Märchenwanderung Unterwegs mit den Stadtmusikanten

„Etwas Besseres als den Tod findet man überall“, sagen sich die ­Bremer Stadtmusikanten, gespielt von (v.l.) Nadine Lindenthal, ­Minna, Alma und Benjamin Decker.
„Etwas Besseres als den Tod findet man überall“, sagen sich die ­Bremer Stadtmusikanten, gespielt von (v.l.) Nadine Lindenthal, ­Minna, Alma und Benjamin Decker. © Foto: Veranstalter
Geislingen / pm 28.09.2017

Aufmerksam verfolgen rund 80 Zuschauer, etwa die Hälfte davon Kinder, wie eine Räuberbande in ihrem Versteck am Geislinger Waldrand zecht, tafelt und mit vergangenen Untaten prahlt. Doch plötzlich schwingen die Fensterläden auf und aus dem nächtlichen Wald ertönt tierisches Gebrüll. Die Räuber, vom Schrecken gepackt, fliehen durch die Reihen der großen und kleinen Besucher nach draußen, während Esel, Hund, Katze und Hahn – die Bremer Stadtmusikanten, unter dem Beifall des Publikums durchs Fenster klettern    und es sich im Räuberhaus gemütlich machen.

Zuvor haben sich alle vom Geislinger Westbahnhof aus mit dem Esel auf den Weg zur Märchenwanderung gemacht. Bald schon stoßen Hund, Katze und Hahn auf dem Weg in Richtung Wald dazu. Alle Tiere berichten davon, dass sie zu Hause der Tod erwartet. Jetzt sind sie auf dem Weg nach Bremen, um dort Stadtmusikanten zu werden. Denn „etwas Besseres als den Tod findet man überall“.

Der Weg nach Bremen ist weit, besonders von Geislingen aus, und so suchen die Tiere einen Schlafplatz. Als der Hahn das Räuberhaus, sprich das Waldheim des Liederkranzes Altenstadt, entdeckt, beschließen die tierischen Freunde die Räuber zu verjagen, um selbst in den Genuss einer bequemen Unterkunft zu kommen.

Die Handlung der Märchenwanderung, organisiert von der Stadtbücherei Geislingen und dem Liederkranz Altenstadt, folgt hier ganz dem bekannten Grimm’schen Märchen. Den Räubern haben die Theatermacher ein paar zusätzliche, lustige Dialoge in den Mund gelegt.

Nachdem das Märchen ein für die Tiere gutes Ende genommen hatte, erfreuten sich die Besucher im bis zum letzten Platz gefüllten Waldheim bei Akkordeonklängen an Kuchen, Kaffee oder Herzhaftem. „Die Ressonanz war auch dieses Jahr wieder klasse und das Waldheim der perfekte Ort, um das Räuberhaus in Szene zu setzten“, sagt Büchereileiter Benjamin Decker  und überlegt schon, was im nächsten Jahr gespielt werden könnte. Gabriele Bäumler vom Liederkranz fügt hinzu. „Uns hat es großen Spaß gemacht. Wir würden jederzeit wieder mitmachen.“

Märchen in der Bücherei

Mitwirkende Claus Bisle: Räuberhauptmann; Alma Decker: Hahn; Benjamin Decker: Esel; Minna Decker: Katze; Lilly Lindenthal: Hund; Nadine Linden­thal: Räuber; Stephanie Linkenheil: Räuber

Rückblick Nach „Rapunzel“ und „Hänsel und Gretel“ (in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie) waren „Die Bremer Stadtmusikanten“ die dritte Märchenwanderung der Stadtbücherei. 2016 zeigte die Stadtbücherei mit ihren ehrenamtlichen Schauspielern „Ronja Räubertochter“ auf dem Helfenstein.

Märchentheater Auch während der Vorlesestunden in der Bücherei gibt es gelegentlich ein Märchentheater zu sehen. Termine unter www.stadtbücherei-geislingen.de