ver-rückt‘ werden: Die Bilder werden abwechselnd im Café Sonnenschein sowie im Baumarkt Obi in Geislingen zu sehen sein. „Dort rechnet keiner damit. Aber wir bringen mit den Karikaturen das Thema dort mitten in die Gesellschaft hinein. Und dort gehört es hin.“

Zwei Vorträge am 5. Juli  (Christine Metzger)  und 11. Oktober (Prof. Dr. Hans-Peter Zeitler) werden sich intensiv mit dem Thema Demenz und dem Umgang damit beschäftigen.

„Ver-rückte Situationen passieren auch, wenn einem Zauberer ein Kaninchen aus dem Ärmel krabbelt“, sagte Hilde Rothmund und leitete so zum Highlight des Abends, zu Marv, dem Zauberer, über. Der bewies mit hochkarätigen Zaubertricks, wie erheiternd verrückte Situationen sein können – und ließ so manchen Zuschauer am eigenen Verstand zweifeln. Eine vierköpfige Band sorgte den ganzen Abend über für angenehme Hintergrundmusik.

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